VFC sammelt wichtigen Punkt im Abstiegskampf

In der Fußball-Oberliga hat sich der VFC Plauen mit allen Mitteln gegen Aufstiegsfavorit Chemie Leipzig gestemmt. Am Ende war sogar mehr drin als ein 0:0.

Plauen.

Damit hatten nur wenige gerechnet: Der VFC Plauen drängte den vermeintlichen Oberliga-Primus BSG Chemie Leipzig an den Rand einer Niederlage und eroberte beim 0:0-Unentschieden verdient einen Punkt. Weil die Vogtländer so solide und robust zu Werke gingen, bissen sich die Gäste, die bereits 15Siege feiern konnten, an den Vogtländern die Zähne aus.

Wahrscheinlich wären die Plauener gegen eine Wand gelaufen, hätte der 18-Jährige VFC-Torwart Leon Seefeld in der 39. Spielminute nicht gezeigt, was er kann. Der Leipziger Max Keßler hatte nach seinem Schuss aus sieben Metern schon genau wie die 700 Chemie-Fans die Hände zum Jubeln nach oben gerissen. "Als ich das Ding noch rausgefischt habe, war ich richtig drin Match. Das war für mich das bisher größte Erlebnis auf dem Fußballplatz", freute sich das Torwarttalent.

Ronny Diersch betreut Seefeld als Coach: "Leon ist für sein Alter schon ziemlich abgezockt und stabil. Er hatte nur anfangs ein paar kleine Wackler", sagte der VFC-Torwarttrainer, den jedoch trotz dieser tollen Leistung enorme Probleme belasten. Weil es dem Verein im Winter nicht gelungen war einen Torhüter zu verpflichten, saß mit Gregor Eigel diesmal ein Feldspieler als Ersatztorwart auf der Bank. Die derzeitige Nummer 1 des VFC - Alexander Grötzsch - fällt mit einem Muskel-faserriss noch mindestens vier Wochen aus.

Neben A-Jugend-Schlussmann Leon Seefeld machte noch ein zweites VFC-Eigengewächs ein großes Spiel. Tim Limmer stand bei seinem Debüt im Männerbereich in der Startelf. "Auch er hat seine Sache richtig gut gemacht. Ich habe keinen Unterschied gesehen zu denen, die vielleicht auch gerne auf seiner Position gespielt hätten", erlaubte sich VFC-Trainer Daniel Rupf einen Seitenhieb. Überhaupt hatte man am Samstagnachmittag den Eindruck, der VFC Plauen bildet eine Einheit. Weder auf noch neben dem Platz gab es Querelen.

Während sich die ambitionierten Chemiker immer wieder in der VFC-Abwehr festliefen, gab es Konterchancen. Der eingewechselte Samba Fatajo hätte nur quer auf Stefan Fritzlar legen müssen, dann wäre Julien Latendresse-Levesqu wohl machtlos gewesen. So aber rettete der Chemie-Torwart zur Ecke, weil der Schuss von Fatajo die Hacke des Leipziger Schlussmannes tuschierte. In der Schlussphase vereitelte VFC-Keeper Leon Seefeld einen Freistoß der Gäste. Wenig später flog Kevin Walther mit Gelb-Rot vom Platz. Doch auch in Unterzahl hielten die Plauener zusammen.

Der Punkt fühlte sich letztlich an wie ein Sieg, weil er beim Blick in die Tabelle erst so richtig wichtig wurde: Denn drei von vier Teams hinter dem VFC punkteten im Abstiegskampf. Kapitän Stefan Schumann ist sich der Tragweite bewusst, um was es geht: "Der Plauener Fußball darf nicht nochmals absteigen. Wir müssen das irgendwie verhindern."

Statistik VFC Plauen: Seefeld - Walther, Albert, Schumann, Komnos - Ranninger, Limmer (64. Keller) - Morosow (81. Wüstenhagen), Hübner (64. Fatajo), Albustin - Fritzlar

SR: Tino Stein (Potsdam); Gelb-Rote Karte: Walther (VFC/84.); Zuschauer: 1284

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