VfB knüpft Draht zu Kachelmann

Wetterfrosch interessiert sich für Spielabsage

Auerbach.

Die Absage des Fußball-Regionalligaspiels des VfB Auerbach gegen Rot-Weiß Erfurt, das für den Sonntag geplant war, hat sogar den Starmeteorologen Jörg Kachelmann aufs Vogtland aufmerksam gemacht. Ein Spiel abgesagt? Jetzt? Das kann nicht sein. "Auerbach befindet sich neuerdings in einem Paralleluniversum", twitterte er am Freitag als Reaktion auf die Meldung des MDR. Er konnte die Meldung ebensowenig glauben wie der VfB Kachelmanns Reaktion.

VfB-Manager Volkhardt Kramer hatte den Schweizer flugs am Telefon. Schnell war der Fehler gefunden. "Der MDR hatte Frost und Eis verwechselt", sagt Kramer. "Ich habe Jörg Kachelmann erläutert, dass wir nicht Eis auf dem Platz haben, sondern Frost im Boden." Und der taut bei den aktuellen Wetterbedingungen nicht auf. Die Auerbacher Entscheidung, das Spiel am Freitag abzusagen, stützte sich auf Wettervorhersagen des MDR vom gleichen Tag. 50 Liter Regen pro Quadratmeter waren angekündigt. "Darauf haben wir uns verlassen", sagt Kramer. Mit dieser Regenmenge hätte der Platz komplett unter Wasser gestanden. Kachelmann klärte auf: Höchstens 11 Millimeter Niederschlag auf den Quadratmeter waren zu erwarten. Und nun? "Da wir gern künftig konkretere Aussagen hätten, fragen ich jedes Mal vor solchen Spielen bei Jörg Kachelmann nach", sagt Kramer augenzwinkernd. "Er hat uns Apps und Seiten genannt, auf denen wir nachschauen können." Als Hilfe für Entscheidungen.

"Normalerweise werden wir mit dem Vorwurf konfrontiert, gerade gegen große Gegner noch Schnee und Wasser auf den Platz zu werfen, nur um es ihnen schwerer zu machen", sagt Kramer. Doch der Vorwurf sei genauso falsch wie die aktuellen Unterstellungen. "Es hat keiner etwas leichtfertig abgesagt", betont Kramer. Verein und Stadt verließen sich auf die Prognosen und die aktuellen Bedingungen auf dem Platz. Und so entschieden alle: Das Spiel kann nicht stattfinden.

Da half auch die "Auerbacher Rasenheizung" nicht. Eine Folie überm Platz sorgt bei leichtem Frost dafür, dass der Rasen nicht einfriert oder bei Sonnenschein schneller auftaut. "Eigentlich hätten wir vom Bund der Steuerzahler dafür einen Preis verdient", meint Kramer. "Unsere Folie hat 85 Euro gekostet, war auch schon im Einsatz und hat sich spektakulär amortisiert." (masc)

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