Zielsprint entscheidet den Marathon

Regen und Nebel haben den Teilnehmern am 47.Internationalen Kammlauf erheblich zugesetzt. Auf dem 50-Kilometer-Klassiker verpasste Jens Eßbach hauchdünn einen möglichen Heimsieg.

Klingenthal.

Nicht einmal zwei Sekunden trennen Jens Eßbach vom VSC Klingenthal am gestrigen Sonntag vom Kammlaufsieg über 50 Kilometer im klassischen Stil. Letztlich musste sich der Routinier Toni Escher vom SC Norweger Annaberg geschlagen geben und mit Silber begnügen. Ein kleiner Trost: Es gab Gold in der Altersklasse Männer 41 bis 50 Jahre.

Einen Großteil der Strecke sind die beiden Führenden zusammen gelaufen, gute 45 Kilometer. Eßbach hat schon einiges erlebt in der Loipe. "Doch diesmal war es das schlimmste Rennen, das ich bisher erlebt habe. Und das war jetzt schon mein elfter Kammlauf. Die Zeit sagt alles. Der nasse Schnee und der Regen, das bremst unheimlich." Besser geworden sei es erst 15 Kilometer vorm Ziel: "Dort hatten die Läufer, die über 26 Kilometer gelaufen sind, die Strecke glattpoliert", sagte der 42-Jährige. Toni Escher hatte den Klingenthaler zwar auf der Strecke überholt, sei aber nicht weit weggekommen, zum Schluss gab es einen Zielsprint.

Der Reumtengrüner Schulleiter Matthias Flade, der für den SC Münchberg am Start war, belegte in der Gesamtwertung über 50 Kilometer Rang 7 und gewann in der Altersklasse 31 bis 40 Jahre. Flade war im Ziel geschafft, aber glücklich: "Es waren extrem schwere Bedingungen. Es hat ja teilweise geschüttet." Zu 100 Prozent konnte Matthias Flade seine Leistung nicht abrufen: "Mir steckt der Wasalauf noch in den Knochen. Dort hatte ich mir einen Platz unter den ersten 1000 ausgemalt. Und das habe ich mit Platz 673 erreicht."

Bei den Frauen wurde am Sonntag Kammlaufgeschichte geschrieben: Nicht nur, weil es laut Veranstalter der von der Zeit her wohl langsamste Lauf war, sondern auch, weil Charlotte Böhme vom SV Stützengrün die bisher jüngste Siegerin ist. Die 14-Jährige nahm erstmals die 26 Kilometer unter die Füße und legte einen Start-Ziel-Sieg hin.

Gesamtleiter Andreas Hille vom VSC Klingental: "Für die Schneebedingungen auf der Strecke haben wir Lob bekommen, was uns freut. Das Wetter kann man leider nicht beeinflussen. Das macht einfach schlechte Laune." Stellenweise hat es wie aus Eimern gegossen, hinzu kam ein unangenehmer Wind. Über 50 Kilometer haben sich 126 Teilnehmer in die Ergebnisliste eingetragen, über 26 Kilometer waren es 209 Männer und Frauen. "Dass auf der langen Strecke so wenige Teilnehmer waren, hängt sicher mit dem Wetter zusammen. Viele Sportler hatten sich lieber für die kurze Runde entschieden."

Am Samstag hatten sich Jessica Löschke vom TSV Leuna und Justus Strelow von der SG Stahl Schmiedeberg über 26 Kilometer Freistil in die Siegerliste eingetragen. Insgesamt 350 Langläuferinnen und Langläufer aus acht Ländern hatten sich an diesem Rennen sowie dem Kleinen Kammlauf über 5 Kilometer klassisch und den Familienlauf über 10Kilometer klassisch beteiligt. In einem packenden Zielsprint verwies Justus Strelow Markus Heldt vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal auf Platz. Dritter wurde Kombinierer Martin Hahn vom VSC Klingenthal.

Bei den Frauen überquerte Biathletin Helene Therese Hendel, die für ihren Heimatverein VSC Klingenthal lief, als Zweite die Ziellinie, Dritte wurde Anne Heinemann (SV Robotron Dresden). 172 Männer und Frauen waren über 26 Kilometer gestartet. Alle Ergebnisse veröffentlicht der Ausrichter im Internet.

www.kammlauf.de

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