Zum Auftakt kommt der Meister

Mit einem Heimkampf gegen Wacker Burghausen beginnt für die Ringer aus Pausa und Plauen am Samstag die Saison in der Bundesliga. Die zweite Mannschaft hat den ersten Sieg schon in der Tasche.

Felix Kästner (rechts) soll in der Bundesliga in den Gewichtsklasse bis 86 beziehungsweise 98 Kilogramm seine Einsatzchance bekommen. Vorigen Samstag verstärkte er beim Auftaktkampf in der Landesliga in Weischlitz die zweite Mannschaft der WKG. Dabei bezwang er Silvio Mehlhorn (links) von Erzgebirge Aue II auf Schultern.

Von Jörg Richter

Es ist die zweite Bundesligasaison, die für die Ringer der Wettkampfgemeinschaft Pausa/Plauen am Samstag beginnt. Nach der Umstrukturierung des Ligensystems des Deutschen Ringerbundes vor der vergangenen Saison hatten sich der Vorstand des KSV Pausa, der für die erste Männermannschaft federführend ist, und das Trainerteam mit Silvio Hoffmann, Denny Schulz und Berater Rainer Klemm für den Aufstieg in die Eliteklasse entschieden. "Auch wenn wir am Ende über den letzten Platz der Vorrundenstaffel Südost nicht hinaus kamen, war die Entscheidung richtig", sagt Silvio Hoffmann. Er verweist auf viele knappe Kampfverläufe, bei denen oftmals nur etwas Glück fehlte, um im Mittelfeld der Tabelle zu landen. Beispielgebend war das Lob der Gegner nach dem 17:18 in Westendorf: "Das war heute kein Tabellenletzter, der hier aufgetreten ist, das war ein Kampf auf Augenhöhe."

Erst am vorletzten Kampftag hatte sich der am Ende mit Pausa/Plauen punktgleiche RV Lübtheen mit einem Heimsieg über Aue den vorletzten Platz gesichert, während sich die Vogtländer mit einem klaren 22:11 gegen Westendorf von den heimischen Fans eindrucksvoll verabschiedeten. Bei Punktgleichstand gab das bessere Kampfpunktverhältnis im direkten Vergleich den Ausschlag zugunsten des RV.

Pausa/Plauen blieb trotz des letzten Tabellenplatzes in der Bundesliga, wobei in der neuen Meisterschaftsrunde erneut in drei Vorrundengruppen um den Einzug ins Viertelfinale gekämpft wird. Der RVLübtheen wechselte in die Weststaffel, dafür rückten mit dem Lokalrivalen RSV Rotation Greiz und ASC Bindlach zwei Aufsteiger in die Staffel Südost. Doch Ende Juni gab Bindlach aus personellen und finanziellen Gründen auf, die Mannschaft wurde zurückgezogen, sodass nur sieben Mannschaften die Vorrunde der Staffel Südost auskämpfen. Neben Pausa/Plauen und Greiz sind das der SV Wacker Burghausen, der TSV Westendorf, der SV Hallbergmoos, der SV Johannis Nürnberg und der FC Erzgebirge Aue.

Favorit ist Titelverteidiger SV Wacker Burghausen, gegen den die WKG Pausa/Plauen gleich zum Saisonstart antreten muss. Doch auch Nürnberg und Hallbergmoos wollen erneut um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen, für das sich die beiden Staffelsieger sowie die beiden punktbesten Drittplatzierten der drei Staffeln qualifizieren. Als schwierig erwies sich für die Vogtländer der Umstand, dass mit Maximilian Schwabe und Kevin Lucht gleich zwei WKG-Ringer im Aufgebot des Deutschen Ringerbundes (DRB) kämpfen und für internationale Wettkämpfe und Meisterschaften nominiert wurden.

