"Auf die Torhüter war Verlass"

Handball: Interview mit dem scheidenden Spielertrainer Felix Kempe vom Sachsenligisten HC Glauchau/Meerane

Glauchau/Meerane.

Auf dem zweiten Platz haben die Männer vom HC Glauchau/Meerane die Saison in der Handball-Sachsenliga beendet. Holger Frenzel sprach mit Spielertrainer Felix Kempe (29) über die Gründe für den verpassten Aufstieg und seinen Abschied aus Westsachsen.

Freie Presse: Sie waren 18 Monate als Trainer für den HC Glauchau/Meerane verantwortlich. Wie hat Sie die Tätigkeit verändert?

Felix Kempe: Es war interessant, intensiv und lehrreich. Ich habe einen Blick aus einer anderen Perspektive auf unsere Sportart bekommen. Man versteht, warum Trainer in bestimmten Phasen auf der Bank oder in der Kabine mal etwas lauter werden. Die Aufgabe als Übungsleiter ist mit einem hohen Aufwand verbunden: Man muss die Trainingseinheiten vorbereiten, Partien auswerten und Spieler, bei denen es nicht so läuft, aufbauen.

Die Saison ist seit zweieinhalb Wochen beendet. Mit etwas Abstand: Überwiegt die Freude, dass ihre zwischenzeitlich schon abgeschriebene Mannschaft noch einmal für Spannung im Titelkampf sorgen konnte, oder die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg?

Die Antwort liegt irgendwo bei 50:50. Die Mannschaft hat nach der Niederlage bei der HSG Neudorf/Döbeln, wo wir die entscheidenden Punkte liegen gelassen haben, die erhoffte Reaktion gezeigt, sich ein Endspiel vor einer tollen Kulisse gegen den EHV Aue II erarbeitet und am letzten Spieltag die beste Saisonleistung abgerufen. Leider hat es nicht zum Titel und zum Aufstieg gereicht. Im Spiel gegen Aue hat die rote Karte gegen David Kylisek für einen Bruch gesorgt - in der Defensive und in der Offensive. Ansonsten wäre auch ein Sieg mit einem Vorsprung von 14 Toren, den wir gebraucht hätten, drin gewesen.

Welche Akteure im HC-Team haben sich in der Saison 2018/19 positiv entwickelt?

Auf Torhüter Ludek Kylisek war Verlass. Er hat in den letzten Wochen trotz eines gebrochenen Fingers absolute Top-Leistungen abgerufen. Sebastian Poppitz und Franz Schmidt waren wichtige Eckpfeiler. Christian Staude hat bestätigt, dass seine Berufung zum Kapitän richtig war. Er war trotz seiner Verletzung immer in der Nähe der Mannschaft. Das Team hat von seiner Geschlossenheit gelebt und mich, was nicht selbstverständlich ist, auch als jungen Trainer akzeptiert.

Allerdings hat - vor allem zwischen November und Januar - die Konstanz in den Leistungen gefehlt.

Das stimmt. Der Start in die Saison war gut. Nach dem Unentschieden im Heimspiel gegen Görlitz gab es einen Knick. Dazu kamen einige verletzungsbedingte Ausfälle. Wir hatten vor allem auswärts Probleme, haben uns aber nach den Niederlagen in Aue und in Döbeln wieder aufgerappelt.

Sie haben ihren Abschied vom HC Glauchau/Meerane angekündigt. Wie geht's für Sie in den nächsten Wochen weiter?

Ich bleibe noch bis Ende Juni in Glauchau. Dann werden die Umzugskartons gepackt. Ich freue mich auf die Rückkehr in meine Geburts- und Heimatstadt Freiberg. Dort spiele ich in der neuen Saison mit der HSG, wo meine Laufbahn begonnen hat, in der mitteldeutschen Oberliga.

Welche Lücken müssen die HC-Verantwortlichen schließen, um wieder einen Anlauf zum Aufstieg in die Oberliga nehmen zu können?

Ich bin in die Personalplanungen für die neue Saison nicht mehr eingebunden, was aber auch normal ist. Man braucht vor allem Verstärkung für die rechte Seite. Mit René Pechmann und Lukas Zauber gibt es aktuell nur noch zwei Linkshänder im Team. Zudem wird mittelfristig die Frage stehen, wer einmal in die Fußstapfen von Ludek Kylisek und David Kylisek treten kann. Die Beiden sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.


Sebastian Poppitz war 83-mal für den HC erfolgreich

15 Siege, 3 Unentschieden und 2 Niederlagen stehen in der Bilanz des HC Glauchau/Meerane. Die Mannschaft beendete die Saison mit 33:7 Punkten auf dem zweiten Platz. Den Titel als Sachsenmeister sicherte sich der EHV Aue II - mit der gleichen Punktzahl und einem Vorteil im direkten Vergleich. Koweg Görlitz landete mit 31:9 Zählern an dritter Stelle.

Sebastian Poppitz war in der Saison 2018/19 der beste Werfer des HC Glauchau/Meerane. Der Rückraumspieler, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt, versenkte den Ball insgesamt 83-mal im gegnerischen Kasten. Dahinter folgen Lars Lindner mit 76 Treffern und David Kylisek mit 75 Toren. Die HC-Akteure konnten 77,9 Prozent der Strafwürfe verwandeln.

In der Sommerpause gibt es einen Trainerwechsel. Mario Schuldes übernimmt die Aufgabe von Felix Kempe.

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