Rückkehrer braucht noch Zeit

Zum erste Heimspiel des Jahres trifft Fußball-Regionalligist VfB Auerbach am Samstag, 13.30 Uhr auf Budissa Bautzen. Viele Hoffnungen ruhen auf Routinier Daniel Tarczal.

Auerbach.

Noch in der Hinrunde der Fußball-Regionalliga hatte Sven Köhler, der Coach des VfB Auerbach, eine entscheidende Lücke im zentralen Mittelfeld: Daniel Tarczal, sein Wunschspieler für die Position vor der Abwehr, verletzte sich in der Vorbereitung am Knie und fiel ein halbes Jahr lang aus. Die Lücke war nicht zu füllen, trotz ansprechender Punktzahl. Nun ist der 33-Jährige zurück im VfB-Team. Was aber bleibt, ist die Lücke. Denn bislang ist der Routinier noch nicht in alter Form. In Berlin verschuldete er vorigen Samstag - völlig ungewöhnlich - das 0:2.

Grund zur Sorge? Nein, sagt Sven Köhler. "Es ist doch ganz normal, dass er nach einem halben Jahr Pause noch nicht zu alter Form zurückgekehrt ist." Selbst an einem ehemaligen Erstligaprofi geht ein halbes Jahr ohne Spielpraxis nicht spurlos vorbei. "Ich bin mir aber sicher, dass er wieder zu seiner Form findet und der wichtige Spieler wird, der er für uns ist."

Eigentlich gleicht sich Tarczals Entwicklung der vor einem Jahr: Im Winter 2018 holte der VfB den Tschechen nach Auerbach. Auch damals benötigte er einige Wochen, um sich zurechtzufinden. Doch dann wurde Tarczal zum entscheidenden Spieler im Kampf um den Klassenerhalt. Er zog die Fäden im Mittelfeld, verteilte die Bälle mit viel Auge, lief die Lücken mit Cleverness zu. Ohne ihn, so heißt es oft im Auerbacher Umfeld, wäre der Klassenerhalt in der Vorsaison nicht so leicht zu holen gewesen.

Damit stiegen aber auch die Ansprüche. "Er kann nur zu alter Fitness über die Spielpraxis zurückkehren", sagt Köhler. In Halberstadt und beim Berliner AK bestritt der Routinier die ersten beiden Punktspiele in der laufenden Saison. Es ist also fest davon auszugehen, dass es noch einige Zeit braucht, ehe er wieder in alter Form ist und für die Stabilität sorgt. "Wir zweifeln aber keinen Prozentpunkt an ihm. Er wird zu alter Form zurückkommen", unterstreicht der VfB-Coach.

Und so dürfte Tarczal natürlich auch wieder zur Startelf gehören, wenn der VfB am morgigen Samstag, 13.30 Uhr gegen Budissa Bautzen das erste Regionalliga-Heimspiel des Jahres bestreitet. Und vielleicht kehrt ein weiterer wichtiger Baustein zum Erfolg zurück: Marcel Schlosser. In Berlin saß er mit Oberschenkelbeschwerden auf der Bank. "Diese Woche hat er voll mittrainiert", sagt Köhler. "Wir entscheiden aber kurzfristig, ob er spielen kann." Mit ihm wäre die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass Auerbach etwas mutiger nach vorn spielt als noch in Berlin. Dort wachten die Vogtländer erst nach dem 0:2 so richtig auf. "Defensiv haben wir nicht schlecht gespielt, offensiv erst nach dem 0:2", so der VfB-Trainer.

Allerdings ist Bautzen nicht der Berliner AK: Die Gäste aus Ostsachsen stehen punktgleich hinter Auerbach in der Tabelle, obwohl sie drei Spiele weniger absolviert haben. Der Verein wechselte vor einer Woche den Trainer aus: Auf Torsten Gütschow folgte Petrik Sander. Im ersten Spiel holte dieser gleich ein 0:0 gegen Rot-Weiß Erfurt. "Wenn ich die Stimmen dazu höre, dann haben die Bautzener mit viel Leidenschaft gespielt. Ein Trainerwechsel macht alle immer noch einmal wach. Zu Beginn herrscht meist eine unglaublich engagierte Stimmung", weiß Köhler. "Ich erwarte einen laufstarken, aggressiv verteidigenden Gegner. Es wird ein sehr intensives Spiel."

Auch die Rahmenbedingungen sprechen dafür. Das Wetter wird sehr frühlingshaft, der Platz ist tief, es ist Abstiegskampf. "Beide Mannschaften haben zwar auch fußballerische Qualitäten, aber es ist bei beiden Teams nicht die Hauptkomponente im Spiel", sagt Köhler. Und gerade in solchen Spielen ist einer gefragt, der im zentralen Mittelfeld die Ruhe und Übersicht behält. Einer wie Daniel Tarczal in Normalform.

Nachholtermine stehen fest Die Nachholspiele des VfB Auerbach gegen den Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt sind neu angesetzt. Beide Saisonhöhepunkte finden innerhalb einer Woche statt: Das Heimspiel gegen den CFC wurde auf Wunsch der Polizei vom März auf Mittwoch, 3. April, 19 Uhr verschoben. Eine Woche später, am 10. April, geht es 19 Uhr in Auerbach gegen den zweiten Drittliga-Absteiger, FC Rot-Weiß Erfurt.

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