Treuen verliert trotz dreimaliger Führung

Der SV Merkur Oelsnitz siegt im Derby der Fußball-Landesklasse 4:3. Der Reichenbacher FC gibt nach einem 1:1 gegen Aufsteiger Thalheim die Tabellenführung ab.

Oelsnitz/Reichenbach.

Der FSV Treuen kommt nicht aus dem Keller der Fußball-Landesklasse. Nach dem 3:4 (2:1) am Sonntag im Derby bei Merkur Oelsnitz steht Treuen weiter mit zwei Zählern auf dem vorletzten Platz. Für den Reichenbacher FC reichte es gegen Aufsteiger Tanne Thalheim trotz Überzahl nur zu einem 1:1 (0:0). Der RFC (14 Punkte) wurde so von Rapid Chemnitz (15) von der Tabellenspitze verdrängt.

SV Merkur Oelsnitz - FSV Treuen 4:3 (1:2): Die Zuschauer sahen ein spektakuläres Spiel, das durchaus auch 7:7 hätte ausgehen können. Den Anfang machte Merkur-Stürmer Schuch mit einem Pfostenschuss (9. Minute). Der 35-Jährige war mit seiner enormen Laufleistung überragender Akteur beim Gastgeber. Die Führung fiel aber auf der anderen Seite. Der schnelle Dolle scheiterte zunächst an Keeper Thoß (22.), wenig später musste er nach Querpass von Mierendorf nur noch den Ball über die Torlinie befördern. Hofmann vergab den möglichen Ausgleich, der Persigehl nach Einwurf und Schuchs Kopfballverlängerung gelang. Nach lehrbuchreifem Angriff erzielte Weiß das 2:1 für Treuen. Oelsnitz war mit dem 1:2 zur Pause gut bedient. Torhüter Thoß und der Pfosten hatten einen höheren Rückstand verhindert. Gleich nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse. Oehm wurde von Schuch an der Strafraumlinie glänzend frei gespielt und sah, dass FSV-Keeper Rausch zu weit vor dem Tor steht. Sein Lupfer zum 2:2 war eine Augenweide (49.). Merkur hatte die Führung zweimal auf dem Fuß, doch Hofmann (Pfosten) und Schuch (über das Tor) hatten kein Glück. Dafür aber Mierendorf auf der anderen Seite. Der beste Spieler auf dem Platz krönte seine Leistung mit der erneuten Führung für Treuen. Da er aber später genau wie Dolle gleich zweimal das Oelsnitzer Gehäuse um Zentimeter verfehlte, gelang der Heimelf mit großer Moral noch die Wende. Oehm nach Zuspiel von Schuch (67.) und Persigehl, dessen Schuss von Nils Rausch noch unglücklich abgefälscht wurde (75.), trafen zum 4:3-Endstand. Merkur-Trainer Robby Zimmermann atmete auf: "Die erste Hälfte war nicht gut von uns. Wir wussten um die Qualität der Treuener Offensivspieler und fanden keine Mittel dagegen. Der Sieg war glücklich." Treuens Trainer Silvio Wolter war enttäuscht: "Wer auswärts drei Tore erzielt und so viele hochkarätige Chancen liegenlässt, darf nicht als Verlierer vom Platz gehen."

Oelsnitz: Thoß - Persigehl, Heydeck, Baumann (68. Röhling), Hofmann (87. Spitzner), Winkler, Oehm, Hartung, Steinel (76. Prang), Schuch, Schreiner. Treuen: T. Rausch - Gruner, Scharschmidt, Mussago, Meyer, Dolle, Weiß, Drehmann, Bitterbier, Mierendorf, N. Rausch. Tore: 0:1 Dolle (24.), 1:1 Persigehl (31.), 1:2 Weiß (39.), 2:2 Oehm (49.), 2:3 Mierendorf (62.), 3:3 Oehm (67.), 4:3 Persigehl (76.). SR: Meiner (Chemnitz). Zuschauer: 123

Reichenbacher FC - SV Tanne Thalheim 1:1 (0:0): Zum sechsten Mal ist der RFC seit dem Saisonstart ungeschlagen geblieben, das schaffte er in der Landesklasse noch nie. Doch fühlte sich das 1:1 gegen Wiederaufsteiger SV Tanne Thalheim wie eine Niederlage an. Die Reichenbacher verstanden es nicht, eine Führung in personeller Überzahl über die Runden zu bringen, weil es trotz Einbahnstraßenfußball in Halbzeit 2 nur einmal im Gästekasten klingelte. Kulminationspunkt der Partie war die 71. Minute, als der eingewechselte Kummer, von Horn freigespielt, den Ball frei einlaufend statt über die Linie an den rechten Pfosten setzte und damit die Vorentscheidung verpasste. Die bis dahin in der eigenen Hälfte gebundenen Gäste kamen gegen Ende noch einmal auf. Einer ihrer wenigen Nadelstiche brachte den Ausgleich. Neubert setzte sich auf der rechten Außenbahn in Szene, passte nach innen, wo Wendler die Kugel in die Maschen setzte. Irgendwie flutschte es diesmal in der Offensive bei den Hausherren nicht wie sonst. Das Fehlen der verletzt pausierenden Tempomacher Pascal Kästner und Schmelzer, der später eingewechselt wurde, war unübersehbar. Es fehlte vor der Pause die Bewegung, lange Bälle verpufften auf den Außen, der Finalpass kam zu ungenau. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn Rosenmüllers Kopfball den Weg ins Netz statt an den Querbalken gefunden hätte (6.). Wenig später war auch Tanne der Führung nahe. Grasses Versuch aus spitzem Winkel zischte knapp am Pfosten vorbei. Mit Wiederbeginn drückte der RFC, doch Großchancen blieben aus, ehe ein genialer Spielzug die Führung brachte. Max Kühn setzte über links Axel Kühn in Szene. Dessen Zuspiel ins Zentrum erwischte Horn: 1:0. Danach sprach alles für den RFC. Nach einer gelb-roten Karte für den Thalheimer Arnold schien er sich aber offenbar zu sicher. Das ging ins Auge. "Thalheim beschäftigte uns hinten nicht viel, dennoch strahlten wir in der Defensive keine Sicherheit aus. Eine gewisse Unruhe konnten wir im Aufbauspiel nie ablegen. Und wenn man dann das mögliche 2:0 nicht macht, braucht man sich über zwei verlorene Punkte durch einen nicht aufsteckenden Kontrahenten nicht wundern", meinte RFC-Trainer Carlo Kästner.

Reichenbach: Hettwer - Fügmann (46. Lange), Axel Kühn (83. Schmelzer), Max Kühn, Particke, Rosenmüller (60. Kummer), Süß, Hinte, Horn, Diegel, Albert. Tore: 1:0 Horn (56.), 1:1 Wendler (87.). SR: Kosmale (Zwickau). gelb-rote Karte: Arnold (Thalheim, 63.). Zuschauer: 200

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