Torwart freut sich auf den Konkurrenzkampf in New York

Zwei Jahre war Gianmarco Serio die Nummer 1 bei den Wasserballern des SVV Plauen. Jetzt hat sich der 20-Jährige einen großen Traum erfüllt.

Plauen/New York.

Das Pensum hat es in sich: 32 Spiele in elf Wochen stehen für die Wasserballer des St. Francis College in diesem Herbst an. Kein Wunder also, dass allein vier Torwarte zum Kader des Teams aus New York gehören. Einer von ihnen ist Gianmarco Serio, der bisher fester Bestandteil des Bundesligateams des SVV Plauen war. Dank eines Sportstipendiums wohnt der 20-Jährige seit Mitte August in New York. "Ich habe mich gut eingelebt, auch wenn die erste Zeit anstrengend war. Wir trainieren zweimal am Tag, morgens anderthalb Stunden im Kraftraum, nachmittags drei Stunden im Wasser. Das ist schon ein anderes Pensum als in Plauen."

Der Gedanke, nach dem Abitur den Schritt ins Ausland zu wagen, reifte im vergangenen Jahr beim gebürtigen Leipziger. Nach einem EM-Qualifikationsturnier mit der U-19-Nationalmannschaft sprach ihn eine Agentur, die Sportstipendien in den USA vermittelt, an: "Sie haben mich beraten und schließlich den Kontakt zum Trainer von St. Francis hergestellt. In den Telefonaten hat sich schnell gezeigt, dass das auch menschlich passt." Für die Aufnahme am College, wo Serio neben dem Sport Kriminologie studiert, musste er zudem Sprachtests absolvieren. Die Entscheidung für New York fiel dem 20-Jährigen nicht schwer, denn er konnte sich so gleich mehrere Wünsch erfüllen. "Neben der Chance, Sport und Studium aufeinander abgestimmt zu absolvieren, wollte ich gerne mal längere Zeit im Ausland verbringen und einfach Erfahrungen sammeln", sagt Gianmarco Serio.

Ganz auf sich allein gestellt zu sein, ist nichts Neues für den 20-Jährigen. Mit 13 wechselte er aus seiner Heimatstadt Leipzig für den Wasserball nach Chemnitz an die Sportschule, wurde dort im Nachwuchs unter anderem Deutscher Meister. 2014 schloss er sich der U-17-Mannschaft des SVV Plauen an, zog ein Jahr später schließlich in eine Wohngemeinschaft im Vogtland. Nach vielen Einsätzen im Nachwuchs und in der zweiten Mannschaft erhielt er 2017 nach dem Weggang des Ungarn Mihaly Peterfy das Vertrauen, sich als Nummer 1 des Männerteams zu beweisen. Das zahlte er mit konstant guten Leistungen zurück. Dass sich der Verein im Frühjahr entschloss, die Mannschaft aus der Bundesliga zurückzuziehen, kann Serio ein Stück weit verstehen. Für ihn selbst machte es die Entscheidung für den Wechsel in die USA ein wenig leichter. "Es ist aber natürlich schade für das Umfeld und die tollen Fans. Mich ärgert es ein wenig, dass es trotz Qualifikation ein Europacupstart leider nicht machbar war", sagt Serio.

Was ihn in der College-Liga sportlich erwartet, darüber hat sich der 20-Jährige bei einem Wasserballer aus Berlin informiert. Der sei selbst am St. Francis gewesen und habe das Niveau mit dem der B-Gruppe der Bundesliga verglichen. Wo er selbst im Vergleich zu seinen drei Torwart-Kollegen steht, dazu hingegen kann Gianmarco Serio noch wenig sagen: "Wir haben vor ein paar Tagen erst mit dem Schusstraining angefangen. Aber ich freue mich auf jeden Fall auf den Konkurrenzkampf."

Am Wochenende stand für seine Mannschaft das erste Vorbereitungsturnier an. Mit drei Siegen und einer Niederlage startete das Team beim Bruno Invitational so gut in die Saison wie zuletzt 2010. "Der Coach hat uns Torhüter immer eine Halbzeit spielen lassen. Ich konnte viele Schüsse halten und habe von ihm auch die Rückmeldung bekommen, dass er zufrieden war mit meiner Leistung", sagt Serio.

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