SV 04 hinkt Anspruch hinterher

Der HC Einheit Plauen hat das 18:18-Unentschieden im Handballderby der Mitteldeutschen Oberliga wie einen Sieg gefeiert. Vor der Partie wurde das Oberlosaer Team geehrt.

Plauen.

Vor dem mit Spannung erwarteten Plauener Handballderby wurde die Mannschaft des SV 04 Oberlosa für ihre Leistungen im vergangenen Jahr geehrt. Bei der Vogtlandsportlerwahl belegten die Oberlosaer den ersten Platz und erhielten vor Anpfiff die Auszeichnung als "Mannschaft des Jahres 2019".

Nach über einem halben Jahr Viruspause gab es in Plauen endlich wieder einmal ein Handball-Punktspiel vor Zuschauern. Und der HC Einheit Plauen schaffte nach acht Derby-Niederlagen in Folge ein starkes 18:18-Unentschieden bei einem Meisterschafts-Mitfavoriten. Eigentlich hätten alle zufrieden sein können. Aber so war es natürlich nicht. Beim Gastgeber spürte man die Enttäuschung. "Wir können deutlich mehr und hatten den neunten Derbysieg in Folge vor Augen", sprach der Oberlosaer Assistenztrainer Richard Wander das aus, was alle Schwarz-Gelben dachten. Wer aber den Spielverlauf zusammenfasste, der unterschreibt zugleich auch den Abschlusskommentar von SV-Torwart Carsten Klaus: "Wir müssen unter Coronabedingungen sechs Neuzugänge etablieren und es läuft bei uns noch lange nicht rund. Unter diesen Umständen bin ich froh, dass wir das Derby zum neunten Mal in Folge nicht verloren haben gegen eine bärenstarke Einheit."

Und was sagten die heimlichen Gewinner des Saisonauftaktes? "Erst einmal gar nichts. Das müssen wir jetzt erstmal wirken lassen", ballten die Gäste ihre Fäuste. Einheit mischte in der Kurt-Helbig-Sporthalle nicht nur mit. Der HCE wendete nach Rückständen immer wieder das Blatt. So führte Oberlosa bereits mit 5:2 (12.), um dann mit 6:8 (21.) und 8:10 (26.) ins Hintertreffen zu geraten. "Wir hätten mit drei, vier Toren Vorsprung in die Pause gehen können", ärgerte sich Einheit-Rückkehrer Marc Multhauf.

In der Tat: Einheit streute immer wieder Sand ins Getriebe der "Nullvierer", die im Vorwärtsgang zudem auch noch mit sich selbst schwer beschäftigt waren. "Wir haben bestimmt 15 eigene Fehler verbucht. Das ist deutlich zu viel", räumte SV-Trainer Petr Hazl ein. Die hochkarätigen Zugänge blieben blass und sorgten sogar gelegentlich für Ballverluste der Schwarz-Gelben.

Einheit-Coach Jan Richter und dessen neuer Assistent Heiko Schuster hatten hingegen eine Truppe auf die Platte geschickt, die im zweiten Durchgang eben nicht kräftemäßig zusammenbrach. Darauf hatte manch einer auf der Gegenseite gehofft. Bis zur 55. Minute lag Oberlosa mit einem Tor vorn. Die geringe Trefferquote auf beiden Seiten war dabei das Ergebnis zahlreicher Fehler, aber auch guter Abwehrarbeit. Mit einem Doppelschlag schockte Marc Multhauf den Gastgeber, der 4:33 Minuten vor Schluss urplötzlich mit 16:17 zurücklag. Zwar antworteten die Oberlosaer Neuzugänge Jan Skalda und Ladislav Brykner mit der Wende zum 18:17, doch danach scheiterte der SV 04 an sich selbst. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Multhauf zum verdienten und letztlich auch gerechten 18:18-Endstand.

StatistikOberlosa: Klaus, Raupach - Jusys, Wetzel (5 Tore /davon 3 Siebenmeter), L. Roth, Skalda (2/1), Trommer-Ernst (3), Brykner (2), Richter, Duschek (2), Hertel (2), Kolomaznik, Rahn (2), Kucharik; HCE Plauen: Misar, Pour - Kveton, Model (1), Gemeinhardt, Krüger (3/1), Fort (1), Roth (2), Broz, Multhauf (10/5), Zbiral, Dolak (1).

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