Vogtländer löst das Ticket zur WM

Triathlet Volker Hopfmann aus Falkenstein hat beim Ironman 70.3 in Jönköping in Schweden den zweiten Platz in seiner Altersklasse belegt. Für diesen Erfolg musste er sich ordentlich quälen.

Jönköping/Falkenstein.

Es werden die vierten Weltmeisterschaften sein, an denen Volker Hopfmann aus Falkenstein im September 2019 in Nizza an der französischen Riviera startet. Die Fahrkarte zum Wettkampf in der malerischen Kulisse des Nobel-Badeortes am Mittelmeer löste er schneller als gedacht: schon beim ersten Qualifikationswettkampf am vergangenen Sonntag beim Ironman 70.3 im schwedischen Jönköping. Mit Platz 2 in der Altersklasse der Männer ab 65 Jahre war das große Saisonziel erreicht.

Dabei fühlte sich Hopfmann gar nicht so gut vorbereitet. "Ich konnte aus Zeitmangel gar nicht so konzentriert auf diesen Wettkampf trainieren, wie ich das gerne gewollt hätte", räumt der Betreiber eines großen Sportartikelgeschäfts in Plauen und Falkenstein ein. "Ich wusste, dass dort in Schweden starke Konkurrenz auf mich warten würde, was den Druck noch erhöhte. Und unter Druck zu starten, ist immer schlecht." Ein übriges taten dann auch noch die äußeren Bedingungen in der südschwedischen 93.000-Einwohner-Stadt. "Es war ziemlich heiß, so um die 26 Grad, und recht windig."

Was Volker Hopfmann von sich aus gar nicht erwähnt: Eine Woche vorher ist er bei der Challenge Roth in der Staffel mit seinem Sohn Franz und Matthias Flade gestartet, hatte beim größten Langstrecken-Triathlon der Welt den Part des Schwimmens - in dem Fall sind das 3,8 Kilometer - übernommen. Offenbar ohne große Nachwirkungen. "Das habe ich nicht mehr gespürt, ich denke, der Wettkampf war raus aus dem Körper."

Den Triathlon in Schweden wird er wohl ein paar Tage länger merken. "Der war wirklich hart. Beim Schwimmen ging es ja noch. Dort gibt es keinen Massenstart, es werden immer Vierergruppen ins Wasser gelassen, sodass ein großes Gedrängel ausbleibt. Dafür hatte es das anschließende Radrennen in sich. Das ging schon damit los, dass bis zum Wechselbereich ungewöhnlich weit - rund 700 Meter - zu laufen waren. Und das Profil hatte es auch in sich. "Die Strecke ist recht wellig. Man muss eigentlich immerzu treten, um nicht an Geschwindigkeit zu verlieren. Mal einen steilen Anstieg, nach dem man sich etwas rollen lassen und ein bisschen ausruhen kann, gibt es nicht." Zudem plagte den 65-Jährigen eine Magenverstimmung, weshalb er nicht die ganze Strecke in der optimalen windschlüpfrigen Position auf den Rad sitzen konnte. "Trotzdem habe ich knapp einen dreißiger Schnitt geschafft, das ist unter den Bedingungen ganz in Ordnung."

Richtig heftig wurde für den Falkensteiner der Lauf. "Das war eine einzige Quälerei, immer an der Schmerzgrenze entlang. Mir taten die Füße weh, dazu die Hitze. Das hast du nur mit regelmäßig Wasser über den Kopf Schütten ausgehalten." Dafür entschädigte die Atmosphäre bei den drei Runden am Vättern-See, dem zweitgrößten See Schwedens. Um die 100.000 Zuschauer feuerten die Triathleten an der Strecke an. "Das war ganz große Klasse, ähnlich wie in Roth!"

6:09:03 Stunden zeigte die Uhr im Ziel nach 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen für den Vogtländer an. Damit war er eine Minute schneller als Vorjahressieger Mats Claesson aus Schweden, den sein Abschneiden als Dritter sichtlich wurmte. "Die Bedingungen haben offenbar nicht nur mir zugesetzt", sagt Hopfmann schmunzelnd. Der Sieg ging an Claessons Landsmann Lars Wärnberg, der rund 22 Minuten schneller als der einzige Deutsche in dieser Altersklasse war.

Hopfmann lässt es jetzt erst einmal etwas ruhiger angehen, große Pläne für 2018 gibt es keine mehr. "Das ist immer ein gewaltiger Aufwand, und ich bin ja noch berufstätig. Nächstes Jahr, so im Mai oder Juni, werde ich aber sicher einen Vorbereitungswettkampf für die Weltmeisterschaften absolvieren. Konkret ist aber noch nichts."

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