"Die Anspannung ist genauso da wie als Spieler"

Vom Kapitän zum Sportdirektor des FSV Zwickau: Toni Wachsmuth spricht über seine neue Rolle und die Geschichte mit dem Spielerpass

Zwickau.

Bei der Teampräsentation des FSV Zwickau am Mittwochabend hatte Toni Wachsmuth die meisten Fragen zu beantworten. Kurz vorm Saisonstart der 3. Fußball-Liga wollten die Fans vom Ex-Kapitän wissen, wie er sich in seiner neuen Rolle als Sportdirektor fühlt. Monty Gräßler hat sich mit dem 32-Jährigen unterhalten.

Freie Presse: Wie oft sind Sie gefragt worden, wer künftig beim FSV die Elfmeter schießen soll und ob Sie noch einen gültigen Spielerpass haben?

Toni Wachsmuth: Ja, die Fragen sind doch relativ häufig gekommen, wobei die nach dem Spielerpass deutlich öfter als die nach den künftigen Elfmeterschützen dabei war.

Und, haben Sie noch einen Spielerpass?

Ja, aber ich habe nicht vor, ihn auch zu nutzen.

Das heißt, Sie haben seit dem letzten Spiel die Fußballschuhe nicht mehr angezogen?

Doch. Ich stehe schon noch ab und zu mal in Lauf- oder Fußballschuhen auf dem Platz, um abzutrainieren. Es macht ja auch deutlich mehr Spaß, eine Einheit mit den Jungs zu absolvieren, als alleine durch den Wald zu laufen. Außerdem ist es hin und wieder auch aus sportlicher Sicht sinnvoll, um zum Beispiel im Training elf gegen elf spielen zu können. Aber mehr ist es auch nicht.

Okay. Und wie fällt ihre Antwort auf die Elfmeterfrage aus? Die ist ja nicht völlig aus der Luft gegriffen. Sie haben vorige Saison acht Strafstöße verwandelt.

Das sehe ich ganz entspannt. Wir haben genügend Leute in der Mannschaft, die Elfmeter schießen können. Die Jungs üben auch fleißig. Das ist bei uns ein beliebter Bonus nach dem Training noch Elfer gegen unsere Torhüter zu schießen. Das habe ich vorige Saison auch oft gemacht. Wer nicht verwandelt, muss einen kleinen Obolus in die Torhüterkasse zahlen. Das bringt Spaß in die ganze Sache rein.

Dann noch mal ganz ernsthaft gefragt: Wer wird künftig die Elfmeter schießen? Wer ist ihr Favorit?

Das wird der Trainer in Absprache mit den Spielern klären und hängt ja auch davon ab, wer gerade auf dem Platz steht. Ich denke es liegt nahe, dass das einer unserer Standardschützen übernimmt. Und da haben wir ja einige.

Dann lassen wir das offen und wechseln das Thema. Kribbelt es als Sportdirektor so kurz vorm Saisonauftakt genauso wie in der Zeit als Spieler?

Na klar. Die Anspannung ist genauso da wie als Spieler, eher noch einen Tick mehr. Ich freue mich auf die Spiele und vermisse manchmal den ganz besonderen Spirit, den es in der Kabine in den letzten Tagen vorm ersten Spiel gibt. Aber ich habe insgesamt ein gutes Gefühl.

Wo werden Sie die Spiele künftig verfolgen?

Ich werde mit auf der Bank sitzen.

Wie hat es sich in den Testspielen dort angefühlt?

Das kann ich so nicht sagen, weil ich bei den Tests meistens auf der Tribüne saß, um von da ein paar andere Eindrücke mitzunehmen, die das Trainerteam direkt vom Spielfeldrand so vielleicht nicht hatte.

Bei der Teampräsentation war die Rede davon, dass Sie in Ihren ersten Tagen als Sportdirektor nur wenig geschlafen haben. Ist es mittlerweile besser?

(Lacht). Ach wissen Sie, ich habe zwei kleine Kinder. Von daher bin ich wenig Schlaf gewohnt. Aber Spaß beiseite: Es ist einfach in so einer verantwortlichen Position ein anderer Stress als bisher. Die Tage sind länger und Du musst, gerade wenn du den Kader für die neue Saison zusammenstellst, immer erreichbar sein. Aber es macht Spaß.

Der FSV hat elf neue Spieler geholt. Auf welchen Transfer sind Sie besonders stolz?

Da möchte ich jetzt keinen herausheben und vor allem auch betonen, dass es mich genauso gefreut hat, den Großteil der Spieler, mit denen wir weiter zusammenarbeiten wollten, gehalten zu haben. Bei den Neuzugängen war uns wichtig, dass sie charakterlich in die Mannschaft passen und andere Qualitäten mitbringen als die Spieler, die schon da waren. Wir hoffen, dass wir dadurch weniger ausrechenbar sind.

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