Zwei Neue holen die einzigen Punkte

8:27 hieß es am Ende des ersten Bundesligaheimkampfes der Ringer der Wettkampfgemeinschaft Pausa/Plauen gegen den amtierenden Meister Wacker Burghausen. Der kam gleich mit vier Deutschen Meistern ins Vogtland.

Kamil Skaskiewicz (rechts) steuerte mit einem Schultersieg über Johannes Batt vier Punkte für das Mannschaftskonto der WKG Pausa/Plauen bei. Die anderen vier Zähler holte Said Gazimagomedov.

Von Jörg Richter

"Das Ergebnis ist, wie wir es erwartet haben", hakte Burghausens Trainer Eugen Ponomartschuk den 27:8-Sieg bei der WKG Pausa/ Plauen am Samstagabend in der Schulturnhalle Pausa ab. Mehr ins Detail ging sein Gegenüber Denny Schulz: "Ich denke, die 300 Zuschauer haben trotz der klaren Niederlage einen spannenden Kampfabend erlebt. Die Niederlage war absehbar, es ging nur um das wie - und da haben sich unsere jungen Athleten gut verkauft." Der Kampfgeist der Vogtländer gegen den mit vier Deutschen Meistern und zwei Weltklasseringern antretenden Titelverteidiger war deutlich zu spüren, doch im technischen Bereich hatten die Gäste klare Vorteile.

"Ich denke, dass ich ganz gut mitgerungen habe. Am Ende des Kampfes hat er ganz schön Druck gemacht, aber keine Punkte mehr geschafft. Es hat Spaß gemacht", zeigte sich Nils Buschner nicht unzufrieden mit seinem Kampf gegen den Deutschen Meister Witalis Lazowski. Den verlor er zwar mit 2:11 Wertungspunkten, aber immerhin kämpfte Buschner gegen den Burghausener über die komplette Kampfzeit von sechs Minuten auf Augenhöhe. Der Pausaer war einer von vier Ringern aus der eigenen Talentschmiede auf Seiten der WKG. Im neuartigen Punktsystem der Bundesliga ausgedrückt, brachte das für die Heimmannschaft einen deutlichen Vorteil. Jeder Kämpfer wird nach Herkunft und Erfolg mit Punkten bewertet. So schlug der Vizeeuropameister von 2017 auf Seiten des SV Wacker Magomedmurat Gadzhiev gleich mit acht Zählern zu Buche, die vier Eigengwächse des KSV Pausa Kevin Drehmann, Ludwig Höfer, Nils Buschner und Tobias Knittel drückten die Mannschaftspunktzahl der WKG mit jeweils minus zwei Punkten erheblich. Mehr als 28 Punkte darf keines der Teams insgesamt ausweisen, sonst wird der punkthöchste und damit der stärkste Ringer gestrichen. 7:21 lautete das Verhältnis am Samstag.

Die ersten Zähler für Pausa/Plauen holte der russische Neuzugang Said Gazimagomedov im leichtesten Limit bis 57 Kilogramm im Freistil. Er führte Burghausens Nachwuchsringer Mansur Dakiev regelrecht vor. Kevin Drehmann und Janik Rausch standen gegen die Deutschen Meister Ramsin Azizsir und Fabian Schmitt auf verlorenem Posten und unterlagen vorzeitig, ehe WKG-Neuzugang Kamil Skaskiewicz seinen gut mitkämpfenden Gegner Johannes Batt in der fünften Minute auf dem falschen Fuß erwischte und auf beide Schultern drückte. Doch das war es dann für die Gastgeber. Tobias Knittel kämpfte im ungewohnten Freistil aufopferungsvoll gegen den Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Deutschen Meisterschaft Enes Akbulut. Nach 4:17 Minuten hatte der Hofer in Diensten des SV Wacker das 16:0 zum Abbruchsieg erreicht. 8:12, so der Pausenstand.

In der zweiten Hälfte des Kampfabends gingen alle Begegnungen an den SV Wacker, dennoch hielten vor allem Zalik Sultanov gegen den Deutschen Meister Benjamin Sezgin, aber auch Nils Buschner gegen Witalis Lazowski gut mit, während Werner Schellenberg bei seinem Comeback gegen den WM-Fünften von 2015 Matthias Maasch beim 4:4 ein dickes Ausrufezeichen setzte. Der Siegpunkt ging auf Grund der höheren Wertungen zum 8:27-Endstand an den Burghausener. Am Samstag muss Pausa/Plauen in Bayern beim TSV Westendorf antreten.

Landesligateam gewinnt

Die zweite Mannschaft der WKG Pausa/ Plauen hat im zweiten Saisonkampf der Landesliga Sachsen den zweiten Sieg errungen. Sie setzte sich bei der WKG SAV Leipzig/Großlehna/KFC Leipzig II 20:12 durch. Dabei hatte das Reserveteam mit Tobias Knittel, Ludwig Höfer und Kevin Drehmann gleich drei Ringer an die Bundesligamannschaft abgeben müssen, die durch Turnierverpflichtungen mehrerer internationalen Auswahlkader Besetzungsprobleme hatte. Doch im Gegensatz zum Vorjahr verfügt Trainer Roy Thoß bedingt durch den Wegfall der dritten Mannschaft über eine starke Ersatzbank. Beslan Begiev musste eine Schulterniederlage hinnehmen, doch Felix Kästner glich im schwersten Limit mit einem Schultersieg aus. Paul Tschersich stellte durch einen weiteren Schultersieg die 8:4-Führung her, die allerdings gleich wieder dahin war, weil die WKG II im Limit bis 98 kg klassisch keinen Kämpfer stellte. Für die 10:8-Pausenführung sorgte Rustam Begiev mit einem 10:7-Punktsieg. Christian Bächer war ohne Chance - die Gastgeber hatten mit 12:10 erneut die Nase vorn. Doch dann brachen die Vogtländer das Leipziger Bollwerk. Ausschlaggebend war der Kraftakt von Mannschaftskapitän Florian Frank, der seinen gleichwertigen Kontrahenten schulterte. Mike Elschner legte einen schnellen Überlegenheitssieg nach und Jonas Valtin setzte mit einem 15:9-Punktsieg den Schlusspunkt. (rjö)

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