Rekordfeld belohnt Lengenfelder Mühen

Schnellster beim 51. Göltzschtal-Marathon war der Potsdamer Stefan Hendtke. Auch zwei Vogtländer wurden zur kontaktlosen Siegerehrung gerufen.

Lengenfeld.

Die Verantwortlichen der Abteilung Leichtathletik des VfB Lengenfeld haben zur Rettung ihres 51. Göltzschtal-Marathons nichts dem Zufall überlassen. Sie haben gekämpft und ein entsprechendes Hygienekonzept erstellt, sodass sie zumindest die Marathon-Distanz ausschreiben konnten. Alle anderen Distanzen, auch die Landesmeisterschaft im Straßenlauf, die traditionell parallel zum Marathon in Lengenfeld ausgetragen wird, mussten abgesagt werden. Die Anzahl der Startplätze war auf 250 begrenzt und laut Anmeldung ausgeschöpft. Tatsächlich trugen sich am Samstag 209 Aktive - 173 Männer und 36 Frauen - in die Ergebnisliste ein.

Gesamtleiter René Weigel zog am Ende ein positives Resümee: "Vom Start weg hat alles gut funktioniert. Die Sportler haben sich diszipliniert verhalten, sodass wir nicht groß eingreifen mussten." Auf Urkunden und Siegerpokale mussten die Aktiven nicht verzichten - die Siegerehrung hat der VfB so gestaltet, dass diese kontaktlos ablaufen konnte.

Dass auf der Marathon-Distanz so viele Läufer starten, hatte es bis dato nicht gegeben. Da spielte den Lengenfeldern die Tatsache in die Karten, dass es in diesem Jahr keine großen Läufe gab. Der Gesamtsieger Stefan Hendtke vom SC Potsdam hatte über 17 Minuten Vorsprung auf den Zweiten und ist mit 2:28:27 Stunden nahe an den Streckenrekord herangelaufen, der bei 2:22:22 Stunden liegt und 1982 von Heiko Schinkitz aufgestellt wurde. Wäre Hendtke seine persönliche Bestzeit von 2:20:21 gelaufen, hätte er diesen Rekord geknackt. "Die Marathon-Distanz laufe ich öfter, aber in Lengenfeld war ich erstmals dabei. Es ist eine sehr schöne, aber auch eine sehr anspruchsvolle Strecke. Insgesamt war es eine super Veranstaltung", sagte der Sieger.

Thomas Ungethüm vom gastgebenden VfB Lengenfeld lief als schnellster Vogtländer und Gesamtzweiter nach 2:46:06 Stunden ins Ziel. "Es war ein gleichmäßiges Rennen und ein gewisses Taktieren dabei ab der zweiten Runde, da sich relativ viele für den dritten Platz angestellt haben. Hintenraus konnte ich mein Rennen gleichmäßig durchziehen und den zweiten Platz sicher nach Hause laufen", sagte Ungethüm. Mit der Zeit zeigt sich der Klingenthaler, der damit auch Sieger der Altersklasse Männer 40 bis 44 Jahre ist, zufrieden. Großen Respekt zollte Ungethüm den Organisatoren und Behörden, die den Lauf überhaupt ermöglicht haben: "Der Göltzschtal-Marathon scheint vorerst der letzte Lauf gewesen zu sein. Es muss eine Lösung gefunden werden, gerade auch für Kinder und Jugendliche, damit diese weiter ihren Sport treiben können."

Gesamtdritter wurde Gernot Pörner von der LG Exa Leipzig in 2:46:58 Stunden. Bei den Frauen lief Katrin Esefeld von der LG Mettenheim (Bayern) in 3:12:06 Stunden auf das Siegertreppchen. Die 38-Jährige war erstmals im Göltzschtal dabei: "Die Strecke ist sehr schön und anspruchsvoller als man denkt, weil der Rückweg doch stetig leicht bergauf geht." Ein Ziel hatte die Münchenerin nicht: "Ich mag Landschaftsläufe, und da habe ich geschaut, was es gibt. Ich wollte einfach in diesem Jahr noch einmal laufen."

Zweite bei den Frauen wurde Daniela Rusch aus Hoyerswerda in 3:20:28. Gesamtdritte und Siegerin der Altersklasse Frauen 50 bis 54 Jahre ist eine Vogtländerin: Anke Martin von der LSG Auerbach schaffte den langen Kanten in 3:28:30 Stunden und zeigte sich zufrieden mit der Zeit: "Für die Vorbereitung, die ich hatte, lief es gut. Ursprünglich wollte ich nur einen Halbmarathon laufen. Aber da dieser ausgefallen ist, habe ich mich kurzfristig entschlossen, den Marathon in Angriff zu nehmen. Dass der Lauf überhaupt gestartet werden konnte, finde ich beeindruckend. Die Arbeit, die dahintersteckt, davor ziehe ich den Hut."

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