Applaus für beherzten Auftritt

Mit einem Mini-Kader haben Motor Meeranes Hockeyspielerinnen dem Regionalliga-Spitzenreiter große Probleme bereitet. Dies war am Sonntag deutlich sicht- und auch hörbar.

Meerane.

Wer am Sonntag bei der Hockey-Regionalliga Partie des SV Motor gegen den Mariendorfer HC nur auf die Trainer geachtet hätte, der wäre wohl von einem Sieg der Meeranerinnen ausgegangen. Mit einem beherzten Auftritt sorgte Motor beim Coach des ungeschlagenen Tabellenführers wohl für einen erhöhten Puls. Immer wieder war die entnervte Stimme von Ziad Al-Michref zu hören, der sein Team kritisierte oder Anweisungen gab. SV-Trainer Mirko Götz war die Freude nach der Partie dagegen anzusehen. "Ich war nach einer Niederlage selten so zufrieden", sagte Götz im Anschluss an das 2:4 (1:3) gegen die Berlinerinnen. Auch die Zuschauer in der Karl-Heinz-Freiberger-Halle applaudierten im Anschluss wie nach einem Sieg der Gastgeberinnen.

"Die Stimmung ist gut", bestätigte Motor-Stürmerin Marie Rothmund, "vor allem, da wir so wenig waren, sind wir durchaus zufrieden". Krankheitsbedingt standen dem SV nur zwei Feldspielerinnen als Wechseloptionen zur Verfügung. Für den absoluten Notfall saß zusätzlich noch Alexandra Goldacker auf der Bank, die in der Feldsaison verletzt ausfiel und in der Halle eigentlich aus beruflichen Gründen nicht aktiv ist. Zum Einsatz kam sie allerdings nicht.

Vom eigenen Spiel beflügelt, gestalteten die Meeranerinnen die Partie mindestens ausgeglichen. "Mariendorf hatte einfach mehr Glück", sagte SV-Spielerin Melanie Lange. Dies zeigte sich bereits beim ersten Tor. Ein eigentlich schon abgewehrter Schuss landete irgendwie am Pfosten, prallte von dort unglücklich an Torhüterin Constanze Kraska und von ihr zur Führung der Mariendorferinnen ins Tor (3. Minute). Kurz darauf wehrte Laura Remus eine Ecke auf der Linie ab, doch danach übernahm Motor das Kommando. Mehrere Angriffe rollten auf den Kasten des Tabellenführers zu, doch der Ball wollte nicht über die Linie gehen. Bei der einzigen Strafecke des SV wurde der Schuss von Anja Küchler auf der Linie geklärt (6. Minute). Knapp anderthalb Minuten später machten es die Gäste besser. Nach einer Ecke erhöhten sie auf 2:0. Sieben Minuten vor der Pause legte Mariendorf das 3:0 nach.

Kurzfristig waren die Gäste nun am Drücker. Doch Motor kämpfte sich zurück. Noch vor der Pause traf Marie Rothmund zum 1:3. Nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff staubte ihre Schwester Pauline nach einem Pfostenschuss zum 2:3 ab. Es entwickelte sich eine spannende Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Auch nachdem die Gäste ihre Führung mit einem schönen Angriff über die rechte Seite auf 4:2 ausbauten (35.), war Meerane stets im Spiel. Mit einem erneuten Anschlusstreffer wäre die Partie möglicherweise gekippt - doch dieser gelang trotz einiger Chancen nicht mehr.

"Ich bin absolut stolz darauf, was mein Team gezeigt hat", sagte Mirko Götz. Das beste daran sei, "dass die Mannschaft noch gar nicht weiß, dass sogar noch viel mehr in ihr steckt". Durch die Niederlage wurde Motor in der Tabelle von der nunmehr punktgleichen SG Rotation Prenzlauer Berg (13 Zähler) überholt und steht jetzt auf Platz 5. Zwei Spieltage vor dem Ende sollte der Klassenerhalt bei fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge nur noch Formsache sein - und mit einem Auftritt wie vom Sonntag wohl schon im nächsten Heimspiel am 1. März gegen das Schlusslicht HC Lindenau Grünau endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Zum Saisonabschluss geht es am 7. März gegen den Berliner SC (6. Platz/13 Punkte). "Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, dass alle wieder gesund werden", so Melanie Lange, "und dann wollen wir sechs Punkte aus den beiden Spielen holen".


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