Reichenbacher überzeugt in London

Sebastian Hendel hat in London mit einer Bestzeit über 10.000 Meter zum dritten Platz des deutschen Teams beigetragen. Und das über weite Strecken im Alleingang.

Reichenbach.

28:27 Minuten statt 29:53 Minuten und Platz 11 statt 24: Sebastian Hendel vom LAV Reichenbach ist der europäischen Spitze der Männer bei seinem zweiten großen Auftritt nach der EM 2018 in Berlin ein ganzes Stück näher gekommen. Beim Europacup im 10.000-Meter-Lauf in London verbesserte der 23-Jährige am Samstagabend seine Bestzeit um knapp 16 Sekunden auf exakt 28:27,11 Minuten.

Damit war er hinter dem in 27:52,35 Minuten auf Platz 2 stürmenden Amanal Petros aus Wattenscheid zweitbester von insgesamt fünf Deutschen und hatte großen Anteil, dass Deutschland in der Teamwertung Bronze gewann. "Die Bestzeit geschafft und eine Medaille geholt - das ist eine coole Sache", sagte Sebastian Hendel am Sonntag im Gespräch mit der "Freien Presse".

100-prozentig zufrieden war er trotzdem nicht. "Bei einem anderen Rennverlauf wären sicher noch ein paar Sekunden drin gewesen", erklärte er. Da jedoch die Spitzengruppe ein irres Anfangstempo im Hinblick auf die WM-Norm (27:40 min) vorlegte, spulte der Student aus Reichenbach, der sich in der ersten Rennhälfte strikt an seinen Plan hielt, etliche Runden im Alleingang ab. Das erwies sich als richtige Taktik, denn auf den zweiten 5000 Metern machte der zwischenzeitlich auf Platz 27 liegende Vogtländer in fast jeder Runde einen Platz gut und wurde am Ende Elfter. "Sebastian hat viel Arbeit investiert und wurde dafür belohnt", sagte Lauf-Bundestrainer Thomas Dreißigacker.

Der Top-Läufer aus Reichenbach konzentriert sich ab sofort auf die 5000 Meter. Zum einen geht er Anfang August bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin als Titelverteidiger auf die Bahn. Zum anderen sieht Hendel auf dieser Distanz die größeren Chancen, sich für die WM im Herbst in Doha (Katar) zu qualifizieren. Die Norm liegt bei 13:22 Minuten, die Bestzeit des Vogtländers bei 13:49 Minuten. Unter Druck setzt er sich aber nicht. "Ich will in Berlin wieder eine Medaille holen und mich an die 13:22 herantasten. Die Norm selbst wird aber verdammt schwer", weiß er.

Für seine Frau Kristina Hendel war der Start beim Europacup in London am Samstag dagegen nicht nach Wunsch verlaufen. Die für ihr Heimatland Kroatien angetretene 23-Jährige blieb in 34:02 Minuten deutlich über der angestrebten Zeit unter 33 Minuten und belegte damit den 16. Platz im B-Lauf. Sie war zu Beginn hin und wieder in Rempeleien verwickelt und musste viel auf der zweiten Bahn laufen. Das kostete offenbar zu viel Kraft für die zweite Hälfte des Rennens.

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