Der Blick geht schon voraus

Die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau wollen am Samstag den Meisterschaftskandidaten Kurpfalz Bären ärgern. Trotz einiger Engpässe gibt es beim Zweitligisten personell keine Veränderungen - zumindest in dieser Saison.

Zwickau.

Mit Ausfällen kennen sie sich mittlerweile aus, die Zweitligahandballerinnen des BSV Sachsen Zwickau. Mit nur acht Feldspielerinnen traten sie am vergangenem Wochenende in Berlin an. Und auch beim Pressegespräch in der Hauptgeschäftsstelle des Sponsors Wewobau vor dem Heimspiel am Samstag gegen die Kurpfalz Bären der TSG Ketsch musste kurzfristig ein Name von der Liste gestrichen werden. "Eigentlich sollte Charley Zenner dabei sein", so Teammanager Ron Mittag, "aber sie hat erst am Abend zuvor ihren Termin für die mündliche Abitur-Prüfung bekommen" - der sich prompt mit der Pressekonferenz überschnitt.

Und so erklärten der Teammanager samt Trainer Norman Rentsch die aktuelle Situation beim BSV, die sich sportlich durch den 25:20-Sieg in der Bundeshauptstadt sehr entspannt hat. "Wir halten die Klasse, das ist so gut wie durch", sagte Mittag erleichtert. Immerhin hat Zwickau fünf Spieltage vor Schluss neun Punkte Vorsprung. "Wir können jetzt mit einer anderen mentalen Verfassung in die Spiele gehen", sagte auch Rentsch. Den Fans will er in den ausstehenden Spielen etwas zurückgeben: "Zuhause haben wir ja immer eine gute Unterstützung, aber auch in Berlin war es sensationell." Neben den Kurpfalz Bären, die mit nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Buchholz-Rosengarten auf Platz 2 stehen, geht es bis Saisonende noch gegen drei weitere Teams aus den Top 5. "Das ist eine riesige Aufgabe, hat aber auch ein enormes Potenzial, sich auf Zweitliganiveau zu messen", so Rentsch. Mit der richtigen Mentalität könne sein Team auch die Mannschaften an der Tabellenspitze ärgern: "Dann ist es egal, ob wir mit 16 oder acht Spielerinnen antreten."

Aufgrund der verbesserten Tabellensituation wird es personell in dieser Spielzeit keine Veränderungen geben. Auch ein Comeback von Katarina Pavlovic, die seit Januar mit einem Fußbruch ausfällt, muss nicht übers Knie gebrochen werden. Dafür soll zur nächsten Saison ein Perspektivkader aus Spielerinnen der B- und C-Jugend aufgebaut werden. "Wir wollen vermehrt Talente aus der Region fördern und früher an die Bundesligamannschaft heranführen", so Rentsch. Neben der sportlichen Entwicklung soll es auch individuelle Gespräche zu beruflichen und persönlichen Perspektiven über den Handball hinaus geben. "Wir wollen gute Spielerinnen gerne in Zwickau halten", sagt Rentsch. Ganz so, wie es bei Kreisläuferin Alisa Pester und Spielführerin Jenny Choinowski gelang. Oder bei Torhüterin Charley Zenner. Doch auch ohne ihre Anwesenheit blieben keine Fragen offen - so wie es der 19-Jährigen in ihrer Englisch-Prüfung hoffentlich auch erging.

2. Bundesliga 26. Spieltag: Sa. 17 Uhr: BSV Sachsen Zwickau - Kurpfalz Bären (Sporthalle Neuplanitz)

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