Bären ringen Zwickau nieder - Klassenerhalt ist dennoch sicher

Das BSV-Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen hat am Samstag eher Hiobsbotschaften hervor gebracht. Abseits des Feldes war es dagegen ein sehr erfolgreiches Wochenende.

Zwickau.

Viel Grund zur Freude hat es am Samstag in der Sporthalle Neuplanitz nicht gegeben. Die guten Ereignisse fanden alle außerhalb des Zweitligaspiels der Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau gegen die TSG Ketsch statt. Und so gratulierte BSV-Trainer Norman Rentsch den Kurpfalz Bären vor 498Zuschauern zu einem verdienten 29:22 (13:10)-Erfolg in Zwickau. Doch auch für sein Team fand er lobende Worte: "Der Mannschaft kann man für die Moral und den Kampf nur applaudieren."

Die Voraussetzungen für das Kräftemessen mit dem Tabellenzweiten aus der Nähe von Hockenheim standen unter keinem guten Stern. Rückraumspielerin Maja Helmchen aus der zweiten Mannschaft sollte aufgrund der dünnen Personaldecke eigentlich aushelfen - und erweiterte die lange Verletztenliste des BSV noch vor dem Anwurf. Beim Aufwärmen verletzte sie sich am Knie. "Das war noch mal ein Rückschlag für uns, da sie auch in der taktischen Vorbereitung eine Rolle gespielt hat", so Zwickaus Spielführerin Jenny Choinowski. Durch den Ausfall standen nur noch zwei Rückraumspielerinnen im kleinen Kader (7 Feldspielerinnen, 2Torhüterinnen) zur Verfügung. Daher schickte der BSV die Kreisläuferinnen Nadja Bolze und Alisa Pester vermehrt zusammen aufs Feld.

Doch damit nicht genug. Nach knapp 15 Minuten kugelte sich Petra Nagy einen Finger aus. "Sie hat sich dann absolut in den Dienst der Mannschaft gestellt und die restliche Zeit auf die Zähne gebissen", so Rentsch. Mit viel Kampf ließ sich Zwickau von den Rückschlägen sowie der aggressiven und körperbetonten Deckung der Gäste nicht allzu sehr beeindrucken und hielt sich im ersten Durchgang zumindest in Schlagdistanz. "Wir haben die personelle Situation nicht so sehr ausgenutzt, wie ich mir das gewünscht hätte. Dafür auch ein klares Kompliment an Zwickau", sagte TSG-Trainerin Katrin Schneider.

Nach der Pause vergrößerten die Bären ihren Vorsprung innerhalb von fünf Minuten von 13:10 auf 17:11 und erzielten damit eine Vorentscheidung. Trotz der Niederlage ist eine solche auch im Kampf um den Klassenerhalt zugunsten der Zwickauerinnen gefallen. Trier stellte einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens und steht damit als Absteiger fest. Sportlich wird daher nur noch ein weiteres Team den Gang in Liga 3 antreten müssen. Vier Spieltage vor dem Saisonende ist der BSV mit zehn Punkten Vorsprung auf Schlusslicht HSG Gedern/Nidda damit gerettet.

Die schönste Nachricht des Wochenendes gab es aber von einer BSV-Spielerin, die nicht im Kader stand. Magdalena Bosneac, die dritte Torhüterin des Teams, wurde am Samstag Mutter und freute sich über die Geburt ihrer Tochter.

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