Punktgewinn in letzter Sekunde

Handball-Oberligist SV 04 Oberlosa lag kurz vor Schluss 21:22 zurück. Eine Trainerfinte brachte den Ausgleich.

Plauen.

Am Samstagabend hatten vor 435 Zuschauern in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle sowohl die Heimmannschaft als auch die HSG Freiberg die Partie scheinbar schon gewonnen. "Erst lagen wir 18:15 vorne, dann wendete sich urplötzlich das Blatt und wir lagen 19:20 hinten. Ohne unsere tollen Fans stünden wir jetzt wohl ganz ohne Zählbares da", sagte Oberlosas Abwehr-Chef Andreas Weikert.

Der Weg zur 18:15-Führung kostete den SV 04 unglaublich viel Kraft. Keiner im sonst so heimstarken Plauener Team vermochte es, die Freiberger "Dachse" vor schwerwiegende Probleme zu stellen. Dank ihres unbändigen Teamgeistes kompensierten die Gastgeber bereits in der ersten Halbzeit ihre elf Fehlangriffe. 12:11 führte Oberlosa bei Halbzeit. Der Gast, der 2018 in die 3. Bundesliga aufsteigen will, scheiterte auch nach dem Seitenwechsel immer wieder an einem überragenden Keeper Carsten Klaus, der bis zur 18:15-Führung insgesamt 13 Paraden vorzuweisen hatte.

Die beiden vergebenen Siebenmeter-Würfe von Mike Anlauf wären nicht ins Gewicht gefallen, "wenn wir dann nicht so aus der Spur geraten wären", so Weikert sichtlich verärgert über die letzten 17 Minuten. Er selbst war es, der die Rote Karte für Marcin Kijowski regelrecht herausforderte. Der beste Freiberger ließ sich zu einem bösen Foul hinreißen und flog vom Feld. Genau in dieser scheinbar aussichtslosen Situation rappelten sich die Gäste aber wieder auf. Peter Deli (46.) traf zum 18:18-Ausgleich dann sogar zum 20:19 (53.). So gerieten die letzten Siebenminuten zu einem Hitchcock-Krimi. Und in dem spielten drei blutjunge Oberlosaer die Hauptrollen. Da war zum einen Torwart Max Flämig (18 Jahre), der ins kalte Wasser sprang und die drohende Niederlage verhinderte, als er den Siebenmeter von Deli glanzvoll parierte. Dann traf im Gegenzug der 18-Jährige Louis Hertel eiskalt zum 20:20-Ausgleich (55.) und hielt den SV 04 im Rennen. Doch die Oberlosaer Lähmung war spürbar und der Gast bekam die zweite Luft. 113 Sekunden vor dem Ende schockte Nico Werner mit dem 21:22 die Plauener, die in dem Moment auch noch ohne Jakub Kolomaznik (Zwei-Minuten-Zeitstrafe) die letzte Ausgleich-Chance schwinden sahen.

Co-Trainer Silvio Fuchs hatte die Idee, Trainer Jörg Grüner handelte schnell und nahm den Torwart vom Feld. Friedrich Kleinert stürmte als zusätzlicher Feldspieler an den Kreis "und dort wussten die Freiberger mit mir in der Situation wahrscheinlich nichts anzufangen", freute sich der glückliche Kreisläufer über das wichtigste Tor seiner bisherigen Laufbahn.

SV 04 Oberlosa: Klaus, Flämig - Anlauf (3 Tore), Kleinert (1), Wetzel (1), Weikert (4), Englert (1), Mertig (2), Richter (3), Duschek (2), Hertel (3), Kolomaznik (2).

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