VfB verliert in der Nachspielzeit

Fußball-Regionalligist Auerbach führte gestern gegen den Berliner AK zwischenzeitlich schon 2:1. Am Ende aber gab es ein 2:3 und hängende Köpfe.

Auerbach.

In einer Partie, die Gastgeber VfB Auerbach über weite Phasen bestimmte, standen die Vogtländer gestern nach dem Abpfiff ohne Zählbares da. Von der Anzeigetafel leuchtete ein 2:3. Während der favorisierte Berliner AK seinen in der Nachspielzeit errungenen Auswärtssieg feierte, herrschte bei den Auerbachern Enttäuschung pur. Sie verpassten damit den erhofften Sprung aus dem Tabellenkeller der Fußball-Regionalliga.

"Das Spiel dürfen wir so nicht verlieren", hielt VfB-Kapitän und Doppeltorschütze Marcel Schlosser fest. "Das ist bitter. Wir investieren viel, fahren aber zu wenig Ertrag ein. Es tut mir leid für die Fans, die Sponsoren, die Mannschaft und das Trainerteam." Er urteilte: "Jeder von uns muss 100 Prozent bringen. Schon fünf Prozent weniger reichen nicht. So schlecht, wie wir vor den Gegentreffern Nummer 2 und 3 verteidigt haben, muss sich jeder an die eigene Nase fassen."

Bei Nieselregen und kühlen 13 Grad neutralisierten sich beide Teams in den Anfangsphase. Nach einem Auerbacher Ballverlust im Spielaufbau zog Kargbo auf der linken Seite auf und davon und flankte auf Fatlum Elezi (15.), der freistehend das 0:1 erzielte. Sebastian Schmidts Rettungsversuch kam zu spät. Doch die Antwort der Vogtländer ließ nicht lange auf sich warten. Kadric tankte sich über die linke Seite durch, seine Flanke erreichte Marcel Schlosser, der nach innen zog und mit sattem Schuss das 1:1 (19.) markierte. Wild (22./28.), Sebastian Schmidt (24.) und Kadric (29.) verpassten die Auerbacher Führung. Diese sollte erst Marcel Schlosser nach der Pause vergönnt sein. Der quirlige und bis in die Haarspitzen motivierte VfB-Routinier, den der BAK nie aus dem Spiel nehmen konnte, nagelte das Leder aus gut 25 Metern unhaltbar zum 2:1 in die linke obere Torecke (49.). Eine Minute später verpasste Stock die Riesenchance zur Vorentscheidung. Nach tollem Zuspiel von Kadric bekam er unter Bedrängnis den Ball im Strafraum nicht unter Kontrolle.

Der BAK gab sich nicht auf und kam zu Ecken und Freistößen. Der eingewechselte Akyörük (71.) traf aus 20 Metern nur den Außenpfosten. Vier Minuten später aber war das 2:2 fällig. Einen halbhoch von rechts an der Eckfahne hereingetretenen Freistoß schob Abu Bakar Kargbo aus Nahdistanz im Gewühl zum 2:2 in die Maschen. Ein offener Schlagabtausch folgte. Für Auerbach hatte der erstmals nach seiner Verletzungspause eingewechselte Zimmermann die beste Möglichkeit. Seinen Kopfball kratzte Gästekeeper Bittner von der Linie (76.). Auf der Gegenseite strich Möllerings Schuss (79.) haarscharf übers Gebälk. Der Knock-out für Auerbach kam in der Nachspielzeit: Bei einem vom VfB-Keeper zu kurz abgewehrten Ball staubte der eingewechselte Özcan (90.+2) zum 2:3 ab.

"Es war ein rassiges Regionalliga-Spiel, das vielleicht keinen Gewinner verdient gehabt hätte", urteilte BAK-Trainer Ersan Parlatan. "Aber wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir gewonnen haben. Die Jungs glaubten immer an sich und hatten am Ende das nötige Quäntchen Glück." Für Auerbachs Trainer Sven Köhler stand indes fest: "Die Niederlage ist unverdient. Wir haben fast die gesamte Spielzeit über viel investiert und waren aktiv. Der BAK hat einen Fehler im Spielaufbau eiskalt gestraft. Dann konnten wir die Partie drehen, hatten sogar die Riesenchance zum 3:1. Der Rest ist bitter. Wir müssen lernen, in Phasen wie nach dem 2:2 stabiler zu stehen und unsere gute Ordnung aufrechtzuerhalten." Für VfB-Torjäger Zimmermann sei es der erste Schritt gewesen, nach seiner Verletzung Spielpraxis zu bekommen.


Eine Absage und eine Ehrung

Fast hätte e s das Fußball-Regionalligaspiel zwischen Auerbach und dem Berliner AK gestern in die ZDF-Sportreportage geschafft. "Es gab eine entsprechende Anfrage. Auch über das Drumherum sollte berichtet werden. Ein Gespräch mit einem unserer Urgesteine hatten wir schon vorbereitet", erklärte gestern VfB-Manager Volkhardt Kramer. Keine Frage: Für den unter Amateurbedingungen arbeitenden VfB, für den die Regionalliga die Champions League ist, wäre das ein großes Ding gewesen. Warum hat es nicht geklappt? Bedingung sei laut Kramer gewesen, dass auch der Berliner AK zustimmt. Doch dieser habe seine Zustimmung versagt. "Freie Presse" fragte bei BAK-Coach Ersan Parlatan nach. Er antwortete: "Als Trainer weiß ich nichts davon."

Vor dem Anpfiff des Spiels gab es noch eine Ehrung. Florian Mielke, 26-jähriger VfB-Neuzugang von Rapid Chemnitz, wurde als Torschützenkönig der vergangenen Saison in der Sachsenliga mit der Torjägerkanone ausgezeichnet. Mielke hatte insgesamt 30 Treffer erzielt. (gb)

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