Als Außenseiter geht's zum Spitzenreiter

Nach der vermeidbaren Heimniederlage gegen die Füchse Berlin erwartet die Zwickauer Zweitliga-Handballerinnen bei den Kurpfalz-Bären Ketsch eine weitere ganz schwere Aufgabe. Unlösbar scheint sie allerdings nicht.

Zwickau/Ketsch.

Schwerer kann's nicht kommen: Nach sieben sieglosen Punktspielen auf Platz 13 abgerutscht, muss der BSV Sachsen Zwickau (6:14 Punkte) am Sonnabend beim Spitzenreiter, den Kurpfalz-Bären Ketsch (20:2), antreten. Die haben allerdings schon drei Spiele mehr absolviert als die noch verlustpunktfreien Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten (16:0).

Trotz der klaren Rollenverteilung ist den Muldestädterinnen vor der Partie beim aktuellen Tabellenführer nicht bange. "Gegen Mannschaften, die das spielerische Moment bevorzugen, haben wir uns immer gut aus der Affäre gezogen", erklärt Trainer Rüdiger Bones. Das bewies sein Team in den Partien gegen Beyeröhde-Wuppertal (36:36) und daheim gegen Rödertal (24:24). Bones ärgert sich immer noch über die unnötige Niederlage gegen die Füchse Berlin (30:32). Die führt er auf mentale Ursachen zurück. Nachteilig wirkte sich auch der kurzfristige Ausfall von Julia Redder, die beim Thüringer HC II (3. Liga) zum Einsatz kam, aus. "Es kommt darauf an, im richtigen Moment das Richtige zu tun. Damit tun wir uns momentan ein bisschen schwer", analysiert der Trainer. Sein Appell an die Spielerinnen deshalb: "Nicht immer so lange nachdenken. Einfach weitermachen!"

Der Zeitpunkt für das Gastspiel in Ketsch ist vielleicht gar nicht so schlecht. Die Kurpfalz-Bären haben gerade ihre erste Saisonniederlage kassiert (29:33 beim Tabellendritten Beyeröhde-Wuppertal). "Wenn wir den Kopf oben behalten und das Tempo bestimmen, dann sind wir nicht chancenlos", glaubt Rüdiger Bones. Während der Saisonvorbereitung gab es schon ein Kräftemessen beider Teams: Beim 27. Internationalen Lotto-Cup des SV Oßweil Ende August bezwangen die Sachsen in der Finalrunde die Kurpfalz-Bären mit 14:13. In der vergangenen Saison behielt der BSV am 28. Januar in Ketsch überraschend mit 18:17 die Oberhand. Die Zwickauer Fans wären glücklich, wenn erneut ein solches Husarenstück gelänge.

Anwurf: am Sonnabend, 18 Uhr in der Neurott-Halle Ketsch. Geleitet wird das Spiel vom Schiedsrichterduo Andreas Briese und Kim von der Beeck aus Köln-Longerich.


Kurpfalz-Bären liebäugeln mit einem erneuten Aufstieg in die 1. Bundesliga

Dreimal hat Ketsch bereits den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft: 1994, 1999 und 2005. In dieser Saison könnten es die Kurpfalz-Bären erneut packen. Im Unterschied zu anderen Zweitligisten ist die Vereinsführung entschlossen, den erforderlichen Lizenzantrag Ende Januar zu stellen, wenn sich die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe der 2.Liga befindet. Das bekräftigte Robert Becker, geschäftsführender Gesellschafter und gemeinsam mit Tom Löbich Sportlicher Leiter. Es soll damit jedoch keinerlei Druck auf das Team ausgeübt werden. "Wir schauen von Spiel zu Spiel und bleiben sehr gelassen", erklärte Löbich.

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