Triathlet wagt sich an Extrem-Variante

Stephan Mende hat bei der Challenge Roth seine Bestzeit auf der Langdistanz getoppt. Dabei war das für den Vogtländer nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem noch viel härteren Wettkampf.

Reichenbach.

Stephan Mende war erschöpft und überglücklich zugleich: Als der 37-Jährige vor einigen Tagen im Triathlon-Mekka Roth die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und den abschließenden Marathonlauf in 9:27:18 h absolviert hatte, bedeutete das für ihn nicht einfach nur neue Bestzeit. Es war vor allem auch das Happyend einer emotionalen Geschichte, die 2011 ihren Anfang nahm.

Denn als der damals noch für die SG Blau-Weiß Reichenbach startende Triathlet bei seinem ersten Ironman in Klagenfurt auf Anhieb in 9:28:48 h finishte, war der Traum vom Ironman auf Hawaii geweckt. Der Versuch, sich 2013 für den wohl bekanntesten Triathlon der Welt zu qualifizieren, ging jedoch nach hinten los. "Ich habe an die zehn Stunden gebraucht und danach so ein bisschen die Lust an der Langdistanz verloren", erzählt Stephan Mende, der inzwischen seit einigen Jahren als Musikinstrumentenmacher in Markneukirchen lebt und arbeitet.

Insgeheim wurmte ihn die Sache aber solang weiter, bis im vorigen Jahr für ihn feststand. "Ich muss da nochmal ran." Gesagt, getan: Um das Ziel, die 9:28 h im gestandenen Triathleten-Alter zu toppen, war dem hageren Athleten klar: "Ich muss ein Jahr lang volles Rohr geben." Das heißt bei Stephan Mende um die 15 Stunden Training in der Woche. Als zusätzliche Motivation suchte er im Winter nach einem besonderen Wettkampf. "Mich hätte ja der Norseman in Norwegen gereizt, aber da bekommst du keinen Startplatz", erzählt der Vogtländer. Und entdeckte stattdessen den Livigno Extrem Triathlon am 31. August in Italien.

Und der hat es in der Tat in sich: Das fängt mit den 3,8 km Schwimmen in einem kalten Bergsee an und steigert sich. Die 195 Radkilometer warten mit 5000 Höhenmetern inklusive der fast 50 Kehren hinauf zum Stilfser Joch auf. Und für den abschließenden Marathonlauf sind allein auf den letzten zehn Kilometern noch einmal 1100 Höhenmeter vermerkt. Der Vorjahressieger war bei widrigen Bedingungen 13:30 h unterwegs. Stephan Mende nimmt sich keine bestimmte Zeit vor. "Ich will einfach gut durchkommen und irgendwie ins Ziel laufen", sagt er.

Dass seine Vorbereitung auf den Extremtriathlon in Italien stimmt, bewies Stephan Mende in Roth vor allem mit seiner Laufleistung. "Ich war gut darauf eingestellt, dass es hart wird und habe den Gedanken einfach nicht an mich rangelassen", erzählt er. Am Ende stand eine Top-Zeit von 3:11:27 h des Vogtländers für die 42,195 km im Protokoll. Nur 46 der fast 4000 Starter waren damit auf der Laufstrecke schneller als der Mann aus dem Vogtland, der sich damit im Gesamtklassement noch unter die Top 100 schieben konnte.

Seine gute Form hatte der Ausdauersportler zuvor unter anderem schon beim Neuseenman in Ferropolis bewiesen, als er in 4:24:47 h seinen Hausrekord auf der Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) verbesserte. Darüber hinaus versucht Stephan Mende, sich mit dem Start bei vielen Wettkämpfen die Tempohärte zu holen. So standen Starts bei der Tour de Kärnten, beim Triathlon am Rothsee und am vergangenen Wochenende bei der Erzgebirgstour auf dem Programm. "Ich hoffe, dass ich es nicht übertreibe. Aktuell habe ich aber für Livigno ein gutes Gefühl", sagt der Dreikämpfer.

Im August wird er sich unter anderem noch am Fichtelberg-Radmarathon beteiligen und einige längere Trainingsläufe einstreuen. In den letzten zehn Tagen vorm Extrem-Triathlon stehen nur noch lockere Trainingseinheiten auf dem Plan. Unabhängig davon fiebert er seinem Saisonhöhepunkt jetzt schon entgegen. Stephan Mende: "Ich denke, dass mir als eher durchschnittlichem Schwimmer die schwere Rad- und Laufstrecke entgegenkommen. Aber da muss ich mich auch ein Stück weit überraschen lassen."

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