Weiße Pisten trotz Frau Holles Streik

Dank eines Kraftakts der beiden Ausrichter konnten die Landesjugendspiele in den Disziplinen Ski Alpin und Langlauf am Wochenende ausgetragen werden. Über 320 Teilnehmer waren am Start.

Erlbach/Klingenthal.

Pistensprecher Thomas Ilgmann lehnte sich wettertechnisch weit aus dem Fenster: "Wenn für Alpine zurzeit etwas sicher ist, dann sind es die Streif in Kitzbühel und der Kegelberg in Erlbach." Während es in weiten Teilen Österreichs schon länger keinen Mangel an Schnee gibt, sieht es im Oberen Vogtland zum Bedauern aller Wintersportler nicht rosig aus. Insofern konnte man am Wochenende vor den Mitgliedern des WSV Erlbach und speziell Carlo Renz nur den Hut ziehen. Ihrem und seinem Einsatz war es zu verdanken, dass die Landesjugendspiele nicht ausgefallen sind, sondern über die Bühne gehen konnten - nicht nur gerade so, sondern bei besten Bedingungen angesichts der äußeren Umstände.

Das würdigten auch die Trainer und Sportler aus den angereisten Vereinen. WSV-Chef Norbert Dick: "Kein Hang in Sachsen hat zur Zeit so eine Schneeauflage wie unser Kegelberg. Es war ein Kraftakt, dass wir das erreicht haben. Dank der Frosttemperaturen in den vergangenen Nächten konnten wir die Schneekanonen laufen lassen und die Hauptpiste fast vollständig präparieren. In den nächsten Tagen kommt im oberen Bereich das Reststück dran. Obwohl es ein Hundswinter ist, haben wir alles darangesetzt, dass die Landesjugendspiele stattfinden. Sie sind wichtig für uns und unser Ansehen in anderen Regionen. Jetzt hoffen wir auf die Ferien Anfang Februar zum Beispiel in Berlin."

Der kollektive Einsatz der Erlbacher für die Piste war ebenso bemerkenswert und erfreulich, wie das sportliche Abschneiden des Nachwuchses aus der Region auf der Piste. Besonders taten sich die Alpinen vom SC Schöneck hervor, was den Trainer Mario Müller so auf den Punkt brachte: "Meine Schäfchen haben sich heute gut gemacht." Linus Zeretzke, Yanneck Blüml, Maxi Burkhardt, Nick Schedewy und Fynn Schedewy standen in ihren Altersgruppen auf dem Siegerpodest. Aus Erlbacher Sicht waren Alfred Seifert, Pauline Dick und Ben Seifert am erfolgreichsten.

Auch der VSC Klingenthal ließ sich von Frau Holles Streik nicht beeindrucken. Der Verein hat es als Ausrichter der Landesjugendspiele im Skilanglauf geschafft, am Skihang in Mühlleithen nahezu optimale Bedingungen zu schaffen, um einen Wettkampf durchzuführen. Am Mittwoch und Donnerstag wurde Schnee "geschossen" und dann der Hang präpariert. Der Wettkampf wurde in Form eines Vielseitigkeitslaufes ausgetragen. Die Strecke war gespickt mit Schanze, Slalom, Kreisel und verschiedenen Technikelementen. Die 183 gemeldeten Starter, Schüler der Altersklassen 10 bis 15 - sie kamen aus 25 sächsischen Vereinen - schenkten sich am Samstag auf der 300 Meter lange Wettkampfpiste nichts.

Heiko Krause, Präsident des Sächsischen Skiverbandes: "Respekt dem VSC Klingental. Man hat mit viel Mühe künstlichen Schnee erzeugt und die Bedingungen sind traumhaft. Man kann nur den Hut ziehen. Bei jedem Wettkampf, den man nach Klingenthal vergibt, kann man sicher sein, dass er funktioniert und durchgeführt wird." Zur Strecke sagte der Verbandschef: "Die ist natürlich für einige, die aus Vereinen kommen, die in diesem Jahr noch keine Gelegenheit hatten, auf Schnee zu trainieren, sehr anspruchsvoll." Der Wettbewerb ging in die Wertung des Sachsenpokals, der Serie für Nachwuchssportler, ein. Als Chef des Wettkampfes sagte Andreas Hille: "Es gab positives Feedback von den Betreuern und Trainern. Aus vogtländischer Sicht waren neben den Gastgebern aus Klingenthal auch Sportler vom SV Grünbach und von der TSG Bau Hammerbrücke am Start."

Sandy Riedl-Hille zieht als Trainerin der Sportler des VSC Klingenthal und der TSG Bau Hammerbrücke ein positives Resümee: "Die Leistungen unserer Starter waren gut bis sehr gut. Eine der Hoffnungsträgerinnen war Nele Reiher in der Altersklasse 11, die mit einem herausragenden Sieg überzeugt hat. Die Leistung war wirklich extrem gut. Sonst liegt immer Hanna Hennig vom SV Neudorf vorn. Diesmal hat Nele sie übertrumpft. Auch alle anderen Sportler haben ihr Leistungen bestätigt." Seitens des VSC gab es weitere Platzierungen. Ebenfalls Gold holte Predo Heinicke (Schüler U 10), Silber gab es für Johanna Schaller (Schüler U 10) und Bronze für Elisabeth Götzel (Schüler U 11). Die Sportler des SV Grünbach konnten keine vorderen Platzierungen erreichen. Thomas Dietrich, Trainer der Grünbacher: "Es ist kompliziert, da die Kinder bisher kaum Schneetraining hatten. Einige standen erstmalig auf Skiern in diesem Jahr, weil alle Wettkämpfe aufgrund der Schneesituation ausgefallen sind. Der bisher einzige Wettkampf lief in Dresden. Gerade für die jungen Jahrgänge ist so ein Vielseitigkeitswettkampf Neuland. Die Kinder haben versucht das zu zeigen, was sie drauf haben."


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