Red Maniacs sind Vorreiter in Sachsen

Schon seit rund zehn Jahren gibt es bei Cheermania Auerbach ein Team, in dem Mädchen mit und ohne Behinderung gemeinsam ihrem Sport nachgehen. Belohnt wurden sie dafür jetzt mit einem erstmals auf Landesebene vergebenen Preis.

Auerbach.

Es gibt Menschen mit Behinderung, die gerne Sport treiben würden, und das in einem "normalen" Verein - Seite an Seite mit "normalen" Sportkameraden. Auch im Vogtland existieren einige wenige Sportclubs, die helfen, diese Wünsche zu erfüllen. Inklusion nennt sich das auch aus der Schule bekannte Prinzip der Einbeziehung von beeinträchtigten Menschen in die Gesellschaft. Einer der Vereine, der dies möglich macht, ist der CCV Cheermania. Die Cheerleader aus Auerbach wurden für ihr ungewöhnliches Engagement kürzlich mit dem sogenannten Inklusionspreis Sport 2020 für sächsische Vereine geehrt. Dieser Preis wurde in diesem Jahr erstmals vom Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband vergeben.

Weitere Preisträger waren der SC Riesa, dessen Schwimmabteilung auch Angebote für Menschen mit Handicap bereithält, und der SV Koweg Görlitz, wo sich gemeinsame Tanzangebote für Rollstuhlfahrer und Nichtbehinderte großer Beliebtheit erfreuen. 700 Euro wanderten jeweils als Anerkennungsprämie in die Vereinskassen. Dass die Auerbacher in der Kategorie Vereine bis 300 Mitglieder gleich bei der Premiere von einer aus Sportlern, Funktionären und sächsischen Medien bestehenden Fachjury ausgewählt wurden, freute Michelle Wirth besonders. Die Lehrerin an der Oberschule Falkenstein hatte nicht nur die Idee, sich mit ihren Sportlerinnen für diesen Preis zu bewerben. Sie ist auch die Trainerin des seit rund zehn Jahren bestehenden Inklusionsteams Red Maniacs, in dem junge Sportler im Alter zwischen zehn und 18 Jahren mit und ohne Behinderung gemeinsam die beim Cheerleading üblichen akrobatischen Figuren üben und vorführen. "Entstanden ist das Projekt aus einer Kooperation mit einer Arbeitsgemeinschaft der Montessorischule in Limbach", erzählt Michelle Wirth, vielen eher unter ihrem Mädchennamen Wenskus bekannt und zu den Urgesteinen des Vereins zählend. "In dieser Arbeitsgemeinschaft fanden zwei Schülerinnen mit Down-Syndrom am Cheerleading Gefallen und schlossen sich später unserem Verein an. Dort ließen wir sie einfach im normalen Programm mitlaufen. Mittlerweile haben wir elf Sportler mit verschiedensten geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen in unserem 34-köpfigen Team", so Wirth.

Bis zum März dieses Jahres trat das Auerbacher Inklusionsteam stets außer Konkurrenz zu Präsentationszwecken im Rahmen diverser Meisterschaften auf. "Wir waren deutschlandweit der erste Verein überhaupt, der so etwas wagte", sagt die seit sechs Jahren für die Red Maniacs verantwortliche Trainerin, die sich besonders über die Unterstützung ihrer "rechten Hand" Gina Meinel freut. Und: "Seit 2020 gibt es nun endlich bei Meisterschaften eine eigene Kategorie, in der Teams wie unseres ihre Kräfte messen können."

Aufgrund der Coronaepidemie fand allerdings bisher nur ein Wettkampf in dieser neu geschaffenen Klasse statt. Und bei der Cheer Trophy in Wolfsburg ging der Sieg im historischen ersten Wettbewerb prompt ins Vogtland. "Darauf sind wir sehr stolz", betont Michelle Wirth. Gemeinsam trainiert werden kann zur Zeit wegen der Coronabeschränkungen aber nicht, jeder übt für sich nach Vorgaben aus dem Internet.

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