Tolle Blicke aufs vogtländische Meer von allen Seiten

Einen Boom erlebt derzeit der Freizeit-Radsport. Das Vogtland hat dafür sehr reizvolle Strecken zu bieten. "Freie Presse" stellt einige vor. Heute: Rund um die Talsperre Pöhl.

Pöhl.

Mit einer Länge von sieben und einer Breite von zwei Kilometern ist die Talsperre Pöhl die drittgrößte in Sachsen. Sie wurde 1964 eingeweiht und ist heute ein Touristenmagnet im Vogtland, der per Rad über zwei Wege erkundet werden. Beide Touren umfassen eine Strecke von ungefähr 20 Kilometern und haben nur geringe Abweichungen. Da es ein Rundweg ist, hat man den Vorteil, sich einen schönen Ausgangspunkt zu suchen. Der Campingplatz Gunzenberg ist dafür zu empfehlen oder der Wanderparkplatz nahe der Schlosshalbinsel.

Am Campingplatz startend, empfiehlt es sich, entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren, um sich das Highlight - den Blick von der Staumauer - bis zuletzt aufzuheben. Dafür sollte man dem offiziellen Radweg folgen, der entspannt auf einer separaten Spur abseits der Straße entlang bis Möschwitz führt. Dort wechselt man dann auf die Straße, auf der eine Radspur aufgezeichnet ist. Nach wenigen Metern ist nach links abzubiegen, entsprechende Wegweiser sind vorhanden. Dann hat man bereits den schwierigsten Anstieg vor sich, denn bis zum Golfplatz geht es viel bergauf, jedoch nicht sehr steil.

Nach dem Gasthof Voigtsgrün folgt man den Wegweisern nach links und an der nächsten Kreuzung erneut. So geht es Richtung Altensalz. Von dort aus hat man bereits einen herrlichen Blick auf einen Teil der Talsperre und ihre Vorsperren. Im Ort geht es dann rechts die Dorfstraße entlang. Für die offizielle Route folgt man dem Radweg nach der Autobahnunterführung nach links. Dort kommt die erste Brücke über die Vorsperre Neuensalz, von der aus man zwar einen herrlichen Blick hat, an deren Ende aber Treppen zu bewältigen sind. Wieder oben auf dem Weg angekommen, muss man die Augen offen halten, um den Radwegweisern immer zu folgen. Kurze Zeit später folgt die nächste Brücke, bei der viele Leute unsicher sind, da ein Sperrschild für Radfahrer angebracht ist. Jedoch wurde von offizieller Seite bestätigt, dass der Radweg über diese Brücke führt. Danach warten erneut zahlreiche Treppen, über die man sein Fahrrad tragen muss. Danach kommt ein kleines Stück über unbefestigten Untergrund, bevor man nahe des Friedhofs von Thoßfell herauskommt. Dort ist den Radschildern zu folgen, weiter geht es über den "Weg zu den Gärten" bis zur Hauptstraße. Hier fehlt definitiv eine klare Ausschilderung, jedoch muss man nach links abbiegen und nach ein paar Metern ebenfalls links Richtung Gansgrün fahren.

Wer sein Fahrrad nicht über die Treppen tragen will, kann in Altensalz alternativ der Straße folgen und kommt in Neuensalz auf die Hauptstraße (B 173). Dieser folgt man dann einfach geradeaus, hat eine schöne Überquerung der Talsperre kurz vor dem Ortseingang, bis man ebenfalls in Thoßfell an der Abzweigung nach Gansgrün kommt.

Ab hier verlaufen beide Strecken absolut identisch. Es geht die Straße entlang bis Gansgrün, wo man den kleinen Ort schnell durchfährt und weiter Richtung Helmsgrün steuert. Unterwegs kann man die weite Landschaft genießen und Tempo aufnehmen. Im Sommer sollte man an Sonnencreme denken, denn Schatten gibt es hier kaum. Wenn man Helmsgrün verlässt, geht es bis zum Abzweig zur Schlosshalbinsel etwas bergan, sodass die Beine wieder etwas gefordert werden. Im Sommer ist als Abstecher die Schlosshalbinsel zu empfehlen, denn dort lässt es sich schön ins Wasser gehen, schwimmen oder ein Eis genießen.

Der Radweg führt auf der Straße bis zur Kreuzung Neudörfel, wo man sich links hält, um den Rundweg fortzuführen. Nach dem neu gestalteten Freizeitgarten kann man dann als Radfahrer auf den Fußweg wechseln. Auf der Staumauer sollte man sich die Zeit nehmen, den wunderschönen Blick auf die "Costa Pöhla" zu genießen. Die Tour führt dann am Kletterpark und dem Strandbad vorbei, immer auf dem eigentlichen Talsperrenrundwanderweg entlang, den man jedoch hier auch als Radfahrer nutzen kann. So hat man auf den letzten Metern bis zum Campingplatz die Talsperre Pöhl an seiner Seite.

1Kommentare

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    BuboBubo
    09.07.2020

    Der Versuch, hier etwas schön zu beschreiben, ist aller Ehren wert. Die Wahrheit jedoch ist: Es gibt keinen Talsperren-Rundweg für Radfahrer, der diesen Titel verdient hätte. Die Touristiker der Region haben zwar viel davon geredet, aber herausgekommen ist dabei bisher absolut nichts. Man kann am Südwestufer des Stausees auf einem Rundwanderweg auch mit dem Rad fahren, muss aber besonders an schmalen Stellen immer auf Fußgänger achten. Die hier beschriebene Alternative über die Straße nach Voigtsgrün ist insbesondere während der Urlaubszeit kein Genuss. Die schmale Straße und der massive Autoverkehr machen die Radpartie für Erwachsene zu einer ungemütlichen Tortur und für Familien mit Kindern zu einem gefährlichen Experiment. Die im Artikel beschriebenen Handicaps über die Vorsperren mit ihren Treppen und die fehlende Wegweisung mindern die Attraktivität der Route zusätzlich. Auch auf den Straßen um Gansgrün und Helmsgrün vermisst man jeglichen Schutz für Radfahrer vor dem besonders im Sommer sehr regen motorisierten Verkehr.
    Insgesamt beschert eine Rundfahrt um die Talsperre Pöhl dem hiesigen Tourismus-Management nur ein weiteres ärgerliches Zeugnis für dessen Unfähigkeit, umweltverträglichen Fahrradverkehr zu fördern.