Vogtländerin verbindet in den USA Studium und Leistungssport

Seit dem Sommer lebt Anna-Julia Storch in Castleton in der Nähe von Boston. Es war der einzige Weg für die 19-Jährige, weiter professionell Ski zu fahren.

Castleton.

Skifahren im Oktober und das ganz ohne auf den Gletscher zu müssen - dies ist einer der größten Unterschiede für Anna-Julia Storch in der Vorbereitung auf die anstehende Saison gewesen. Seit vielen Jahren zählt die 19-jährige Markneukirchenerin zu den besten Nachwuchsathletinnen Sachsens im alpinen Skisport. Neben dem Training auf dem heimischen Hang in Schöneck nahm sie mit weiteren Vereinskollegen vom SC Schöneck im Winter oft den Weg in Richtung Alpen auf sich, um dort an Form und Technik zu arbeiten.

Training beginnt 6 Uhr morgens

Von ihrer Trainingsgruppe trennen sie jetzt mehrere tausend Kilometer. Und die vermisse sie sogar mehr als die Heimat an sich, wie sie mit einem Lachen beim Videotelefonat über den Internetdienst Skype erzählt: "Die ersten zwei, drei Wochen hatte ich schon ein bisschen Heimweh. Aber jetzt nicht mehr." Mitte August machte sich die frischgebackene Abiturientin auf den Weg nach Castleton, das etwa auf halber Strecke zwischen den Metropolen Boston und Montreal liegt.

Das Studium in den USA gibt Anna-Julia Storch nach ihrem Schulabschluss die Chance, neben der Ausbildung weiterhin professionell Ski zu fahren. In Deutschland wäre das fast unmöglich gewesen. "Wir haben viel überlegt, wie sie beides kombinieren kann. Und sind letztendlich bei einem Sportstipendium gelandet", erinnert sich Mutter Birgit. Die Anfangsidee ließ sich zwar nicht ganz umsetzen, doch aufgrund ihrer Abi-Traumnote von 1,0 bekam die Markneukirchenerin ein akademisches Stipendium für das College im Bundesstaat Vermont. Im Gegensatz zu deutschen Universitäten sind Kurs- und Trainingspläne in den USA oftmals aufeinander abgestimmt.

Das erfordert von Anna-Julia Storch aber auch viel Disziplin. "Es geht durchaus manchmal sehr früh los. Da ist schon um 6 Uhr morgens Training. Seit Mitte Oktober stehen fünf Einheiten in der Woche auf dem Programm", sagt die 19-Jährige. Nicht nur zur Athletik in die Halle geht es dabei, auch auf Skiern stand sie schon. "Es hat hier bereits geschneit, die ersten kleinen Skigebiete sind geöffnet", erzählt sie. In der Heimat wäre an Pistentraining in diesen Wochen für Anna-Julia Storch, die sich auf den Slalom und Riesenslalom spezialisiert hat, noch lange nicht zu denken.

Erste Rennen im Januar

Wozu es sportlich in Amerika reichen könnte, kann die Markneukirchenerin aktuell nur schwer einschätzen. Die Saison für die Collegeteams beginnt erst im Januar. Dann starten pro Rennen sechs bis acht Athletinnen einer Universität in der Teamwertung. Rund 15 bis 20 aber gehören insgesamt zur Frauenmannschaft in Castleton.

"Damit man es ins Team schafft, sind natürlich die Zeiten wichtig. Auch Dinge wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Einsatzwille im Training werden berücksichtigt. Das ist hier schon streng. Der Coach schmeißt beim Training auch mal Leute raus", erzählt Anna-Julia Storch. Ihre Zeit in den USA nutzt die 19-Jährige ebenfalls, um das Land kennenzulernen. In Boston, Miami, Washington D.C. und Montreal war sie bereits. Eine andere Stadt steht noch ganz oben auf der Liste: "New York ist fest eingeplant."

Service

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die Sportstipendien an US-Universitäten vermitteln, etwa www.scholarbook.net oder www.sport-scholarships.com. Auf ihren Internetseiten bieten sie zunächst eine kostenfreie Einschätzung der Chance, ein Stipendium zu erhalten. Stehen diese gut, stellen die Anbieter den Kontakt zu den Trainern an den Hochschulen her und helfen bei der weiteren Bewerbung.

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