Skiverein Mylau setzt lange Tradition fort

Mit dem Anwintern in Reichenbach haben die Alpin-Ski-Freunde dieser Tage die neue Saison eingeläutet. Zu den Höhepunkten des Winters gehört ein großer Ausflug.

Mylau/Reichenbach.

Die Reise und die Quartiere für März im österreichischen Defereggental sind schon lange gebucht. Auch im bevorstehenden Winter gehört der Ausflug ins dortige Skigebiet wieder zu den Höhepunkten im Vereinsleben des Skivereins Mylau. "Es gibt dort eine fünf Kilometer lange Talabfahrt", erzählt Peter Dietel mit glänzenden Augen. Er gehört mit Monika Dittrich zur Führungscrew des Vereins, an dessen Spitze seit 2010 Helga Neumann steht.

Das Trio hatte vor wenigen Tagen die 56 Vereinsmitglieder im Alter von 52 bis 81 Jahren zum traditionellen Anwintern in die Landschänke Reichenbach eingeladen und sich über eine gute Resonanz gefreut. Die nicht nur in Mylau, Netzschkau und Reichenbach, sondern auch in Chemnitz, Dresden und Leipzig beheimateten Skifahrer treffen sich im Winter meist im Skigebiet Bublava/ Schwaderbach, um gemeinsam dem Hobby zu frönen. Im Sommer stehen gemeinsame Wanderungen und Radtouren auf dem Programm.

Der Skiverein Mylau, der sich 2010 aus dem Vereinsregister löschen ließ und seitdem als freier Verein mit Vorstand und Statut weiterarbeitet, blickt auf eine lange Tradition zurück. Ursula Merkel, Peter Dietel und Wolfgang Viebahn haben die wichtigsten Fakten zur Vereinsgeschichte zusammengetragen und beim Anwintern einen Einblick in die Chronik gegeben.

Demnach wurde der Skiverein "Ski Heil" Mylau 1920 in der Felsenschänke gegründet, die auch bis 2013 als Vereinslokal diente. Der Verein weihte im Februar 1931 seine Bünauschanze in Mühlwand ein. Damals kamen 4000 Zuschauer. Etwa 1936/37 kam es zum Zusammenschluss der Sektion Reichenbach des Alpenvereins mit dem Skiverein Mylau. Damit verbunden war die Übernahme der Skihütte in Bublava/Schwaderbach auf der tschechischen Seite des Aschbergs.

Im Oktober 1945 wurde innerhalb der Mylauer Sportgemeinschaft die Sparte Wintersport mit 16 Mitgliedern wieder gegründet. Sie kam später unter das Dach der 1954 gegründeten BSG Fortschritt Mylau. Von diesem Zeitpunkt bis zum Oktober 2003 wirkte der Fuhrunternehmer Werner Schimpf als Vorsitzender. Zur Ausübung ihres Sports fanden die Mylauer in zwei Dachkammern des Forsthauses am Aschberg ihre Unterkunft. Auf Initiative von Werner Schimpf und Horst Vogel entstand 1968 an der sogenannten Wanne am Aschberg der erste Schlepplift in der DDR. Der Lift, der 250 Meter Länge hatte, wurde am Wochenende gegen geringe Gebühr von den Mylauern betrieben und in der Woche von der Kinder- und Jugendsportschule Klingenthal genutzt. Aus technischen Gründen musste er 1991 außer Betrieb gestellt und abgebaut werden.

Am Aschberg veranstalteten die Mylauer jährlich ihre Meisterschaften für Jugendliche und Erwachsene. Im Januar 1981 organisierten die Mylauer sogar die Kreiskinder- und Jugendspartakiaden in den Wintersportdisziplinen. 1984 gab es die Auszeichnung als "Vorbildliche Sektion". 1986 hatte die Sektion Ski 104 Mitglieder, davon ein Drittel Frauen sowie 30 Kinder und Jugendliche. Nach der Wende löste sich die BSG Fortschritt auf. Die Skisportler gründeten den Skiverein Mylau, der von 2003 bis 2009 von Reinhard Herold geführt wurde. (fp)

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