Auch als Weltmeisterin: Respekt vor der Zwickauer Bahn bleibt

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Mehrere deutsche Rodel-Asse haben drei Tage lang auf der Anlage am Westsachsenstadion trainiert. Für die Gesamtweltcupsiegerin Julia Taubitz aus Oberwiesenthal war es die Rückkehr an jene Stätte, an der sie einst ihre ersten Fuhren ins Tal brachte.

Zwickau.

Mit einem guten Grundgefühl auf der einen und dem Wissen um ihre Reserven auf der anderen Seite - so hat Julia Taubitz am Montag die Heimreise vom dreitägigen Trainingslager auf der Sommerrodelbahn in Zwickau angetreten. "Ich brauche noch einen Tick zu lange, um die optimale Lage auf dem Schlitten zu finden. Da muss ich weiter dran arbeiten, zumal es in der neuen Weltcupsaison nur noch drei statt fünf Trainingsläufen gibt", sagte die 24-Jährige vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal. Wer sie vorher die 400 Meter lange Plasterinne mit sechs Kurven hinunterdonnern sah, kann es allerdings erahnen: Es sind maximal Kleinigkeiten, die man da noch besser machen kann.

Das sieht auch Trainer Jan Eichhorn so, der den zehn Schützlingen seiner Oberhofer Trainingsgruppe zum Abschluss des dreitägigen Ausfluges nach Westsachsen sehr gute Fuhren bescheinigte. "Ich bin nach den drei Tagen zufrieden. Das war wirklich ordentliches Niveau", sagte der 39-Jährige. Da sich die Schlitten auf den schnellen Rollen etwas leichter lenken lassen als im Winter auf Kufen, hatten er und sein Trainer-Kollege Andy Langenhahn bewusst den Schwerpunkt auf das Ein- und Aussteuern über die Schulter und auf die Fahrlage gelegt.

Dabei mussten sich selbst Julia Taubitz, die im vergangenen Winter neben dem Gesamtweltcup auch WM-Gold im Team und Silber im Einzel gewonnen hatte, oder Junioren-Weltmeister Moritz Bollmann zunächst an die Bahn in Zwickau herantasten. Denn Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometer pro Stunde sind nicht ohne. "Wenn du beim Sommerrodeln runterfällst, gibt es Verbrennungen. Von daher ist immer ein gewisser Respekt mit dabei", erklärt Julia Taubitz. Am Wochenende gingen die Stürze bis auf eine Brandwunde am Unterarm eines Nachwuchsrodlers jedoch glimpflich ab. "Das gehört dazu", sagt Trainer Jan Eichhorn. Und der muss es wissen. Schließlich hat er es als Aktiver einst selbst zu Olympia- und WM-Starts geschafft.

Dass Julia Taubitz in der Weltspitze ankommen würde, war bei ihren ersten Trainingsläufen auf der Zwickauer Bahn indes nicht abzusehen. "Ich habe 2003 mit dem Rodeln begonnen. Von da an waren wir sehr oft zum Training hier und haben uns die Bahn Stück für Stück von unten nach oben gearbeitet. Man kann hier sehr gut lernen, wie man sich auf dem Schlitten am besten positioniert", sagt die Erzgebirgerin. Von daher hatte für sie die Rückkehr als Weltmeisterin fast etwas Emotionales: "Ich glaube, ich habe in meiner Jugend hier die meisten Läufe gemacht und war jetzt sechs Jahre nicht mehr da."

Die Oberhofer Trainingsgruppe hatte sich aufgrund von Bauarbeiten auf ihrer Heimbahn und auf der Bahn in Altenberg erstmals für das Trainingslager in Zwickau entschieden und parallel einige Athletikeinheiten im Westsachsenstadion absolviert. So fiel das Fazit am Montag rundum positiv aus, auch wenn die letzte Trainingseinheit am Vormittag aufgrund des einsetzenden Regens sicherheitshalber abgebrochen wurde. Ein großes Dankeschön sprach Jan Eichhorn den Verantwortlichen der Rodel-Abteilung des ESV Lok Zwickau um Andrea Müller aus: "Sie haben im Ehrenamt die Möglichkeiten geschaffen und alles für uns getan."

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