Sogar in Unterzahl war mehr drin

Fußball-Regionalliga: Auerbach unterliegt in Bautzen 0:1. Die ersten reden von Krise, dafür spielt der VfB jedoch zu gut.

Bautzen.

Von einer Krise ist schnell die Rede. Als die Auerbacher Regionalliga-Fußballer sich am Samstag nach einem 0:1 (0:0) bei Budissa Bautzen auf den Weg ins Vogtland machten, mussten sie beim MDR lesen: "Budissa schießt Auerbach in die Krise". Starker Tobak. Denn trotz nicht berauschender Ergebnisse - die Auerbacher können sich wie schon in Chemnitz und daheim gegen den Berliner AK nicht vorwerfen lassen, verdient verloren zu haben. Im Gegenteil: Auch in Bautzen war Auerbach das bessere Team. "Fußball ist ein Ergebnissport", sagte Budissa-Trainer Torsten Gütschow nach der Partie.

Damit meinte der Ex-Dynamo aber eher sein eigenes Team. Zeigten die Gastgeber doch einen extrem schwachen Auftritt. Den schwächsten der Saison, das gab selbst Gütschow zu. Bautzen war an diesem Tag (locker) schlagbar, dass selbst in Unterzahl mindestens ein Punkt hätte herausspringen müssen. Die Schlussoffensive brachte aber - bis auf elf verteidigende Bautzener im eigenen Strafraum - nichts ein. Das Tor wollte einfach nicht fallen.

Der Knackpunkt des Spiels lag in der ersten Halbzeit. In der 41. Minute sah Marcin Sieber Gelb-Rot. Er bekam beide Kartons nach Foulspielen, die Bautzen eines klaren Vorteils beraubten. Hart für den VfB: Es waren die einzigen offensiven Bautzener Szenen im ersten Abschnitt. Und diese beiden Male musste Sieber derart eingreifen. "Bei der zweiten Gelben hätte ich vielleicht etwas mehr Fingerspitzengefühl erwartet", wertete Sven Köhler. Aber der VfB-Coach wusste: Beide Verwarnungen waren berechtigt. "Dass ich nach nur zwei Fouls raus muss, ist schon komisch", sagte der Sünder. "Aber es ist einfach nicht meine Woche." Schon beim 2:3 gegen Berlin sah die Defensive nicht gut aus, und in der Woche hatte Sieber aufgrund einer Autopanne Probleme, zum Training zu kommen.

Aber nicht nur Marcin Sieber klebt das Pech an den Stiefeln. Die Offensive hätte die Partie bereits vor der Pause entscheiden können. Die dickste Auerbacher Chance hatte Marc-Philipp Zimmermann, der allein vor dem ehemaligen Auerbacher Keeper Maik Ebersbach fast alles richtig machte, den Ball über ihn hob, aber nur die Latte traf. Vielleicht hätte er - statt zum Jubel abzudrehen - nachsetzen sollen und den Abpraller noch über die Linie drücken können. Auch diese Aktion passte irgendwie ins Bild.

Und so kam es nach der Pause schnell knüppeldick. In den besten zehn Minuten der Hausherren kassierte Auerbach unglücklich nach einem Freistoß den Rückstand - und rannte im Anschluss in Unterzahl dem Rückstand hinterher. Dass sich für die Hausherren einige Konterchancen auftaten, war die logische Folge. Aber auch diese vertändelten die Ostsachsen zum Teil kläglich, sodass der VfB dies hätte eigentlich bestrafen müssen. Doch im Abschluss hapert es derzeit bei den Gelb-Schwarzen, so dass sie erneut mit leeren Händen dastanden.

"Es tut schon weh", gestand Sven Köhler offen. Zumal sein Team damit bei fünf Punkten stehen bleibt. Belohnt sich der VfB am Samstag gegen Lok Leipzig, 13.30 Uhr im eigenen Stadion nicht einmal für sein gutes Spiel, dann trifft der Begriff "Krise" allmählich zu. Noch scheint es dazu aber verfrüht. (masc)

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