"Erst Mitte September werden die Weltmeisterschaften der Junioren ausgetragen, im Oktober die Weltmeisterschaften der Männer und Frauen. Damit bleibt den Athleten aus der DRB-Auswahl kaum Zeit zur Regeneration", so Trainer Hoffmann. Vor einigen Tagen erreichte ihn zudem die Hiobsbotschaft, dass sich Maximilian Schwabe beim Trainingscamp zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft an der Schulter verletzt hat und wohl für die komplette Saison ausfällt. "Das reißt ein Riesenloch in unsere Aufstellung. Maximilian ist als unser bester deutscher Ringer nicht zu ersetzen", so Silvio Hoffmann. Punkten müssen nun vor allem die ausländischen Verstärkungen mit den neu Gekommenen Gevorg Sahakyan, Krzystof Bienkowski und Said Gazimagomedov.

"Es wird ein schweres Jahr, dennoch wollen wir den Zuschauern spannende Kämpfe bieten und uns so teuer wie möglich verkaufen", sagt Hoffmann, der dabei auch auf Eigengewächse wie Nils Buschner und Tobias Knittel setzt, die bei Deutschen Meisterschaften der Junioren Medaillen gewannen und langsam an das Niveau der Bundesliga herangeführt werden sollen. Vor allem Nils Buschner hat im Vorjahr schon für einige Paukenschläge gesorgt.

Das Aufgebot

Klasse bis 57/61 kg: Tamas Török (griechisch-römisch - GR), Said Gazimagomedov (Freistil - F). 61/66 kg: Janik Rausch (GR), Tobias Knittel (F). 66/71 kg: Nils Buschner (GR), Krzystof Bienkowski (F). 71/75 kg: Gevorg Sahakyan (GR). 75 kg: Ludwig Höfer (GR). 75/80 kg: Werner Schellenberg (GR), Kevin Lucht (F). 80/86 kg: Maximilian Schwabe (GR), Zalik Sultanov (F). 86/98 kg: Felix Kästner (GR), Dawid Peplowski (F). 98/130 kg: Kamil Skaskiewicz (F), Friedrich Fouda (GR), Rafal Krajewski (GR). Trainer: Silvio Hoffmann. Mannschaftsleiter: Denny Schulz. Sportlicher Berater: Rainer Klemm.

Zugänge: Skaskiewicz, Sahakyan, Bienkowski, Gazimagomedov, Török.

Abgänge: Vladimir Codreanu, Dawid Karecinski, Daniel Saratakov (alle Greiz), Marcel Böhme (Lübtheen), Florian Crusius (aktive Laufbahn beendet).

WKG II schlägt Aue II 16:3

Zum Auftakt der Meisterschaftsrunde in der Landesliga Sachsen hat die WKG Pausa/Plauen II am Samstag in der Turnhalle Weischlitz gleich ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Das Team um Trainer Roy Thoß fegte den FC Erzgebirge Aue II mit 16:3 Punkten von der Matte. Die Zuschauer waren begeistert vom Auftritt der WKG-Reserve, die schon in den ersten Kämpfen die Weichen in Richtung Gesamtsieg stellte. Beslan Begiev entschied das Auftaktduell gegen und Maximilian Lauterbach 17:6 für sich. Felix Kästner schulterte nach 4:12 Minuten seinen Kontrahenten Silvio Mehlhorn. Der Deutsche A-Jugend-Meister Paul Tschersich bezwang Routinier Pierre Vierling. Kevin Drehmann holte gegen Sammet Connor einen weiteren Mannschaftspunkt, und auch Cedric Riedel behielt gegen Adel Hussain 13:6 die Oberhand. Christian Bächer setzte den Siegeszug mit einem 8:1-Punktsieg über Nick Müller fort. Beim Stand von 13:0 für Pausa/Plauen II holte Amir Dastouri die ersten Siegpunkte für Aue II, doch Tobias Knittel ließ beim 11:17 nur zwei Mannschaftspunkte für die Gäste zu. Florian Frank besiegte Maximilian Becher 14:2 nach sechs Kampfminuten, was der WKG drei weitere Punkte zum 16:2 einbrachte. Jonas Valtin und Jakob Barth trennten sich 6:6, wobei der Siegpunkt an Barth ging. "Es waren viele spannende Duelle. Nur Felix Kästner gewann vorzeitig, alle anderen Begegnungen gingen über die komplette Kampfzeit", zeigte sich WKG-Trainer Roy Thoß zufrieden. (rjö)

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