Dem Traum ein Stück näher

Die Zweitliga-Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau hatten am Samstag doppelten Grund zur Freude. Denn zum weit-gehend souveränen Heimsieg gegen den TVB Wuppertal kam die Niederlage eines Mitbewerbers im Kampf um den Aufstieg.

Zwickau.

So schnell ändern sich die Zeiten: In der Vorsaison wäre ein 31:20 (15:7)-Sieg des BSV Sachsen Zwickau gegen den TV Beyeröhde Wuppertal in der 2. Handball-Bundesliga von der Mannschaft und den Fans noch frenetisch gefeiert worden. Am Samstag fielen die Emotionen in der Sporthalle Neuplanitz trotz des klaren Resultates eine ganze Spur nüchterner aus. Das war für Kreisläuferin Nadja Bolze auch in Ordnung. "Es gibt keinen Grund für überschwänglichen Jubel, weil wir alle wissen, dass wir es noch besser können", sagte die 29-Jährige.

Wie wertvoll der Pflichtsieg des Dritten gegen den Tabellen-13. dennoch war, stellte sich schon kurz darauf heraus. Denn als sich im Zwickauer VIP-Raum nach der Pressekonferenz gerade die Reihen gelichtet hatten, machte die Nachricht von der 24:25-Niederlage des Tabellenzweiten Halle-Neustadt beim HC Rödertal die Runde. Damit beträgt der Rückstand des BSV auf den Relegationsplatz für den Aufstieg nur noch zwei Punkte. Das Statement von Nadja Bolze in dieser Frage behält aber auch in der neuen Konstellation Gültigkeit. "Als erstes müssen wir selbst weiter unsere Hausaufgaben machen, sonst hat sich der Traum irgendwann erledigt."

Für die Hausaufgabe gegen Wuppertal verdiente sich die Mannschaft als Schulnote eine solide 2. Trainer Norman Rentsch war "grundsätzlich zufrieden mit den zwei Punkten", haderte aber unter anderem mit der Startphase. Denn nach acht Minuten lagen die Gäste vor 500 Zuschauern 4:2 in Führung. Danach überzeugte seine Mannschaft insbesondere in der Abwehr und ließ bis zur Pause nur noch drei Gegentore zu. "Wir hatten uns vorgenommen, mit viel Tempo zu spielen, haben uns aber zu viele einfache Fehler geleistet. In der zweiten Halbzeit konnten wir die Quote minimieren", sagte Nadja Bolze.

Die Nummer 15 des BSV kam wie in der Vorwoche zu sieben Treffern. Sie steuerte mit dem 26:14 (51.) auch eines der schönsten Tore des Tages bei, als sie nach einem Anspiel von Katarina Pavlovic die Gäste-Torhüterin aus Nahdistanz mit einem Heber überwand. Daneben verwandelte Nadja Bolze auch drei Strafwürfe, da die etatmäßige Siebenmeter-Schützin Jenny Choinowski über weite Strecken des Spiels geschont wurde. "Sie hat sich im Abschlusstraining am Freitag den Fuß vertreten", sagte Norman Rentsch, der außerdem auf Klara Schlegel (grippaler Infekt) verzichten musste.

Nadja Bolze erklärte nach dem Abpfiff, dass gegen den personell gehandicapten TVB Wuppertal ohnehin alle BSV-Spielerinnen ihre Einsatzzeiten bekommen sollten. Da Lisa Felsberger auf Linksaußen rückte, agierte diesmal Isa-Sophia Rösike über weite Strecken als Spielmacherin. Sie erzielte vier Tore und wurde zur Spielerin des Tages gewählt. Am Samstag folgt 17 Uhr das nächste Heimspiel des BSV gegen den HSV Solingen-Gräfrath.


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