Am Ende bleibt nichts als Enttäuschung

Die Zwickauer Rollis hätten den Sack im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga zubinden können. Aber zu viele individuelle Fehler kosteten den möglichen Sieg.

Mosel.

Die Rollstuhlbasketballer des BSC Rollers Zwickau haben am Samstag das zweite Spiel der Abstiegsrunden, der sogenannten Play-downs, in buchstäblich letzter Sekunde gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden mit 61:62 (15:10, 33:30, 48:42) verloren. Entsprechend angefressen war der Zwickauer Trainer Marco Förster nach der Partie. "Wir haben den Gameplan gut umgesetzt, aber am Ende einfach zu viele überhastete und dumme Fehler gemacht", so Förster.

Dabei sah bis zum Schluss alles nach einem Sieg für Zwickau aus. Anders als beim vergangenen Aufeinandertreffen Ende Januar stand der BSC defensiv stabiler. "Ich habe die komplette Verteidigung umgestellt, und wir haben uns auch offensiv dem Gegner angepasst. Umso bitterer ist das Endergebnis", so Förster. Seinem Team gelang es mehrmals, die Partie mit neun oder zehn Körben Vorsprung anzuführen. "Ich habe das ganze Spiel nicht dran geglaubt, dass wir es verlieren. Selbst beim 50:50 dachte ich: Das kriegen wir schon noch hin", so der Trainer.

Die Wiesbadener erwiesen sich allerdings als widerstandsfähig. So kämpften sie sich immer wieder gefährlich nah an die Zwickauer heran, ohne jedoch die Führung übernehmen zu können. Mit einem vermeintlich komfortablem Vorsprung von sechs Zählern ging es in das letzte Viertel. Das war dann nichts für schwache Nerven. Die Rhinos erzielten Treffer um Treffer, wogegen der BSC zu viele Chancen liegen ließ. "Heute hätten wir einfach nicht verlieren dürfen. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Da hat uns die Ruhe gefehlt", sagte BSC-Spieler Frank Oehme nach der Partie. Für Oehme war es das erste Spiel vor heimischer Kulisse, nachdem er sich vor einem Monat, im Spiel gegen Iguanas München, im Gesicht verletzt hatte. Sein Comeback hatte er sich selbstverständlich anders vorgestellt. "Wir wollten heute alles klar im Abstiegskampf machen", so Oehme.

Auffallend war die intensive Ansprache von Marco Förster an sein Team direkt im Anschluss an das Spiel. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich ziemlich angepisst bin. Und dass jeder von ihnen heute angepisst sein darf, da wir uns das Spiel aus der Hand nehmen lassen haben. Am Ende habe ich sie trotz alledem für ein gutes Spiel gelobt", sagte Förster.

Da die Roller Bulls Ostbelgien ihr Play-down-Spiel gegen die Köln 99ers gewonnen haben, ist der Klassenerhalt für die Zwickauer - zumindest rechnerisch - noch nicht in trockenen Tüchern. Umso entscheidender ist das Spiel in zwei Wochen gegen Köln. Dort müssen die Zwickauer dann beweisen, dass sie der 1. Bundesliga würdig sind. Gegen die als Absteiger feststehenden Rheinländer muss der Sack dann endgültig zugemacht werden. "Gegen Köln müssen wir es einfach klarmachen. Da führt kein Weg dran vorbei", weiß auch Frank Oehme.

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