Vogtländer technisch brillant

Die Bundesligaringer des AV Germania Markneukirchen haben zum Saisonauftakt beim KSC Hösbach 18:8 gewonnen. Der Sieg war den Vogtländern schon zur Pause nicht mehr zu nehmen.

Markneukirchen.

Starker Auftakt des AV Germania Markneukirchen in der höchsten deutschen Kampfklasse: Die Mannschaft des Trainergespanns Backhaus/Schubert sicherte sich beim KSC Hösbach einen klaren 18:8-Auswärtserfolg. Durch einen grandiosen Zwischenspurt machten die Germanen den Sieg schon zur Halbzeit perfekt.

Razvan-Marian Kovacz (57 kg/FR) machte den Auftakt zum Markneukirchner Punktereigen vor 250 Zuschauern in der Kultur- und Sportarena Hösbach. Der kleine Rumäne holte Punkt für Punkt zur klaren Führung. Ein schöner Beinangriff sicherte dem Neuzugang das 16:0. Der Punktestand von über 15 Zählern Differenz führte zum Abbruchsieg durch technische Überlegenheit. Die ersten vier Mannschaftspunkte landeten damit auf dem Markneukirchener Konto. Germanias Schwergewichtler Franz Richter (130 kg/GR) kam mit seinem kleineren Gegner gar nicht zurecht, fand kein technisches Mittel und unterlag mit 1:2 Punkten. "Ein Unding, dass der Kampfrichter in der zweiten Runde Franz als passiven Ringer in die Unterlage schickte, das war kampfentscheidend", so Mannschaftsleiter Jörg Guttmann, der aber auch Reserven des Schwergewichtlers im Standkampf sah.

Dustin Scherf (61 kg/GR) verlor gegen den jungen, ungestümen Claudiu-Emanuel Pal nach Punkten und haderte ebenfalls mit einigen Kampfrichterentscheidungen. Sein furioser Endspurt brachte ihm nur noch die Ergebniskorrektur zum 4:7 ein. Hösbach kämpfte sich damit wieder auf 3:4 Mannschaftspunkte heran.

Ein Feuerwerk an Techniken brannte Ahmet Bilici (98 kg/FR) ab, der vom SV Hallbergmoos nach Markneukirchen gerückt war und sich dort scheinbar pudelwohl fühlt. Das sah man ihm auch beim Kämpfen an, 16:0 stand es nach nicht einmal zwei Minuten.

Dem stand Stefan Coman (66 kg/FR) in nichts nach, er brillierte ebenfalls technisch. Eine kurze Schwächephase nutzte sein Gegner zwar zum Punkten, doch dann holte Germanias Neuer in den Schlusssekunden noch das 18:3 und damit den technischen Überlegenheitssieg, der volle vier Mannschaftspunkte zum 12:3-Halbzeitstand auf das Markneukirchner Konto brachte.

Zum Beginn der zweiten Hälfte zeigte Routinier Bogdan Eismont (86 kg/GR) sein Können, der den langen Niklas Schäfer immer wieder mit Abreißern zu Boden brachte, ihm damit den Nerv zog und das Duell mit 6:2 gewann. Youngster Maximilian Simon machte den Sack für den AV Germania endgültig zu. Mit einem herrlichen Wurf ging der Weißwasseraner in Führung und baute diese mit guten Bodentechniken gegen den keineswegs schlechten Sinan Kayakiran bis auf 16:0 aus.

In den letzten drei Begegnungen mussten die Germania-Ringer knappe Punktniederlagen hinnehmen. Julian Gebhard (80 kg/FR) versuchte es mit dem Hösbacher Christoph Henn am Ende mit der Brechstange, wurde abgefangen und verlor mit 3:8. Einen Riesenkampf lieferte Geburtstagskind Brian Bliefner (75 kg/FR), der sich mit Routinier Steven Gottschling auf Augenhöhe duellierte, aber hauchdünn mit 7:8 verlor. Einen Höhepunkt hielt das letzte Duell des Nachmittags bereit. Hier standen sich mit dem Hösbacher Andrej Kurockin und Markneukirchens Routinier Christian Fetzer zwei absolute Spitzenringer im Limit bis 75 Kilo/GR gegenüber, die sich in diesem von Taktik geprägten Kampf nichts schenkten. Fetzer setzte am Ende noch einmal alles auf eine Karte, Kurockin konterte geschickt und der Kampfrichter hatte bei einigen Aktionen eine andere Sichtweise als die Markneukirchner Trainerbank. Christian Fetzer verlor am Ende mit 2:7 Punkten, was aber im allgemeinen Jubel der Markneukirchner Ecke über den klaren 18:8-Auftaktsieg unterging.

Germanias Trainer André Backhaus resümierte: "Ich bin zufrieden mit dem Auftakterfolg, über einige Kampfrichterentscheidungen habe ich mich geärgert, aber insgesamt war die Leistung meiner Ringer ordentlich, der Sieg geht in Ordnung". Georg Heeg, Vorsitzender des KSC Hösbach, sagte: "Angesichts steigender Infektionszahlen verzichten wir auf den Einsatz ausländischer Verstärkungen, ringen mit Athleten aus der eigenen Talentschmiede und Ringern, die hier wohnen. Für uns geht es darum, dass gerungen wird und Ringen damit auf der Sportlandkarte bleibt."

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