Saisonabbruch? Plauener Vereine zeigen sich davon wenig begeistert

In der Mitteldeutschen Handball-Oberliga wird über den Fortgang des Spielbetriebs diskutiert. Ein Vorschlag aus Glauchau/Meerane findet bei Einheit und Oberlosa keine Unterstützung.

Plauen.

Soll die derzeit unterbrochene Saison in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga gänzlich abgebrochen werden? Mit diesem Vorschlag ist jetzt Mario Schuldes, der Trainer des HC Glauchau/Meerane an die Öffentlichkeit getreten. Der Glauchauer Coach begründet seine Auffassung folgendermaßen: "Selbst wenn die Punktspiele im April fortgesetzt werden könnten, wären einige Doppelspieltage an den Wochenenden erforderlich, um die Halbserie zu Ende zu bringen. Die Belastung würde auf Kosten der Spieler gehen."

Die Mannschaft des HC Glauchau/Meerane hat bisher erst fünf von insgesamt 16 Hinrundenpartien bestritten und liegt mit 2:8 Punkten auf dem 15. Platz des 17 Teams umfassenden Feldes. Der Mitteldeutsche Handball-Verband hat bereits verkündet, dass die Halbserie bis zum 30. Juni abgeschlossen sein muss. Um wenigstens die Hinrunde über die Bühne zu bringen, sei eine Fortsetzung der Punktspiele spätestens am Wochenende nach Ostern (10./11. April) erforderlich.

Den Vorschlag des westsächsischen Staffelkonkurrenten haben natürlich auch die beiden Plauener Oberligavereine registriert. Beim HC Einheit Plauen äußert man sich diplomatisch dazu: "Die Frage ist, welchen sportlichen Wert die Fortsetzung einer Saison hat, wenn vier Monate kein handballspezifisches Training stattfinden konnte", stellt Sabrina Lukas als geschäftsführender Vorstand voran. Sie moniert: "Wie sportlich fair ist es, wenn einige Mannschaften der Liga trotzdem trainieren konnten? Wir werden eine Zwei-Klassen-Gesellschaft vorfinden." Rein formal ist nach Ansicht von Sabrina Lukas die Fortsetzung einer Saison möglich. "Bei elf offenen Spielen aus der Hinrunde und einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs spätestens nach Ostern ist rechnerisch deren Durchführung ohne Doppelspieltage machbar. Es ist dann halt ein straffer Zeitplan. Die Forderung nach einem Saisonabbruch kann ich nachvollziehen. Ich würde mich aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht anschließen", positioniert sich Sabrina Lukas. Der HC Einheit steht mit 3:9 Zähler genau vor Glauchau/Meerane in der Tabelle.

Carsten Klaus vom SV 04 Oberlosa sieht das Ganze so: "Es ist doch ganz klar, dass ein Verein, der auf einem Abstiegsplatz steht, die Saison gerne abgebrochen bekommen würde. Das ist vollkommen verständlich", betont der Manager und Torwart des Tabellenführers (9:1 Punkte). Carsten Klaus ist dafür, für die aufstiegswilligen Vereine eine Aufstiegsrunde anzubieten mit Hin- und Rückspiel oder Finalturniere, in denen es in einem sportlichen Wettkampf genügend Spiele gibt, sodass sich keiner unfair behandelt fühlt. So würde die Aufstiegsfrage geklärt, während alle anderen Teams der Liga nicht mehr Gefahr laufen würden, abzusteigen. "Ich bin immer für zielführende Lösungen. So würde niemand benachteiligt", findet der Oberlosaer Funktionär.

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