39. Internationaler Sommercup der Rodler: Zwickau ist gerüstet

Für die am Freitag beginnenden Wettkämpfe liegen dem ESV Lok 130 Anmeldungen vor. Der Verein hat beste Voraussetzungen geschaffen und freut sich auf etliche prominente Starter.

Zwickau.

Trotz Schneeregen haben sich am Samstag zahlreiche Helfer auf dem Gelände der Rodelbahn am Westsachsenstadion eingefunden, um die Anlage für den 39. Sommercup des Internationalen Rodelverbandes (FIL) am bevorstehenden Wochenende fit zu machen. "Wir freuen uns ungemein über die breite Unterstützung bei der Vorbereitung des Wettkampfes. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass die Leute bei diesem miesen Wetter hergekommen sind, um Gras zu mähen, Hecken zu schneiden oder diverse Verschönerungen auszuführen", sagt Andrea Müller, die stellvertretende Abteilungsleiterin Rodeln beim ESV Lok Zwickau.

Der FIL-Sommercup ist nur eine von zwei derartigen Veranstaltungen in Deutschland. Allein schon deshalb ist das Interesse der Sportler groß. Mehr als 130 Aktive haben sich bis Dienstag in die Meldelisten eingetragen, darunter 16 Lok-Starter. Dabei dürfen sich die Zuschauer auch auf einige prominente Gäste aus der Rodelszene freuen. Unter anderem haben Chris Eißler, Weltcupteilnehmer und Mitglied der Nationalmannschaft im Rennrodeln, sowie die ehemalige Welt- und Europameisterin und Weltcupgewinnerin Cathleen Martini ihr Kommen zugesagt. Beide sind Mitglied des ESV Lok Zwickau. Auch die FIL-Sportdirektorin Marie Luise Raimer, die 1979 selbst WM-Bronze geholt hatte, wird wieder in Zwickau mit dabei sein.

Nach Einschätzung von Abteilungsleiter André Hederer spielen beim großen Zuspruch gleich mehrere Faktoren eine Rolle. "Es sind alle Altersklassen von der Jugend bis zu den Senioren vertreten. Jeder kann teilnehmen, was den großen Vorteil bietet, dass auch ehemalige Rodler, Breitensportler und Amateurrodler gegen Profis antreten können." So eine Möglichkeit des Leistungsvergleichs gibt es in dieser Form sonst nicht. "Außerdem ist unser Sommercup immer auch ein Zusammentreffen der Rodler aus einem Großteil der europäischen Rodelnationen", so Hederer. Für Zuschauer wird es seiner Meinung nach vor allem am Samstag von 13 Uhr bis etwa 16.30 Uhr interessant. Zudem gibt es am Freitag, 9 Uhr einen Startwettkampf und am Sonntag, 9 Uhr zwei Rennen um den Pokal der Zwickauer Oberbürgermeisterin. Der Eintritt ist an allen drei Tagen frei.

Die 39. Auflage des Sommercups fällt ins 40. Jahr des Bahn-Bestehens. André Hederer: "Wir zeigen dazu eine PowerPoint Präsentation zur Entstehung der Bahn und deren Geschichte von 1979 bis heute." In dem Zusammenhang wird auch ein spezieller Gast erwartet: Lothar Dietzel. Der 85-Jährige war seinerzeit maßgeblich am Bau der Plasterinne beteiligt. "Der Hauptgrund war, dass wir auf öffentlichen Straßen keine Wettkämpfe mehr ausrichten durften. Vorher sind wir auf der Crimmitschauer Straße und in Niedercrinitz gefahren", erinnerte er sich.

Während Rodellegende Karl Zenker der Theoretiker für die neue Bahn war, stand Lothar Dietzel für die praktische Umsetzung. "Wir haben absolutes Neuland betreten und nach Feierabend die notwendigen Modelle im Maßstab 1:1 angefertigt. Mit Hilfe der Modelle wurden dann Stück für Stück die einzelnen Bahnelemente hergestellt. Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass die Bahn so lange hält", sagte Lothar Dietzel. Nach dem Sommercup steht ein Umbau der Bahn an.

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