"Die beste Rallye meines Lebens"

Julius Tannert spricht über die erfolgreiche Aufholjagd auf Korsika und seine Titelambitionen in der Junioren-WM

Calvi/Lichtentanne.

Rallyefahrer Julius Tannert hat seinen Worten Taten folgen lassen: Der 28-jährige Lichtentanner gewann am Sonntag auf Korsika zum zweiten Mal einen Lauf der Junioren-Weltmeisterschaft. Monty Gräßler hat ihn am Montag vor dem Rückflug ans Telefon bekommen.

Freie Presse: Herzlichen Glückwunsch, Herr Tannert! Es war ja fast ein Sieg mit Ansage. Wie fühlt es sich an, dass es tatsächlich geklappt hat und was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?

Julius Tannert: Es bedeutet mir extrem viel. Zum einen haben wir gezielt daraufhin gearbeitet, dass ich auf der sehr kurvenreichen Strecke meine Asphalt-Erfahrung ausspiele. Zum anderen war es natürlich ganz wichtig im Blick auf die Meisterschaft, nachdem es zum Auftakt in Schweden nicht ganz so funktioniert hatte wie erhofft.

Es lief ja offenbar auch in Korsika nicht alles nach Plan. Haben Sie zwischendurch schon mal gezweifelt?

Es war wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der erste Tag lief sehr gut. Als wir dann am Samstagmorgen durch Probleme mit der Bremse eine Minute verloren haben, war das natürlich ein herber Rückschlag. Aber da lagen eben auch noch reichlich Wertungskilometer vor und es gab nur eine Devise: Einfach weiter Gas geben.

Am Ende hatten sie bei einer Gesamtfahrzeit von knapp vier Stunden gerade mal 1,9 Sekunden Vorsprung auf den lange Zeit führenden Schweden Tom Kristensson. Wussten Sie schon beim Überfahren der Ziellinie, dass es zum Sieg gereicht hat?

Kurz dahinter am Stopp-Punkt. Da standen die Zeiten auf der Tafel. Wir sind mit 4,3 Sekunden Rückstand in die finale Prüfung gegangen und waren da 6,2 Sekunden schneller als Kristensson. In dem Moment war ich überglücklich. Und dann kamen auch schon die ersten Teams, um uns zu gratulieren. Wir waren ja auch das schnellste Auto in der mit 35 Fahrzeugen besetzten Klasse R2.

Es gibt sehr schöne Fotos, die Sie und Ihren Beifahrer Jürgen Heigl jubelnd und auf dem Dach ihres Ford Fiesta zeigen. Ist da die ganze Last abgefallen?

Ja. Der Druck war natürlich groß. Ohne ein Top-Ergebnis auf Korsika hätte ich die WM-Gesamtwertung im Prinzip abschreiben können. Es war wohl die beste Rallye meines Lebens. Wir haben nie aufgegeben und alles aus dem Auto rausgeholt. Die Tatsache, dass wir gewonnen haben, ohne dass jemand anders ausgefallen ist oder einen groben Fehler gemacht hat, macht den Erfolg noch ein Stück wertvoller.

Mit dem Sieg haben Sie sich auf Platz 4 der WM-Wertung nach vorn katapultiert. Damit ist wieder alles möglich, oder?

Na klar. So ein Erfolg bei einer so berühmten Rallye und mit so einer Aufholjagd gibt dir natürlich einen Extraschub für die Meisterschaft. Wir kämpfen weiter um den Titel. Das Team und Jürgen haben einen tollen Job gemacht und ich bin unheimlich dankbar, dass so viele Förderer und Unterstützer mich zu diesen Ergebnissen gebracht haben.

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