Zehn Frauen wagen sich an die Quälerei

183 Teilnehmer haben am Sonntag beim 19. Vogtland-Radmarathon für ein Rekordfeld gesorgt. Dass die Veranstaltung des VRT Plauen immer beliebter wird, hat gute Gründe.

Großfriesen.

Geschafft, aber glücklich war am Sonntagnachmittag Katharina Deppe nach dem Vogtland-Radmarathon. Sie zählte zu den zehn Frauen, die unter insgesamt 183 Radsportlern bei der 19.Auflage der vom Vogtländischen Radsport-Team (VRT) Plauen organisierten Veranstaltung auf den Strecken über 76, 138 und 208 Kilometer in die Pedale traten. Die Jocketaerin nahm zum ersten Mal am Radmarathon teil und freute sich, die Distanz von 138 Kilometern bewältigt zu haben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern war der Streckenverlauf über Klingenthal, Mühlleithen, Carlsfeld und Eibenstock für sie keine Selbstverständlichkeit. Rund 2000 Höhenmeter mussten dabei überwunden werden - für die Hobbyradlerin ein Kraftakt. "Ich bin noch nie in meinem Leben so viele Kilometer am Stück gefahren. Ab Mühlleithen wurde es für mich richtig schwer. Ich war ab dort in keiner Gruppe mehr und musste allein fahren. In den Oberschenkeln hatte ich da praktisch schon keine Körner mehr", sagte die 35-Jährige im Ziel am Sportplatz in Großfriesen, wo das Feld am Morgen auch gestartet war. Anfangs gesellte sich noch etwas Unsicherheit dazu, denn die Vogtländerin hat befürchtet, sich zu verfahren. "Da hatte ich etwas Sorge, besonders, wenn man allein auf der Strecke unterwegs ist. Aber es war alles gut organisiert und bestens ausgeschildert."

Katharina Deppe ist eigentlich im Laufsport zu Hause. Seit einem Jahr setzt sie sich häufiger auf das Rad. Sie kann sich vorstellen, den Radmarathon nächstes Jahr wieder in Angriff zu nehmen. "Durch meinen Freund, der auch Radsport betreibt, habe ich Lust aufs Radfahren bekommen. Leider komme ich durch Familie und Kind nicht so oft zum Trainieren. Aber ich denke, wenn man regelmäßig etwas tun kann, ist der Marathon für ambitionierten Hobbyfahrer schaffbar."

Nach der Quälerei galt es für Katharina Deppe und allen Anderen, erst einmal Kraft zu tanken. Bananen, Steaks und Teller mit Nudeln warteten im Ziel auf die Radfahrer. Kräftig zugelangt hatte dort auch Stephan Mende aus Markneukirchen. Er fuhr die 208 Kilometer-Runde zum Fichtelberg und zurück, die über Eibenstock, Waldkirchen und Limbach führte. Er wurde nach einer zügigen Fahrt Dritter hinter Robert Walther aus Flöha, der nach 6Stunden und 40 Minuten als Solist ins Ziel kam, sowie Nino Ackermann aus Mühlhausen in Thüringen. Da die befürchtete ganz große Hitze ausblieb, war es für Stephan Mende trotz des bergigen Terrains mit 3400 Höhenmetern weitgehend eine angenehme Runde. "Erst nach dem Fichtelberg wurden meine Beine etwas schwerer", sagt er.

Als Triathlet ist er es gewohnt, sich anspruchsvollen Radstrecken zu stellen. Den Marathon nutzte Mende als Vorbereitung auf einen persönlichen sportlichen Höhepunkt. "Ich möchte Ende August in Italien am Livigno-Extreme-Triathlon teilnehmen. Dort treten Sportler aus ganz Europa an. Der Vogtland-Radmarathon war ein gutes Vorbereitungstraining dafür", so der 37-Jährige.

Die Fahrer waren sich einig: Der Radmarathon war organisatorisch top über die Bühne vorbereitet. Laut VRT-Chef Dietmar Hellinger kamen alle gut durch, keiner sei gestürzt. Zusammen mit 20 Helferinnen und Helfern vom Verein hat Hellinger sich um vier Verpflegungsstationen, um Beschilderung und Straßenmarkierungen gekümmert.

Nächstes Jahr steht die 20. Auflage auf dem Plan. Es gibt Überlegungen, sich zum Jubiläum etwas Besonderes einfallen zu lassen. Mit Details dazu hält sich der Verein aber noch bedeckt. Dass die diesjährige Rekordteilnehmerzahl wieder erreicht wird, kann sich Hellinger durchaus vorstellen. Er sagt dazu: "Da geht sogar noch bissel mehr. Der Veranstaltung wird immer beliebter, weil sie sich unter den Sportlern herumgesprochen hat. Dazu ist sie auch bundesweit ausgeschrieben. Bis maximal 300 Fahrer wären für uns zu bewältigen."

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