Regenschirm bleibt im Rucksack

Kaiserwetter und fünf reizvolle Strecken durch Wald und Flur: Bei der 38. Bergwanderung in Erlbach schnürten gestern 1105 Teilnehmer die Schuhe - erstmals auch Gäste aus Bulgarien.

Erlbach.

Von Zurücklehnen bei der Vorbereitung konnte ja nun wirklich nicht die Rede sein, schließlich sollte logistisch alles wie gewohnt flutschen. Aber unruhige Nächte hatten Organisationschef Sebastian Schüller und die fast 100 freiwillige Helfer dank der Wettervorhersage keine. Wer gestern einen Regenschirm in seinen Rucksack steckte, dann garantiert nur aus einem Grund: um ihn als Sonnenschutz zu nutzen. Kein Gedanke daran, dass in den Vorjahren auch schon mal Schneegestöber der Erlbacher Bergwanderung ein Schnippchen geschlagen hatte.

Punkt 2: Das regionale Tippel-Großereignis muss mehr und mehr mit dem Attribut "international" bedacht werden. Allein deswegen, weil die langen Strecken über 24 und 28Kilometer nicht zum ersten Mal durch tschechisches Gebiet führten und von Nachbarn jenseits der Grenze mit abgesichert wurden. Am Rastpunkt bei Luby zum Beispiel hatten unter anderem Heidi Kubartová und Milada Remžová beim Stullen-Schmieren alle Hände voll zu tun und sorgten überdies dafür, dass sich der intensive Geruch von Knoblauch mit dem von Raps und Wald vermischte.

Zum anderen, weil gestern ein Bus mit Wanderern aus Sokolov nicht nur zu einem Besuch des Freilichtmuseums vorfuhr. Sebastian Schüller: "Teilnehmer aus Tschechien gehören schon seit Jahren zu unseren Stammgästen." Wanderer aus Bulgarien jedoch tauchten bisher noch nicht in den Startlisten auf. Stojan Lazarov und Rumyana Yordanova aus der Stadt Russe löschten diesen weißen Fleck. Sie arbeiten und leben seit zwei Jahren in Markneukirchen, nahmen gemeinsam mit ihren Bekannten Martin Mögen und Nicole Weller mit Tochter Tiara die zwölf Kilometer in Angriff. Stojan Lazarov: "Wir wollen die wunderschöne Landschaft besser kennenlernen."

Reizvolles in Wald und Flur des Vogtlandes haben die Wandersperken aus Oelsnitz Elenore Baierl, Irmtraud Popp und Christa Jasinski dagegen schon ungezählte Male und nicht nur in Erlbach unter die Füße genommen. Erst am vergangenen Donnerstag hatten sie bei der Wanderung der "Freien Presse" in Plauen die Schuhe geschnürt - von Muskelkater oder Wadenschmerzen gestern dennoch keine Spur. Ältester Wanderer war der 83-Jährige Rudolf Otto Schmidt aus Markneukirchen. Als mit 31 Teilnehmern stärkste Gruppe erhielt das Haus Tannenmühle in Erlbach eine besondere Anerkennung.

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