VFC Plauen: Ex-Präsident schießt gegen Ex-Kollegen

Ulrich Fischer zeichnet düsteres Bild und löst heftige Reaktionen aus

Plauen.

Es rumort mal wieder gewaltig beim Fußball-Oberligisten VFC Plauen. Aus dem Nichts verabschiedete sich am Sonntag der Vorstandsvorsitzende Ulrich Fischer von seinen Ämtern, und auch der kooptierte Vorstand Frank Speer nahm seinen Hut. Wenige Tage zuvor hatte sich bereits Eric Holtschke von seiner Arbeit als Vorstand zurückgezogen, sodass nur Dagmar Baumgärtel im höchsten Gremium des Vereins verblieb. Holtschke versuchte am Montag die Fans zu beschwichtigen und erklärte sich bereit, seine ehrenamtliche Tätigkeit wieder aufzunehmen. Ulrich Fischer hingegen äußerte sich am Mittwoch in einem Schreiben, das der "Freien Presse" vorliegt, zur Situation des Vereins. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Vorstandsmitglieder und offenbart, dass es schlecht um den VFC steht.

"Der VFC Plauen hat Stand 30. Juni 2019 (der Tag seines Rücktritts - Anm. d. Red.) Verbindlichkeiten im sechsstelligen Bereich", so Fischer, der sich auf Unterlagen beruft, die ihm vorliegen. So habe auch die doppelte Mitgliederumlage in Höhe von 40.000 Euro nicht zu einer finanziellen Entlastung geführt. Laut Fischer sind Löhne an Spieler und Angestellte nie regelmäßig und pünktlich bezahlt worden. Auch deshalb gab es mit drei Trainern ein Wiedersehen vor Gericht. "In der Aufsichtsratssitzung am 19. März habe ich auf die Verbindlichkeiten hingewiesen und eine baldige Insolvenz angekündigt. Darauf wurde kaum eingegangen, beziehungsweise wurde ich vertröstet", steht in Fischers Schreiben.

Seine Anschuldigungen haben am Donnerstag heftige Reaktionen ausgelöst. Dagmar Baumgärtel sprach von einem "Rachefeldzug". Ihren Angaben zu Folge hat der Verein Verbindlichkeiten in fünfstelliger Höhe. Auch Eric Holtschke ließ die Vorwürfe gegen ihn so nicht stehen. Fischer habe trotz Aufforderung der Verantwortlichen im Verein nie eine Vorstandssitzung einberufen, auf der man hätte über alles reden können. Aufsichtsratschef Wolfgang Stark sagte: "Um weiteren Schaden vom Verein abzuwenden, sollten sich alle Beteiligten bis Anfang August zurückhalten. In der dann stattfindenden Mitgliederversammlung muss alles, was vorgefallen ist, besprochen werden. Der Aufsichtsrat verfolgt seit geraumer Zeit bereits Verfehlungen und wird dazu im August Stellung nehmen."

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