VfB muss im April wohl durchspielen

Fußball: Neuerliche Absage bringt Terminschwierigkeiten - Gegen Halberstadt eventuell auf Kunstrasen

Erneute Zwangspause für den Fußball-Regionalligisten VfB Auerbach. Die für morgen geplante Partie beim ZFC Meuselwitz wurde am Donnerstag abgesagt. Welche Auswirkungen die wachsende Zahl an Nachholspielen für den Verein haben, darüber sprach Marcus Schädlich mit VfB-Manager Volkhardt Kramer.

"Freie Presse": Herr Kramer, der nächste Spielausfall steht fest. Es wird nun terminlich eng, oder?

Volkhardt Kramer: Ja, das ist tatsächlich so. Wir gehen jetzt davon aus, dass wir im April durchspielen, also komplett englische Wochen haben. Wir haben bereits ein Mittwochspiel am 18. April in Babelsberg, das Freitagspiel am 16. März beim BFC Dynamo wird vermutlich auch aufs Wochenende verschoben.

Im März bleibt kaum Raum für Termine.

In Auerbach erst recht nicht. Kommende Woche wird es definitiv nichts, zwei Wochen später haben wir schon das Pokalhalbfinale gegen Chemie Leipzig - und vor diesem Spiel werden wir bestimmt keine Partie in unserem Stadion austragen, weil sonst das Pokalspiel nicht stattfinden kann. Das wollen wir nicht. Wir haben beantragt, am 1. Mai zu spielen, weil so viele Begegnungen ausgefallen sind. Der Verband wartet noch ab, welche weiteren Spiele ausfallen. Danach wird neu angesetzt.

Gab es keine Option, an diesem Wochenende ein Spiel bereits nachzuholen?

Die Plätze sind andernorts nicht besser. Auch in Meuselwitz war der Kunstrasen keine Option. Wir denken darüber nach, für das Spiel gegen Halberstadt, falls der Platz im VfB-Stadion nächstes Wochenende nicht bespielbar ist, auf den Kunst rasen auszuweichen. Das haben wir auch schon beim Verband so beantragt.

In welchem Zustand befindet sich der Platz im VfB-Stadion derzeit?

Es muss zunächst einmal so weit tauen, dass die Drainage frei wird. Solange es nicht durch taut, steht das Wasser auf dem Platz. Deswegen haben wir den Kunstrasen als Option ins Auge gefasst. Wenn das Spiel nächste Woche nicht stattfindet, dann wird es terminlich sehr eng. Vielleicht muss andernfalls der Nordostdeutsche Fußballverband die Saison verlängern. Doch dagegen sträubt er sich, das hängt mit der Aufstiegsrelegation und den Pokalendspielen zusammen. Ich denke daher, dass eher die Wochen vor Saisonende vollgepackt werden, als dass die Saison verlängert wird.

Das verzerrt aber möglicherweise den Wettbewerb.

Das betrifft nicht nur uns, sondern viele andere Mannschaften auch. Daher war es auch nicht schlecht, dass wir vorige Woche in Leipzig trotz der schwierigen Bedingungen gespielt haben. Wer weiß, was der Punkt noch wert ist.

Fällt den Fußballern jetzt nicht auf die Füße, dass sie im Sommer nicht eher mit der Saison beginnen?

Definitiv, das ist das Grundproblem. Ich ärgere mich über die Jahresspielplanung: Wir hören Mitte Mai auf und tragen zur besten Jahreszeit Testspiele aus. In den schönsten Monaten gucken wir zu. Die Februar-Ansetzungen kann man weglassen. Wir müssen die Sommermonate nutzen, um unsere Spiele durchzukriegen. Wir brauchen doch bloß einen Blick nach Bayern werfen. Dort wird es genauso praktiziert. Dagegen fallen unsere Spiele im Februar reihenweise aus, und wir holen sie bei oftmals widrigen Bedingungen im April nach. Dann kommt der Mai, und es fängt an schön zu werden - und wir hören auf. Das sieht man nun auch in der Bundesliga: In Dortmund kommen doch nicht 30.000 Zuschauer weniger, nur um gegen den Montag zu demonstrieren. Viele gehen auch nicht zum Spiel, weil es keinen Spaß macht, bei minus zehn Grad im Stadion zu sitzen. Und selbst in der Bundesliga sind die Plätze trotz Rasenheizung und modernster Technik ramponiert. Wir müssen einfach akzeptieren, dass Fußball eine Freiluftveranstaltung ist und die Natur uns Jahreszeiten vorgibt.

Können die englischen Wochen ein Nachteil werden im Abstiegskampf?

Es ist uns noch nie auf die Füße gefallen, wenn wir den Samstag-Mittwoch-Samstag-Rhythmus hatten. Spieler wollen viel Fußball spielen, und das bekommen sie nun geboten. Ich hoffe, dass sie auch durch die schnelle Spielfolge nicht so sehr zum Nachdenken über den Abstiegskampf kommen. Wir haben zudem alle Spieler gebeten, dass sie mit ihren Arbeitgebern sprechen, dass sie dann auch zur Verfügung stehen. So weit ich die Rückmeldung erhalten habe, haben auch alle eine Zusage erhalten.

Der VfB testet nun am Samstag, 14 Uhr gegen Weiden auf dem Diesterwegsportplatz. Ist das ein echter Härtetest?

Das ist ein schöner Test, auch vor dem Hintergrund, dass sich eine Woche später die Witterung nicht erheblich ändert und das Spiel gegen Halberstadt eventuell auf diesem Kunstrasen stattfindet. Zudem können wir zwei, drei angeschlagene Spieler schonen, die sich bei den tiefen Temperaturen einige Blessuren zugezogen haben. Trainer Michael Hiemisch kann daher anderen Spielern eine Chance geben.

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