Staffelstab geht an nächste Generation

Nach dem Jubiläum ist Schluss: Reiner Milek gibt die Verantwortung für den Lengenfelder Göltzschtal-Marathon ab. Deutschlands dienstältester Organisationschef weiß sein Amt in guten Händen.

Lengenfeld.

Ein kleines Stück Rundholz mit der Aufschrift "Göltzschtal-Marathon" hat am Samstag im Lengenfelder Stadion den Besitzer gewechselt. Ein Akt mit symbolischer Bedeutung: Nachdem die 50.Auflage des drittältesten Marathons Deutschlands mit 658 Läufern einen Teilnehmerrekord erzielt hatte, gab Reiner Milek vom VfBLengenfeld den Staffelstab für die Gesamtleitung nach 48 Jahren weiter. Mit seinem 76 Jahren war der Lengenfelder der dienstälteste Gesamtleiter eines Marathonlaufes in Deutschland. In seine Fußstapfen tritt jetzt René Weigel, ein Quereinsteiger in der Leichtathletik, der ursprünglich Volleyballer war.

Der 52-jährige Lengenfelder ist Fertigungsleiter in einer Metallbaufirma und weiß, was auf ihn zukommt: "Erste Erfahrungen mit dem Marathon habe ich beim Rennsteiglauf gesammelt." Zu seiner neuen Aufgabe sagt Weigel: "Es ist schon eine lange Strecke, die Reiner Milek absolviert hat, und es ist sicher nicht einfach, die Aufgaben so weiter zu erfüllen. Vielleicht macht man einiges anders. Das wird man dann im Lauf der Zeit sehen. Es wird auf jeden Fall wie gewohnt weitergehen." Die Lengenfelder seien jetzt nach der Stadionsanierung in der komfortablen Situation, eine moderne Sportanlage zu haben, in der man das Laufen noch einmal neu erfinden kann, so Weigel.

Reiner Mileks Marathon-Bestzeit steht bei 2:55 Stunden, die über 100Kilometer bei 9:11 Stunden. Er war Bezirksmeister der Junioren über 800 Meter. Auf dieser Kurzstrecke kratzte er dereinst an der Zwei-Minuten-Marke. Sein persönlicher Rekord liegt bei 2:00,9 Minuten. Neben denen eigenen sportlichen Aktivitäten war Reiner Milek 15 Jahre lang auch Trainer. Vereinsmitglied ist Milek seit 1956, später übernahm er das Amt des stellvertretenden Sektionsleiters Leichtathletik beim VfB Lengenfeld. Nachdem Wolfgang Buchwald, der den Göltzschtal-Marathon 1968 ins Leben gerufen hatte, nach Leipzig ging, übernahm Milek von ihm den Vorsitz, ebenso die Leitung des Kreisverbandes und die Gesamtleitung des Göltzschtal-Marathons. "Auch wenn ich gern 50 Jahre Gesamtleitung vollgemacht hätte, bin ich froh, dass ich einen würdigen Nachfolger gefunden habe. Bei den anderen beiden Funktionen bin ich noch auf der Suche." Wenn Reiner Milek zurückschaut, so erinnert er sich an einen besonderen Höhepunkt: Im Oktober 1987 haben die Lengenfelder im Rahmen ihres Laufes die DDR-Meisterschaft der Alterssportler im Marathonlauf ausgerichtet. Über 400 Läufer gingen damals auf die Strecke.

Reiner Milek betont immer wieder das gute Zusammenwirken aller im Team, ohne die es nicht funktionieren würde. Gemeinsam habe man es die ganzen Jahre geschafft, beste Bedingungen für die Aktiven zu schaffen. Mit René Weigel habe er für die Gesamtleitung des Marathons einen absolut zuverlässigen Nachfolger gefunden. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass er die Veranstaltung weiterführt im Sinne aller Lengenfelder Leichtathleten", sagt Milek als scheidender Organisationschef.

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