Das Sachsenderby im Handball und seine vielen Vorgeschichten

In der 2. Bundesliga der Frauen hat es das erste Heimspiel der Saison für Zwickau gleich in sich: Mit dem HC Leipzig ist am Samstag nicht nur der Ex-Club des Trainers zu Gast. Es kommt auch zu einem Wiedersehen mit drei früheren BSV-Spielerinnen.

Zwickau.

So viele Presseanfragen in nur einer Woche hatte Norman Rentsch schon lange nicht mehr abzuarbeiten. Wirklich überraschend kam das große Medieninteresse für den 39-jährigen Trainer des BSV Sachsen Zwickau wohl aber nicht. Denn an seiner ganz persönlichen Vorgeschichte vorm ersten Saison-Heimspiel der Mannschaft kommt einfach keiner vorbei. Mit dem HC Leipzig ist am Samstag, 17 Uhr in der Sporthalle Neuplanitz jener Club zu Gast, den Norman Rentsch von 2014 bis zur Insolvenz im Jahr 2017 in der 1. Bundesliga und sogar in der Champions League betreut hatte. Deshalb geht der Trainer davon aus, dass es für ihn "schon ein bisschen eigenartig" wird.

Denn obwohl aus der damaligen Mannschaft kaum noch Spielerinnen dabei sind, gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern. "Ich kenne die Spielerinnen größtenteils aus dem damaligen Perspektiv-Kader und freue mich darauf, die Co-Trainer Max Berthold und Wieland Schmidt wiederzutreffen. Wir hatten damals eine schöne und erfolgreiche Zeit zusammen", sagte Norman Rentsch beim Pressecafé im Malibu Diner in Langenhessen. Geschenke werden deshalb am Samstag aber nicht verteilt. Nach der 25:27-Auftaktniederlage in Lintfort will Zwickau die ersten beiden Punkte holen, die Leipzig dank des 33:27-Heimsieges in der Vorwoche gegen den Vorjahresvierten Wuppertal schon auf dem Konto hat.

Dabei spricht vieles für ein Duell auf Augenhöhe wie beim Vorbereitungsturnier vor wenigen Wochen in Kirchhof, bei dem sich die Zwickauerinnen am Ende knapp gegen das Team aus der Messestadt durchsetzen konnten. Doch auch das ist nur eine Vorgeschichte am Rande, wenn es am Samstag um Punkte geht. Immerhin hat sich der HC Leipzig im zweiten Jahr nach dem Zwangsabstieg in die 3. Liga souverän den Staffelsieg und den Aufstieg gesichert und in der Vorbereitung mit Siegen gegen Union Halle-Neustadt und beim Turnier in Markranstädt Ausrufezeichen gesetzt.

"Ich erwarte eine sehr junge und sehr selbstbewusste Truppe mit einem unbekümmerten, jugendlichen Handballstil und hohem Tempo", sagt Norman Rentsch. Eine wichtige Rolle im Team spielt dabei mit der 19-jährigen Emely Theilig ausgerechnet eine waschechte Zwickauerin, die in der Jugend nach Leipzig gewechselt war und unter Norman Rentsch auch schon Champions-League-Luft schnuppern durfte. Die Rückraumspielerin überzeugte in der Vorwoche mit drei Toren und als Spielgestalterin. Darüber hinaus stehen mit Christin Conrad und Laura Majer zwei Spielerinnen im Leipziger Team, die auch schon das BSV-Trikot in der 2. Liga trugen.

Auf Zwickauer Seite könnte die zuletzt noch fehlende Petra Nagy wieder ins Team rücken. Dagegen bangt der Verein um den Einsatz von Neuzugang Simona Stojkovska, die sich am Sprunggelenk verletzt hat. Der Trainer ist trotzdem optimistisch: "Die Mannschaft war vorige Woche enttäuscht und ist mit der Niederlage sehr selbstkritisch umgegangen, weil sie ihr Spiel nicht komplett durchgezogen hat. Aber wenn alle an ihre Leistungsgrenzen gehen, wir schnellen Handball spielen und die Stärken jeder einzelnen Spielerin zum Tragen bringen, werden wir unser Ziel, am Ende im Mittelfeld anzukommen, auch umsetzen können", sagt Norman Rentsch.

Für das erste Sachsenderby der Saison zeichnet sich eine große Kulisse ab. Der BSV Sachsen hat für seine Anhänger für Samstag das Motto "Alle in rot" ausgegeben und bittet, in BSV-Trikots oder roten Shirts zu erscheinen. Auch aus Leipzig wird ein großer Fanblock erwartet.

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