Reichenbacher FC bewahrt im dichten Nebel den Durchblick

In der Fußball-Landesklasse hat der Reichenbacher FC den ersten Heimsieg gelandet. Die Treffer beim 3:0 gegen Stollberg sah aber kaum einer...

Reichenbach.

Im sechsten Anlauf hat es endlich geklappt: Reichenbach siegt erstmals zu Hause und macht einen großen Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld. Allerdings gesehen hat die Tore zum 3:0 gegen den FC Stollberg so gut wie keiner. Denn dichter Nebel machte sich im Wasserturmstadion breit, der Anpfiff stand auf der Kippe. Doch Referee Philip Döhler gab Grünes Licht, was auch Schiedsrichterbeobachter Enrico Jahn richtig fand: "Vom Anstoßpunkt sind beide Tore zu erkennen. Der Linienrichter hat zudem freien Blick über die gesamte Breite, um Abseitsstellungen zu beurteilen."

Von der Tribüne kaum zu erkennen, gehörte dem RFC die Anfangsphase, der sofort Druck ausübte und für Gefahr sorgte. Die fällige Führung folgte: Peltsch tankte sich zur Strafraumgrenze durch und wurde gestoppt. Der Ball sprang zum links einlaufenden Süß, der aus spitzem Winkel erfolgreich flach abzog - 1:0. Mit der Führung im Rücken ließen die Hausherren die Zügel schleifen, Stollberg errang Gleichwertigkeit. In der 26. Minute lag der Ball im Reichenbacher Netz. Doch das Tor von Schönichen fand wegen Abseits keine Anerkennung.

Danach war dann Reichenbach wieder im Bilde und stand vor allem defensiv stark. In der 59. Minute bewahrte RFC-Keeper Lemke mit einer tollen Reaktion seine Elf vor dem Ausgleich, als er Schönichens Freistoß aus dem Dreiangel kratzte. Wenig später sprang einem Stollberger die Kugel im eigenen Strafraum an die Hand. Lange trat zum Elfmeter an, doch Keeper Hoyer kratzte den Schuss aus dem Eck. Süß setzte nach und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie. Als dann Trainersohn Pascal Kästner in der 68. Minute einen von Hinte geschlagenen Freistoß zum 3:0 einnetzte, waren die Messen gelesen. Kurios: Der Torschrei brandete auf den Rängen erst dann auf, als der Schütze mit jubelnden Armen aus der Nebelwand Richtung Außenlinie sprintete.

Bis zum Ende hatte der RFC dann nichts mehr zu befürchten. Außer, dass vielleicht die äußeren Umstände sich weiter verschlechtern und vielleicht doch noch ein vorzeitiges Ende nach sich ziehen würde. Taten sie aber nicht. So war die Freude bei den 100 Fans über das kaum Gesehene groß.

"Die Jungs verdienen ein Riesenkompliment", so Reichenbachs Trainer Carlo Kästner. "Trotz des Drucks und der schwierigen Bedingungen auf dem Platz zeigten sie von Anfang an den Willen, die Partie für sich zu entscheiden. Besonders freut mich, dass wir in den letzten fünf Begegnungen nur zwei Gegentreffer kassiert haben. Defensiv haben wir qualitativ ordentlich zugelegt. Deshalb sehe ich den kommenden beiden Partien gegen den Zweiten Marienberg und dann beim Ersten Glauchau sehr optimistisch entgegen", war für Kästner an diesem grauen und äußerst nebeligen Novembersonntag die Fußballwelt mehr als in Ordnung.

StatistikReichenbach: Lemke, Hinte, Fügmann, Lange (78. Krötzsch), Strobel, Particke, Kummer (63. Kühn), Kästner, Peltsch (86. Tenner), Süß, Horn. Tore: 1:0, 2:0 Süß (12./64.), 3:0 Kästner (69.). SR: Döhler (Zwickau). Zuschauer: 100

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