VFC verliert Testspiel in letzter Minute

Nach den Querelen unter der Woche setzt der Plauener Fußball-Oberligist ein sportliches Ausrufezeichen. Dem Regionalligist aus Auerbach wurde alles abverlangt.

Plauen.

Die Nähe zueinander macht aus Plauen und Auerbach von jeher Rivalen. Im Testspiel standen sich die beiden gegenüber. Nach 90 abwechslungsreichen Minuten stand es zwischen dem VFC und dem VfB 2:3 (0:0). Es war ganz knapp. Und doch trennen beide Clubs derzeit Welten.

Schon beim Blick ins Aufstellungsformular runzelte Bernd Richter die Stirn. Nicht nur der Assistenztrainer des VfB Auerbach stellte sich die Frage, wie der VFC Plauen bis zum Meisterschaftsbeginn in vier Wochen eine spielfähige Mannschaft zusammen bekommen will. Die über Jahre fortwährenden Vereinsquerelen haben dazu geführt, dass die Spitzenstädter nun in Kombination mit den wirtschaftlichen Problemen noch keinen saisonfähigen Kader haben. Die Gastgeber konnten letzten Freitag nur zwölf vertraglich gebundene Kicker sowie vier Testspieler aufbieten. Unter anderem fehlt ein Ersatztorwart. "Aber das, was an Leuten da ist, ist für Oberligaverhältnisse wirklich klasse", bewertete VfB-Trainer Sven Köhler den Testspielgegner. Sein Sportlicher Leiter Volkhardt Kramer stellte sogar fest: "Wir haben nur eine richtige Großchance herausgespielt. Und zwar in der letzten Minute. Und die war drin. So haben wir gewonnen, aber Plauen war in der Addition der Spielphasen heute besser."

Die lobenden Worte der Gäste waren vollkommen berechtigt. Der VFC war insgesamt das präsentere Team, verpasste jedoch durch Neuzugang Ondrey Nyber (18.), Nils Fischer (57.) und Stefan Schumann (58.) die Führung. Die besorgte dann der Regionalligist, der nach einem umstrittenen Elfmeter durch Josef Ctvrtnicek (61.) und einem direkt verwandelten Freistoß von Marcel Schlosser (67.) mit einem 2:0 in die Schlussphase ging. Der VFC aber schlug zurück und kam durch Nils Fischer (75.) und Aleksandrs Guzlajevs (84.) zum Ausgleich. Erst in der letzten Minute spielte der Gast aus Auerbach einen seiner Spieler richtig frei. Josef Ctvrtnicek (90.) traf vor 301 Zuschauern im Vogtlandstadion zum 2:3-Endstand. Für das beherzt und sehr homogen wirkende VFC-Team von Trainer Falk Schindler und dessen Assistenten Ronny Diersch gab es jede Menge Lob. Bitter für Plauen: Kapitän Stefan Schumann verletzte sich am linken Fuß und fällt vorerst aus. Der VFC tritt am Freitag beim 1. FC Wacker Plauen zum dortigen Sportfest an. Der Anstoß erfolgt 18 Uhr.

Der VfB Auerbach muss sich nach den Worten von Co-Trainer Uwe Kramer "jetzt mächtig strecken. Wir waren schon beim 0:3 gegen den Chemnitzer FC nicht sonderlich überzeugend." Am Dienstagabend spielt der VfB Auerbach um 17.30 Uhr zu Hause gegen den Drittligisten Halleschen FC. Auf diesem Test liegt aus Auerbacher Sicht der Fokus.


Auch der letzte verbliebene Vorstand tritt zurück

Dagmar Baumgärtel erklärte zum Wochenende ihren Rücktritt aus dem Vorstand des VFC Plauen. "Seit fast fünf Jahren habe ich als ehrenamtliches Vorstandsmitglied mein Bestes gegeben. Als mir 2014, kurz vor der Insolvenz des Vereins, als niemand anderes zur Verfügung stand, das Amt der Präsidentin angetragen wurde, habe ich nicht gezögert", sagt Baumgärtel. Besonderen Wert habe sie bei ihrer Tätigkeit für den Verein stets auf die Jugendarbeit und die Wiederherstellung der Reputation des Vereins in der Öffentlichkeit gelegt. Die neuerlichen Unstimmigkeiten im Verein, die auch von Anschuldigungen des kürzlich zurückgetretenen Präsidenten Ulrich Fischer geprägt waren, gingen an Baumgärtel nicht spurlos vorüber. "Unter diesen Umständen ist für mich ein konstruktives Arbeiten nicht mehr möglich. Es ist bedauerlich, dass einige wenige die eigene Person in den Vordergrund stellen und so die Belange des Vereins in den Hintergrund rücken. Ich bedauere diesen Schritt sehr, da mir das Wohl des Vereins immer am Herzen lag. In den letzten Tagen ist derart viel Vertrauen verloren gegangen, dass mir nichts anderes bleibt, als diesen schweren Schritt zu gehen", erklärte Baumgärtel. Der VFC Plauen zeigt sich traurig über diese Entscheidung, akzeptiert den Wunsch nach Rücktritt jedoch. "Der VFC ist ein toller Verein, mit tollen, engagierten Menschen. Es wird Zeit, dass genau das wieder in den Vordergrund rückt und wir sportlich für positive Schlagzeilen sorgen können", so Baumgärtel. (ban)

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