Trotz Stillstand wird geplant

Die Verantwortlichen der beiden Plauener Handball-Oberligisten müssen derzeit die Mannschaften für die kommende Spielzeit zusammenstellen. Während bei Oberlosa drei wichtige Spieler wegfallen, sieht sich der HC Einheit bereits auf einem guten Weg.

Plauen.

Auf Grund der aktuellen Lage hat der Mitteldeutsche Handball-Verband die Oberligasaison bis zum 19. April ausgesetzt. Danach soll möglichst da weitergemacht werden, wo man aufgehört hatte. Doch dieses Szenario bringt einige Probleme mit sich, die auch bei den beiden vogtländischen Vertretern der Mitteldeutschen Handball-Oberliga deutlich werden.

Die Plauener Gebäude- und Anlagenverwaltung hat die Bremse reingehauen. Alle Sportstätten sind geschlossen, was auch die Plauener Handballer betrifft. "Am vergangenen Dienstag haben wir noch ein freiwilliges Training für unsere Mannschaft angeboten. Am Mittwoch war dann nichts mehr möglich", erklärt Sabrina Lukas, Pressesprecherin des HC Einheit Plauen. Auch beim SV 04 Oberlosa ruht der Handball und die Sportler wurden ins "Homeoffice" geschickt.

Selbst wenn die Saison an der unterbrochenen Stelle fortgesetzt werden soll, droht den Oberliga-Handballern ein Kaltstart. Die Sportler sind deswegen angehalten, sich selbst fit zu halten. Genau nachzuprüfen ist jedoch nicht, welcher Spieler wieviel für seine Fitness in der freien Zeit getan hat. "Abgesehen davon fehlt unseren Spielern dann das spielerische Training", erklärt Sabrina Lukas. So hätte auch nicht jeder Handballer ein Fitnessstudio in seinem Keller, in dem er etwas für seinen Körper tun könnte. Neben den sportlichen Aspekten wäre ein Kaltstart nach der Krise aber auch aus medizinischer Sicht ein großes Risiko. "Ich hoffe, dass die Spieler ihre Fitness einigermaßen halten während dieser schweren Zeit. Sonst gäbe es wohl üble Verletzungen, wenn es dann wieder losgeht", so Oberlosas Vereinschef Bernd Märtner.

Liefe die Saison wie üblich weiter, würden die Vereine derzeit mitten in den Planungen und Verhandlungen für die neue Saison stehen. Das stellt die Clubs nun vor die Frage: Planen wir gewohnt oder gehen wir auf Sicherheit? Zumindest in einigen Punkten haben die beiden Vereine Gewissheit. Während beim HC Einheit Plauen Leistungsträger bereits mit neuen Verträgen ausgestattet wurden, werden den SV 04 Oberlosa drei Leistungsträger nach der Saison verlassen. Denny Mertig, Marc Multhauf und Andreas Weikert stehen dann nicht mehr bei Oberlosa unter Vertrag. Weitere personelle Entscheidungen gibt es beim SV 04 noch nicht zu vermelden. Bei Einheit hingegen liegen einigen Spielern unterschriftsreife Verträge vor, mit potenziellen Zugängen wurde schon verhandelt. "Allerdings steht das Budget nun noch nicht für das nächste Jahr. Die Spieler haben dafür aber Verständnis, da alle Vereine sehr vorsichtig verhandeln müssen. Unsere Planungen stehen aber ganz gut", verrät Sabrina Lukas. Auch in Oberlosa versucht man die Planungen voranzubringen. "Wir arbeiten natürlich an einer schlagkräftigen Mannschaft für die kommende Saison. Aber es ist im Augenblick für jeden Funktionär so schwierig wie noch nie, überhaupt voranzukommen", betont Lutz Petzoldt, Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH beim SV 04.

Finanziell gesehen stehen die Vereine trotz Spielausfällen auf gesunden Beinen. "Es ist schwierig abzuschätzen. Natürlich fehlen Einnahmen, unsere Ausgabenstruktur bleibt aber gleich. Ein großes Fragezeichen steht dabei natürlich hinter den Sponsorenleistungen, da es auch die Unternehmen nicht leicht haben in dieser Krise", so Sabrina Lukas. Neben den Einnahmen zu Heimspielen sind Sponsorenleistungen die größte Einnahmequelle des Vereins. "Wir stehen solide da, weil wir in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet haben. Einen eventuellen Saisonabbruch könnten wir also verkraften. Aktuell haben wir keine Not", beruhigt die Pressesprecherin des HC Einheit Plauen die Fans.


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