Warum diese Jungs Feuer und Flamme für den Faustball sind

Der Schüler-Mannschaft der SG Waldkirchen steht mit der Deutschen Meisterschaft am Wochenende in Rodewisch ein Saisonhöhepunkt bevor. Dahinter steckt eine spannende Geschichte, in der Fußball nur eine Nebenrolle spielt.

Rodewisch/Waldkirchen.

Die vier Jahre in der 2. Faustball-Bundesliga (2008 bis 2011) erweisen sich für die SG Waldkirchen als nachhaltiger Erfolg. Zwar spielt die Männermannschaft der Vogtländer momentan nur in der Oberliga. Am Wochenende rückt jedoch ein Team überregional in die Schlagzeilen, das es in der Form ohne die Zweitliga-Spiele in Waldkirchen wohl nicht geben würde. Gemeint ist die männliche U 14 der Vogtländer, die seit Wochen der Deutschen Meisterschaft in Rodewisch entgegenfiebert. Die dortige Göltzschtalhalle ist am Wochenende Schauplatz der ersten nationalen Faustball-Titelkämpfe im Vogtland seit der Wende.

Und dabei stehen im Team der SG Waldkirchen zum größten Teil eben Jungs, deren Begeisterung für den Faustball ihren Ursprung in den Zweitliga-Zeiten hat. Die Vogtländer beließen es nicht nur bei der Jagd nach Punkten, sondern zogen ihre Heimspieltage groß auf. Thomas Kühne, zu jener Zeit Kapitän der Männer und heute Nachwuchstrainer, gibt gerne zu, dass man sich die Idee mit den Einlauf-Kids bei den Fußballern abgeschaut hat. Der Erfolg gibt den Waldkirchenern Recht. Sie nahmen die kleinen Faustballer nicht nur beim Einmarsch zu ihren Spielen an die Hand, sondern auch, was das Training betrifft.

Aus der einstigen Bambini-Truppe hat Thomas Kühne im Laufe der Jahre mit Unterstützung von Jessica Sitz, Lisa Nistler, Toni und Rigo Völkel sowie Jörg Mothes ein Team geformt, das schon mehrere Sachsenmeistertitel gewann. Bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U 12 sprangen ein vierter und ein sechster Platz heraus. Die Jungs sind Feuer und Flamme für ihren Sport. "Wir hatten in all den Jahren nur einen Abgang, den wir aber auch mit einem Zugang kompensieren konnten", sagt Thomas Kühne. So können die Waldkirchener bei regionalen Meisterschaften meist mit zwei Teams antreten.

Für die Deutsche Meisterschaft sind die Vogtländer nur Außenseiter, da sie eine der jüngsten Mannschaften ins Rennen schicken. Es geht für die Lokalmatadoren daher in erster Linie darum, Spaß zu haben und Erfahrungen zu sammeln. "Ein Platz unter den ersten Sechs wäre ein Traum", sagt Ron Bauer. Das ist ein weiterer ehemaliger Waldkirchener Zweitliga-Spieler, der jetzt als Faustball-Abteilungsleiter den größten Teil der Organisation der Deutschen Meisterschaft stemmte.

Neben Gastgeber Waldkirchen gehen morgen, 9 Uhr neun Mannschaften ins Rennen, die sich als beste Teams bei den Regionalmeisterschaften Ost, Nord, Süd und West für Rodewisch qualifiziert haben. Die SG Waldkirchen, an deren Spitze mit Rigo Völkel übrigens auch ein früherer Zweitliga-Faustballer steht, hat sich ganz bewusst als Ausrichter beworben. "Da Sachsen als Austragungsort feststand und wir eine gute Mannschaft haben, mussten wir nicht lange überlegen. Gerade als Randsportart muss man am Ball bleiben. So eine Chance gibt es nicht gleich wieder", sagt Ron Bauer.

Die Waldkirchener tragen ihre Heimspiele in der Halle eigentlich in Lengenfeld aus. Da die Deutsche Faustballliga für eine Meisterschaft jedoch 200 Sitzplätze fordert, fiel die Wahl auf Rodewisch. Das erklärt auch, weshalb die Stadtoberhäupter beider Kommunen als Schirmherren fungieren. Die Finalspiele beginnen am Sonntag gegen 14 Uhr.

www.sg-waldkirchen.de/dm2017

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