Sport gibt den Rhythmus vor

Die Leichtathletik bestimmt viel im Leben von Brit Schröter. 26 internationale Medaillen sind dafür der Lohn. Mit dem Sieg bei der Vogtlandsportlerwahl hatte sie trotzdem nicht gerechnet.

Reichenbach.

Ein ganz klein wenig ist Brit Schröter auch froh, dass die Sportgala in diesem Jahr coronabedingt ausfallen musste. Denn im Rampenlicht steht die zierliche Leichtathletin vom LAV Reichenbach ungern. "Auch wenn der Rahmen der Gala immer sehr schön ist, hätte ich auf der Bühne bestimmt kaum ein Wort rausgebracht", sagt die 46-Jährige. Und sie hätte auf jeden Fall reden müssen, denn bei der Wahl der Vogtlandsportler 2019 ging der Sieg bei den Frauen diesmal an die Reichenbacherin.

Zu Buche standen für die LAV-Athletin, die sich seit 2007 dem Gehen verschrieben hat, im Vorjahr zahlreiche Erfolge. Bei der Weltmeisterschaft im polnischen Torun gewann sie Gold über 3000 Meter Bahngehen und im Team Silber über zehn Kilometer. Zudem feierte sie Siege auf nationaler Ebene. Ihre Erfolgsbilanz weist mittlerweile 13 Deutsche Meistertitel und 26 internationale Medaillen auf. 2020 kamen aufgrund von Corona keine hinzu. Beim einzig hochkarätigen Wettkampf, der Deutschen Meisterschaft Anfang März in Erfurt, ging Brit Schröter nicht an den Start. Die Europameisterschaft in Portugal fiel aus. "Für die Motivation ist es schon schwierig, wenn so wenig stattfindet. Wir wissen im Moment auch gar nicht, was im Winter kommt", sagt Brit Schröter, deren Lieblingsdistanz die 3000 Meter Bahngehen in der Halle sind.

Schon als Jugendliche kam Brit Schröter zur Leichtathletik und zum Laufen. Damals stand der Leistungsgedanke nicht im Mittelpunkt. Als später Zwillingsschwester Bianca mit dem Gehen begann, anschließend auch die Kinder und Ehemann Uwe, war der erste eigene Wettkampfstart irgendwann fast zwangsläufig. "Das war in Erfurt. Die Ausdauer war im Vorfeld nicht das Problem. Es braucht aber einiges an Übung für die Kniestreckung, die das Wichtigste beim Gehen ist. Dafür muss man zum Beispiel viel Gymnastik machen, um beweglich zu sein", erklärt Brit Schröter. Dass sie dem Sport dann über all die Jahre treu blieb, hängt nicht nur mit der eigenen familiären Unterstützung zusammen. Auch die Geher seien eine große Familie: "Außer bei den Meisterschaften starten von den Kindern bis zu den Erwachsenen alle zusammen bei den Wettkämpfen. Der Zusammenhalt untereinander ist einfach schön."

Um auch international vorn dabei sein zu können, trainiert die gelernte Heilerziehungspflegerin vier- bis fünfmal pro Woche. Vor internationalen Meisterschaften sind es sogar sechs Einheiten. Damit dass zeitlich funktioniert, muss alles passen. "Unser Familienleben richtet sich nach dem Sport. Es gibt einen ziemlich kompakten Zeitplan, unerwartete Ereignisse sind unter der Woche eigentlich nicht machbar. Das geht schon mit Arztterminen los", erzählt Brit Schröter, die dabei ganz auf die Unterstützung von Ehemann Uwe bauen kann. Der ist immerhin selbst als Geher aktiv und als Vorsitzender des LAV Reichenbach ebenfalls stark eingebunden im Sport. "Ich kümmere mich im Verein zudem um die Altersklasse U 12. Von den Kindern kommt einfach so viel zurück, das macht die Arbeit sehr schön", betont sie, die die Leidenschaft für den Sport auch bei ihrer Arbeit ein Stück weit an die Jüngsten weitergibt. Im Reichenbacher Kindergarten Pfiffiküsse war daher die Freude über die Ehrung als Vogtlandsportlerin ebenso groß. "Ich denke, die Kinder haben gemeinsam mit ihren Eltern kräftig mit abgestimmt. Ich wollte das eigentlich gar nicht so publik machen mit der Nominierung, aber meine Chefin sagte, ich soll ruhig einen Zettel an die Pinnwand hängen. Sie steht auch sonst voll hinter mit", erzählt Brit Schröter.

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