Derbysiegerinnen lassen ihre Freude raus

Die Zwickauer Zweitliga-Handballerinnen haben im Heimspiel gegen Leipzig am Samstag gleich doppelt überzeugt. Das Publikum war sowohl vom klaren Ergebnis als auch von der Spielweise angetan.

Zwickau.

Die Freude und Erleichterung stand am Samstagabend in der Sporthalle Neuplanitz jeder einzelnen Spielerin ins Gesicht geschrieben. Mit dem unerwartet deutlichen 27:20-Erfolg im Sachsenderby gegen den HC Leipzig hatten die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau gerade zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen zeigte die Mannschaft nach dem enttäuschenden Auftritt vorige Woche in Lintfort eine Reaktion. Zum anderen konnte sie in der neuen Besetzung mit dem höchsten Sieg in eigener Halle seit Mai 2018 auf Anhieb das Heimpublikum begeistern. Bereits Minuten vor dem Abpfiff ließen die BSV-Fans immer wieder die La-ola-Welle durch die Halle schwappen und skandierten "Derbysieger, Derbysieger, hej, hej".

Das ließ auch den Zwickauer Trainer Norman Rentsch nicht kalt. Er bedankte sich zur Pressekonferenz zunächst für die tolle Atmosphäre in der mit 650 Zuschauern gefüllten Halle, ehe er auf den sport- lichen Teil des Derbys einging. Dabei hatte er am Auftritt seiner Mannschaft nicht viel zu bemängeln: "Heute sind sehr viele Punkte unseres Matchplanes aufgegangen", sagte er. Sein Team strahlte von Beginn an von nahezu allen Positionen Torgefahr aus, verschaffte sich in der Abwehr mit Erfahrung und gesunder Härte Respekt und ließ sich in der ersten Halbzeit auch vom zweimaligen Rückstand beim 4:5 und 7:8 nicht aus dem Konzept bringen.

Trotzdem war mit der 13:11-Führung für Zwickau zur Pause noch alles offen, zumal Leipzig unter Beweis stellte, dass der Auftaktsieg gegen den Vorjahresvierten Wuppertal kein Zufall war. Als die Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit bis auf ein Tor herankamen, hätte daher wohl keiner in der Halle auf einen am Ende klaren Zwickauer Sieg gewettet. Großen Anteil daran sollte neben der eigenen guten Wurfquote vor allem Torhüterin Charley Zenner haben, die in den zweiten 30 Minuten mehr als die Hälfte der Leipziger Würfe entschärfen konnte und dem HCL gut zehn Minuten vor Spielende beim Stand von 21:17 beziehungsweise 22:17 mit zwei gehaltenen Siebenmetern in Folge endgültig den Nerv zog. Die 19-Jährige stellte nach dem Abpfiff aber die mannschaftliche Leistung in den Vordergrund "Je besser die Mädels in der Abwehr arbeiten, desto einfacher wird es für mich, die Bälle am Ende auch zu halten", sagte sie.

Auch BSV-Kapitänin Jenny Choinowski, die mit neun Treffern beste Zwickauer Torschützin gegen Leipzig war, freute sich über die gute Teamleistung. "Unsere vielen Zwei- Minuten-Strafen und die rote Karte für Kata (Pavlovic/d. R.) zeigen, dass alle von Beginn an voll bei der Sache waren. Diese Emotionalität ist genau das, was wir uns vorstellen." So blieb dem Leipziger Trainer Jacob Dietrich am Ende nichts anderes übrig, als Zwickau zu einem verdienten Sieg zu gratulieren. "Wir hatten uns insgesamt ein bisschen mehr vorgenommen und haben es in der ersten Halbzeit auch ganz gut gelöst. Aber neun Tore in der zweiten Halbzeit sind einfach zu wenig, um hier zu gewinnen", sagte er.

Bei Zwickau war Petra Nagy nach überstandener Schulterverletzung zum ersten Saisoneinsatz gekommen. Auch Simona Stojkovska, die zu Beginn der Woche unglücklich umgeknickt war, hatte sich rechtzeitig wieder fit gemeldet. Norman Rentsch gab allen 13 Spielerinnen Einsatzzeit. Nur über Rechtsaußen fielen keine Tore für den BSV.

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