Tag der offenen Tür beim VFC: 18 Chancen, aber 2:3 verloren

Rund 600 Zuschauer im Vogtlandstadion trauten beim Punktspiel der Fußball-Oberliga ihren Augen kaum. Sie sahen überlegene Plauener, die am Ende dennoch mit betretenen Mienen vom Platz gingen.

Plauen.

Kein goldener Herbst, sondern graue Oberliga-Tristesse erwartet den VFC Plauen, wenn er nach dem 2:3 (2:1)-Heimspiel-Schock gegen den FSV Barleben nicht ganz schnell zurück in die Erfolgsspur findet. Dass die Plauener am Sonntag phasenweise Spitzenfußball spielten, bestätigte nach dem Schlusspfiff sogar Gästetrainer Mario Middendorf: "Der VFC war um ein Vielfaches stärker als wir. Das war ein sehr, sehr glücklicher Sieg."

Die Barlebener Glücksgefühle konnte man verstehen. Denn der VFC brachte es auf ein Chancenplus von 18:4, auf 12:4 Ecken "und auf eine Ballbesitzquote von 80 Prozent. Wir haben bestimmt 25-mal aufs Tor geschossen. Und trotzdem waren wir nicht energisch genug. Sonst wäre ja mehr aus dieser Überlegenheit geworden", so der Plauener Trainer Nico Quade. Aus neutraler Sicht bleibt eines festzuhalten: Bei so einem Spielverlauf kommt es vermutlich in 20 Fällen nur einmal zu diesem Endergebnis. "Das kann sein. Es ist aber keine Entschuldigung. Wir haben heute vom Ergebnis her versagt", stellte Kapitän Stefan Schumann fest.

Schon zu Beginn erlebte das Publikum die verkehrte Fußballwelt. Patrick Grandner (10.), Philipp Röhr (15., 19.) und Sebastian Hauck (17.) erarbeiteten sich vier Großchancen. Statt 1:0 für Plauen stand es aber urplötzlich 0:1. FSV-Alleinunterhalter Denny Piele (19.) traf ohne Gegenwehr oder Körperkontakt aus zentraler Position zur Barlebener Führung.

Der VFC schien das Signal verstanden zu haben. Schnell wendeten Patrick Grandner (26.) mit gefühlvollem Heber und Philipp Dartsch (32.) per wuchtigem Kopfball das Blatt. Danach scheiterten Hauck (35.), Röhr (39.), Alexander Morosow (42.) und Aleksandrs Guzlajevs (50.) am überragenden FSV-Keeper Florian Stränsch. Und so war es möglich, dass Barleben-Stürmer Piele (58., 71.) tatsächlich auch die Gäste-Chancen Nummer 2 und 3 zur erneuten Führung nutzen konnte.

"Das war wie verhext. Völlig verrückt", sagte VFC-Turboflitzer Alexander Morosow nach dem Abpfiff kopfschüttelnd. Das anschließende Plauener Anrennen brachte nichts mehr außer vier vergebenen Großchancen. Anstatt Platz 5 mit Blick nach oben rangiert der VFC als Neunter nun in der unteren Hälfte.

Plauen: Kallisch - Kamaraj, Dartsch, Schumann, Guzlajevs (76. Zimmermann) - Varnhagen - Morosow, Röhr, Grandner - Schindler (71. Franjic) - Hauck. Tore: 0:1 Piele (19.), 1:1 Grandner (25.), 2:1 Dartsch (32.), 2:2, 2:3 Piele (58., 71.). SR: Götze (Arnstadt). Zus.: 597.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...