Auf einem Rad durch's Gelände

Der Glauchauer Andreas Metzeroth ist begeisterter Radsportler. Der 37-Jährige nimmt auch an Wettkämpfen teil. Allerdings hat es damit eine besondere Bewandnis.

Der tägliche Weg vom Bahnhof zur Wohnung und Arbeitsstätte ist für Andreas Metzeroth zugleich Training.

Für Sie berichtet: Gerhard Geidel

Andreas Metzeroth zieht die Blicke der Passanten auf sich, wenn er täglich mit dem Fahrrad vom Glauchauer Bahnhof in seine Wohnung oder in Chemnitz zur Arbeitsstelle unterwegs ist. Er sitzt nämlich nicht auf einem gewöhnlichen Bike, sondern fährt mit einem Einrad.

Dieses Sportgerät ist wohl eher vom Kunstradfahren oder aus dem Zirkus bekannt, doch es geht auch anders, wie Metzeroth beweist. Er zeigt sein Können im Gelände über Stock und Stein, und das auch noch wettkampfmäßig. Muni-XC ist die offizielle Bezeichnung für diese exotische Sportart. Zuletzt war Andreas Metzeroth bei den Landesmeisterschaften in Seiffen am Start und wurde Zweiter in der Altersklasse 30 bis 40 und Neunter der Gesamtwertung.

Für den Laien ist das nur schwer vorstellbar. Muni-XC ist etwas für Kämpfer und Könner, schließlich hat das Rad keinen Lenker und maximal eine Bremse unter dem Sattel. Balance zu halten ist nicht einfach, Hauptproblem ist aber laut Metzeroth die Kondition. Gefahren werden für den Außenstehenden unglaublich anmutende 15 bis 20 Kilometer. Der 37-Jährige hat schon eine gewisse Zeit gebraucht, bis er mit dem Gefährt klar kam.

Mit 16 Jahren saß er das erste Mal auf einem Einrad, und das in einem Zirkus. "Man konnte verschiedene Sportgeräte testen, das Einrad lag unbeachtet herum, keiner wollte es, da hab ich mich einfach mal versucht", erinnert sich der Glauchauer. Doch das endete kläglich. Eine Stunde hat er es nach eigener Aussage probiert, und nicht eine einzige Radumdrehung hinbekommen. Das war Grund genug, für viele Jahre die Hände vom Einrad zu lassen. Mit dem Alter kommt bekanntlich die Reife. Als 33-Jähriger entschloss er sich, Sport zu treiben. Der misslungene "Zirkusauftritt" war im Gedächtnis haften geblieben. Im Internet ersteigerte er ein Einrad. Einen Sommer lang war dann 2014 der Schillerpark Trainingsstätte. Seine Beharrlichkeit trug Früchte, er fand nicht nur Gefallen am Einradfahren, sondern bekam zunehmend Lust, an Wettkämpfen teilzunehmen.

2016 stand er zum ersten Mal bei sächsischen Meisterschaften am Start und wurde Letzter in der Gesamtwertung. Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Ein Jahr später war Andreas Metzeroth wieder dabei, und er konnte sich steigern, der vorletzte Platz sprang heraus. Das war auch die Platzierung 2018 in Seiffen. "Das tut der Freude keinen Abbruch. Einradfahrer sind faire Sportsleute, denen es vorrangig um den Spaß geht. Was zählt ist ankommen", sagt Metzeroth.

Für 2019 hat er sich eine neue Herausforderung gesucht: die Teilnahme am Europamarathon in Görlitz über 42 Kilometer durch Deutschland, Tschechien und Polen. Es gibt im Einradfahren auch Europa- und Weltmeisterschaften. Die sind für Metzeroth aber kein Thema. "Die Freude soll meine Motivation bleiben. Ich werde mir keinen Leistungsdruck auferlegen", sagt er.

0Kommentare Kommentar schreiben