Beim Oberlungwitzer SV hat ein Neuer das Sagen

René Schreiter steht mit den Landesklasse-Fußballern gleich vor mehreren Herausforderungen. Der bisherige Trainer hilft mit.

Oberlungwitz.

Für die Landesklasse-Elf des Oberlungwitzer Sportvereins stand am Donnerstagabend die erste Trainingseinheit seit Wochen an. Deren Planung und Umsetzung hat René Schreiter durchaus Kopfzerbrechen bereitet. Der 50-Jährige, der aus Lugau stammt und jetzt in Zwickau lebt, hat schon vor der Coronakrise die Verantwortung für die OSV-Männer übernommen. In der Vorrunde war noch Frank Wüstner der Cheftrainer. Er bleibt aber genau wie Co-Trainer John Weise in der Mannschaftsführung. Doch das sportliche Sagen hat jetzt Schreiter.

"Es gibt viele Vorgaben, und ich kann das Training entsprechend planen. Aber wie das alles funktioniert, muss sich zeigen", betont Schreiter. Training mit Einhaltung der Abstandsregelung sei zwar vorstellbar und könnte stark auf technische Inhalte ausgerichtet werden, doch das ist nur die eine Seite der Medaille. "Drei oder vier Wochen läuft das bestimmt. Aber als Sportler will man doch auch irgendwann wieder den Zweikampf und den echten sportlichen Wettkampf", sagt der Trainer, der die aktuelle Situation durchaus kritisch betrachtet. Gewisse Maßnahmen, strenge Hygiene und der Verzicht auf Massenveranstaltungen seien ja durchaus plausibel, aber vieles andere müsse auch hinterfragt werden.

Der Fußball ist dabei nur eines von vielen Themen, doch er zeigt auch Probleme auf, die an anderer Stelle vielleicht noch viel mehr zum Tragen kommen. "Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Die Spieler haben ein riesiges Potenzial für die Weiterentwicklung. Doch da könnte es nun einen Knick geben", befürchtet Schreiter, der als Trainer unter anderem schon beim Lugauer SC, bei der U 17 des Nachwuchsleistungszentrums von Erzgebirge Aue und beim SV Planitz aktiv war. Als Spieler gab es ebenfalls viele Stationen, zum Beispiel Wismut Aue, Tanne Thalheim und den FC Stollberg. Der Kontakt zu OSV kam über Frank Wüstner zustande, der in der Vergangenheit schon einmal Trainer von Schreiters Sohn war.

Die vom Sächsischen Fußballverband getroffenen Beschlüsse sieht René Schreiter, der studierter Wirtschaftsingenieur ist, kritisch. Der Saisonabbruch und die Entscheidung, Mannschaften den Aufstieg zu ermöglichen, aber auf Absteiger zu verzichten, dürfte die kommende Saison schwierig machen, denn es drohen aufgeblähte Ligen und eine hohe Belastung der Amateursportler. Die seien aber nun einmal die wesentliche Säule bei allen Sportarten, deshalb müssten ihre Belange und Interessen mehr im Vordergrund stehen. "Mir wäre es lieber, dass die Saison 2019/2020 annulliert wird und es noch einmal mit den gleichen Staffeln losgeht", sagt Schreiter. Er hofft, dass ab 1. September wieder ganz normal Fußball gespielt werden kann.

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