Abteilung Rennrodeln bangt um Existenz

Mitgliederrückgang in Lichtenstein - Pandemie nicht der Hauptgrund

Lichtenstein.

Der Spiel- und Sportvereinigung (SSV) Fortschritt Lichtenstein geht es wie vielen Sportgemeinschaften: Sie verliert Mitglieder. Der Vereinsvorsitzende Andreas Förster nennt jedoch nicht Corona als Hauptgrund für diese Entwicklung. "Ich würde es nicht auf die Pandemie schieben. Wir haben bereits vor Corona jährlich annähernd 50 Mitglieder eingebüßt. Deren Anzahl ist von 900 auf derzeit gut 700 gesunken", berichtet Förster. Mit Ausnahme der Abteilung Fußball fehle es im Mehrspartenverein an Mitstreitern zur Betreuung des Nachwuchses. "Beispielsweise haben die Handballer kaum Jugendliche, weil es zu wenig Übungsleiter gibt. Ähnlich sieht es im Volleyball aus", erklärt Förster. Vieles hänge an einzelnen Personen. "Wenn die eines Tages nicht mehr zur Verfügung stehen ist es ganz schwer, Nachfolger zu finden", so der Fortschritt-Chef.

Besonders düster sieht es bei den Lichtensteinern im Rennrodeln aus. "Diese Abteilung ist im Sterben begriffen", wählt Förster drastische Worte - und übertreibt damit offensichtlich nicht. "Das ist nicht zu hart formuliert", bestätigt ihn Rennrodel-Abteilungsleiter Steffen Hartig. Kinder gebe es gar keine mehr, vor allem, weil Personal fehlt. Trainingsstätten der Lichtensteiner Rennrodler sind im Winter die Bahn in Altenberg, im Sommer geht es nach Zwickau. Zwar habe der Verein dafür gesorgt, dass der Nachwuchs zu den Bahnen gefahren wird, so Hartig. Doch Training sei oft nur abends möglich gewesen. "Welche Eltern machen das mit, dass ihre Kinder erst gegen 22 Uhr wieder zu Hause sind?", gibt der Abteilungsleiter zu bedenken. Zurzeit würden lediglich noch einige wenige Erwachsene dem Rennrodelsport bei der SSV nachgehen. Aufgeben will Hartig aber nicht. "Wegen Corona steht das Vereinsleben seit einem Jahr völlig still. Nach der Pandemie wollen wir wieder auf Nachwuchssuche gehen", kündigt er an.

Starke Einbußen bei Sponsorengeldern befürchtet man in Lichtenstein nicht. "Große Förderer haben wir nicht. Wir werden von kleinen Handwerkern unterstützt, die uns sicher auch in Zukunft helfen werden", sagt Vereinschef Förster.

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